Stell dir vor, du kramst auf dem Dachboden nach alten Weihnachtsdeko und findest plötzlich etwas, das älter ist als das Brandenburger Tor. Genau das ist Archäologen in Sachsen-Anhalt passiert. Sie stießen in einer unscheinbaren Kiste auf einen Fund aus dem Jahr 1936 – und dieser enthüllt jetzt ein schockierendes Detail über die steinzeitlichen Bewohner deiner Region.
Warum diese alten Geweih- und Knochensplitter plötzlich relevant sind? Weil sie eine riesige Wissenslücke schließen, die Forscher seit Jahrzehnten frustriert hat. Wer dachte, der Harz sei ein Archäologie-Nebelgebiet, blickt hier in die Eiszeit-Küche der ersten Jäger.
Der Fund, der in der Schublade schlief
Es ist die Geschichte eines Überraschungsfundes. Ein Geweih, das beinahe vergessen worden wäre. Marcel Weiß vom Landesamt für Denkmalpflege hat es in einer alten Kiste wiederentdeckt. Anfangs dachte man, es sei nur ein weiteres Stück aus dem Zwergenloch bei Elbingerode.
Doch die Analyse zeigte: Das Geweih eines männlichen Rentiers ist rund 12.000 Jahre alt! Das ist, als würdest du in deinem Keller eine Speerspitze finden, die älter ist als die letzte Eiszeit.
Warum ein Rentiergeweih mehr wert ist als Gold
Archäologen waren lange ratlos, was die steinzeitlichen Menschen in Ostdeutschland – speziell im Harz – eigentlich *richtig* gut konnten, um zu überleben. Nahrung war knapp, das Wetter brutal.
Aber hier kommt der Punkt, den fast alle übersehen: Die Archäologen fanden nicht nur das Geweih, sondern auch zwei winzige Knochenfragmente. Diese waren nicht zufällig zerbrochen.

- Sie zeigen klare Schlagspuren.
- Sie wurden gezielt bearbeitet.
- Sie verrieten den wahren Schatz der damaligen Zeit.
Knochenmark: Der Überlebens-Booster der Eiszeit-Menschen
Wir reden heute über Proteinriegel und gesunde Fette. Damals lief das anders. Die Jäger und Sammler, die dem Wild folgten, brauchten pure, schnelle Energie. Und die steckte im Knochenmark.
„Fett war überlebenswichtig“, erklärt Weiß. Das Knochenmark war der Haupttreibstoff, um die kalten Wanderungen des Rentiers zu überleben. Diese Menschen waren also keine zufälligen Nomaden, sondern hochspezialisierte Rentier-Jäger, genau wie die berühmte Ahrensburger Kultur weiter nördlich.
Das impliziert, dass die früheren Bewohner Ostdeutschlands viel organisierter waren, als man bisher annahm.
Die Wahrheit über den Harz und die verlorenen Jahre
Der Landesarchäologe Harald Meller fasst es hart zusammen: „Der Harz ist ein nahezu weißer Fleck der Altsteinzeitforschung.“

Du denkst vielleicht, das ist weit weg, aber diese Erkenntnisse betreffen die Ur-Geschichte deiner Heimat. Jahrelang dachte man, die Spuren der frühen Menschen hier seien dünn wie ein Stück Papier. Jetzt, dank dieser jahrtausendealten Überreste, haben wir einen viel klareren Blick.
Denk mal darüber nach: Rentiere zogen im Frühling in die Berge (vermutlich als Sommerweide) und im Herbst zurück ins Harzvorland. Die Menschen folgten ihnen entlang dieser Routen.
Das bedeutet: Die ältesten Bewohner dieser Gegend lebten nicht sesshaft, sondern waren perfekten Routenplanern gefolgt – viel effizienter als viele denken, die heute im Berufsverkehr feststecken. Das Geweih ist der stille Zeuge dieser perfekten Jagdstrategie.
Wie du die Geschichte jetzt vorantreibst
Archäologen wollen jetzt tiefer graben – oder besser gesagt: tiefer in die alten Kisten schauen. Sie planen neue Untersuchungen, um die besagten „weißen Flecken“ der Region zu füllen. Du kannst das unterstützen, indem du wachsam bist.
Vielleicht liegt bei dir im Keller oder beim Schwiegervater ein alter „Schatz“ aus der Vorkriegszeit, der bisher nur als Nippes galt. Oft sind es genau diese Kisten, die vergessenes Wissen bergen.
Dieser 12.000 Jahre alte Fund beweist: Selbst die kleinsten Knochensplitter können unsere gesamte Sicht auf unsere Vorfahren verändern. Welche deiner aktuellen Annahmen über die Region, in der du lebst, würdest du am liebsten von Archäologen überprüfen lassen?









