Haben Sie das Gefühl, die Raumfahrt wäre irgendwie eingeschlafen? Sie liegen richtig. Seit Eugene Cernan 1972 den Mond verließ, ist nichts Vergleichbares mehr passiert. Jetzt kommt Artemis 2, die erste bemannte Mission zum Mond seit über einem halben Jahrhundert. Aber bevor die Crew in die „Orion“-Kapsel steigt, müssen Sie wissen, was die Nasa Ihnen über die Kosten und die tatsächlichen Ziele dieses beispiellosen Unterfangens verschweigt.
Dieser Flug ist nicht nur ein nostalgischer Rückblick auf Apollo; es ist der erste Schritt in eine neue Ära. Und wie bei jedem großen Sprung gibt es Fallgruben, die Sie kennen sollten – besonders wenn wir als Steuerzahler im Land (oder als deutscher ESA-Partner) mit unseren Hoffnungen dabei sind.
Der lange Schatten der Stille: 50 Jahre und kein Ende in Sicht
Erinnern Sie sich noch an die Apollo-Zeiten? Die waren schnell, entschlossen und wurden durch einen Kalten Krieg angetrieben. Artemis? Das ist ein Marathon, der durch bürokratische Hürden und technische Pannen gebremst wird. Ursprünglich sollten wir schon 2024 zurück sein.
Fakt ist: Der neue Starttermin ist der 1. April 2026 (Ortszeit Florida). Das bedeutet für uns hier in Deutschland: Wir müssen bis tief in die Nacht aufbleiben, um den Start um 02:24 Uhr morgens am 2. April mitzuerleben.

Wer sitzt wirklich in der Kapsel?
Die Crew ist historisch: Christina Koch (die erste Frau auf einem Mond-Flug), Victor Glover (der erste nicht-weiße Astronaut in dieser Rolle) und Jeremy Hansen (der erste Kanadier). Sie fliegen nicht nur für die USA, sondern für eine Liste von „Firsts“.
- Victor Glover sagte nach der Bekanntgabe: „Diese Crew wird das nie vergessen.“ Ein Satz, der nach unbändigem Stolz klingt – oder nach einer Warnung?
- Für drei der vier Astronauten ist es nicht der erste Flug, aber für Hansen ist es die Premiere im Orbit.
Die 4-Milliarden-Euro-Reise: Was kostet der Schuss ins All?
Das Apollo-Programm war teuer – heute würde es astronomische Summen kosten. Artemis ist die „ehrgeizigste und teuerste Aktivität“ der Nasa. Während frühe Schätzungen von 86 Milliarden Dollar bis 2025 sprachen, erleben wir gerade eine Kostenexplosion, die sich anfühlt wie die Inflation beim Discounter um die Ecke, nur millionenfach schlimmer.
Die Mission Artemis 2 allein wird auf etwa vier Milliarden Dollar geschätzt. Und das ist nur der Hin- und Rückflug ohne garantiert erfolgreiche Landung bei Artemis 3!
Lebenshack der Astronauten: Wie man in der Dose überlebt
Stellen Sie sich vor, Sie verbringen zehn Tage in völliger Enge – nicht anders als in einer überfüllten U-Bahn um 8 Uhr morgens, nur ohne die Möglichkeit, auszusteigen. Die „Orion“-Kapsel ist der Arbeitsplatz, Schlafraum und Badezimmer der Crew.
Ich habe die Details verglichen und Folgendes fiel mir auf, was niemand im Hype um den Start erwähnt:[/p>
- Hygiene: Vergessen Sie die Dusche. Hier wird mit Feuchttüchern und Flüssigseife gearbeitet. Das erinnert mich daran, wie wenig wir im Alltag wertschätzen, einfach mal das Wasser aufzudrehen – ein Luxus, der im All fehlt.
- Ernährung: Das Essen ähnelt dem der ISS, aber es gibt kaum Platz für Essenswärmer. Das meiste muss kalt gegessen werden. Weniger Genuss, mehr Kalorienzufuhr – eine Lektion für alle, die im Homeoffice zu viel Zeit mit dem Aufwärmen ihres Mittagessens verbringen.
- Pflichtprogramm: Mindestens 30 Minuten täglicher Sport sind Pflicht. Das Rudergerät dient dazu, dem Knochenschwund entgegenzuwirken, ein ständiger Kampf gegen die Schwerkraftlosigkeit.

Der Blick nach vorn: Geopolitik statt nur Sterne
Warum dieser ganze Aufwand? Offiziell: Wissenschaft und Inspiration. Intern: China drängt mit aller Macht, bis 2030 eigene Menschen auf den Mond zu bringen. Artemis ist ein geopolitischer Schachzug, um technologische Führung zu demonstrieren.
Aber was bedeutet das für uns in Deutschland? Die Chancen stehen gut, dass bald ein deutscher Astronaut dabei ist. ESA-Chef Aschbacher hat signalisiert: Deutschland ist das erste Land der ESA an der Reihe für eine Mondmission. Alexander Gerst oder Matthias Maurer stehen bereit und brennen darauf, diese Reise anzutreten.
Die „Orion“-Kapsel selbst ist dabei ein europäisches Wunderwerk: Das Servicemodul wird in Bremen bei Airbus gefertigt. Sie sehen – das ist keine reine US-Show, trotz des Preisschilds.
Die Crew wird eine Strecke von über 2,3 Millionen Kilometern zurücklegen und dabei Erde und Mond gleichzeitig sehen – ein Anblick, den seit Apollo 8 im Jahr 1968 niemand mehr erlebt hat. Es ist ein Triumph der Technik, aber auch ein teures Wagnis, das von historischer Bedeutung ist.
Was denken Sie: Sollten wir die enormen Kosten für diese Mondläufe rechtfertigen, oder wäre das Geld besser in die Erforschung der Tiefsee investiert? Diskutieren Sie mit!









