Sie stehen vor der Wahl: Endlich diese Traumreise buchen oder doch lieber das Geld sparen? Wir haben uns für die extreme Variante entschieden: Eine 14-tägige Luxuskreuzfahrt über Weihnachten und Silvester für 14.000 Euro. Und rate mal? Ich war mir sicher, dass wir in eine Touristenfalle tappen würden. Denn mal ehrlich: Wer zahlt diesen Preis, um am Ende nur überfüllte Buffets zu essen?
Nach zwölf Nächten in der Karibik auf einem französischen Luxusschiff ziehe ich ein ehrliches Fazit. Wenn du glaubst, Kreuzfahrten sind nur was für Rentner mit viel Zeit, dann lies das hier unbedingt. Denn dieses Erlebnis hat meine Meinung über das Reisen auf See komplett auf den Kopf gestellt.
Die Ankunft: Warum uns das erste Detail sofort verunsicherte
Wir flogen von Berlin über Paris in die Wärme nach Martinique. Als deutsche Passagiere fielen mein Mann und ich sofort auf. Das Schiff, die „Ponant“, hatte nur 140 Gäste an Bord – im Vergleich zu den Giganten, die man sonst so kennt, fühlte sich das an wie ein privater Yacht-Trip.
Der Schockmoment: Es war eine französische Entität. Kein Deutsch. Überall nur „Bonjour“. Wir waren die absoluten Außenseiter, die sich mit dem Kapitän und dem Servicepersonal auf Englisch verständigen mussten. Klingt erstmal abschreckend, oder? Aber das war der Schlüssel zu allem.
Der Charme der kleinen Franzosen-Blase
Weil wir die einzige deutschsprachige Gruppe waren, wurden wir bei den Landausflügen direkt separiert. Das bedeutete: keine überlaufenen Touristenmassen, sondern intime Führungen, die den wahren Charme der Inseln zeigten.
- Das Personal: 118 Crewmitglieder kümmerten sich um die 140 Gäste. Das Verhältnis ist fast eins zu eins. Man wurde sofort beim Namen genannt.
- Die Atmosphäre: Statt lauter amerikanischer Gruppen herrschte gediegene, fast unverschämte Ruhe.
- Der Stil: Überall sah man französische Luxusmarken – von der Badehose bis zur Seife im Bad (L’Occitane, natürlich).

Das Essen: Kein Buffet in Sichtweite
Auf großen Schiffen stehe ich oft zehn Minuten an, um mir eine lauwarme Portion Rührei zu holen. Das war hier ein Unding. Der französische Einfluss zeigte sich am offensichtlichsten an den Esstischen.
Wir wurden zu jeder Mahlzeit bedient. Kein Gedränge, kein Stress. Jeden Abend gab es klassische französische Menüs, beginnend mit den „Entrées“. Mein persönliches Highlight am Nachmittag? Die Patisserie. Die Croissants morgens waren besser als in manchem Café in Paris.
Der versteckte Luxus, der den Preis rechtfertigt
Viele denken bei 14.000 Euro an versteckte Kosten. Hier war das Gegenteil der Fall. Wir hatten das Gefühl, dass alles Wichtige bereits im Paket enthalten war. Das ist der größte Unterschied zu den Billig-Reisen, die ich kenne.
Dafür gibt es folgende Inklusivleistungen, die ich anderswo extra zahlen musste:
- WiFi (WLAN): Komplett inklusive. Keine Stundentarife, keine versteckten Gebühren.
- Champagner: Täglich. Wir mussten nicht einmal die Bar fragen. Der Sommelier beriet uns persönlich zu den französischen Weinen im Schiffskeller.
- Spezieller Luxus: Ein Caviar-Tasting mit Wodka und kleinen Bellinis, vom Chefkoch persönlich ausgegeben.
Was das Weihnachtsgefühl in der Karibik tat
Mitten in der Karibik, 30 Grad, Palmen – und trotzdem Weihnachtsstimmung? Ja, das geht. Die Franzosen haben sich nicht lumpen lassen und einen kleinen Weihnachtsmarkt mit Glühwein auf dem Deck aufgebaut! Das war absurd und wundervoll zugleich.
Allerdings gab es eine kulturelle Überraschung am 26. Dezember: Dort war der zweite Weihnachtsfeiertag ein ganz normaler Tag. Für mich, die den 26. Dezember fest zur Ruhezeit zählt, war das ein schneller Übergang zur Silvesterplanung.

Praktischer Tipp: Der Unterwasser-Hype
Wenn du eine Luxuskreuzfahrt buchst, erwarte exzellenten Spa-Service, aber hier gab es einen echten Hingucker, den ich so noch nie gesehen habe: Den „Blue Lagoon“-Unterwasserraum.
Stell dir das vor: Du sitzt bequem, es gibt Live-Musik und du siehst durch dicke Fenster die karibischen Fische vorbeischwimmen. Tauchausrüstung liegt bereit, und du kannst direkt vom Schiff aus ins Meer abtauchen, statt erst komplizierte Exkursionen organisieren zu müssen. Das sparte uns enorm viel Planungsstress.
Fazit: Ruhe ist der teuerste Luxus
Ja, die Anreise war lang und nervig. Aber sobald wir an Bord waren, fiel der ganze Lärm und Stress von Großstadtreisen ab. Auf großen Schiffen fühle ich mich oft überfordert durch das Gedränge. Hier war der Luxus nicht das Gold an der Wand, sondern die Abwesenheit von Menschenmassen und Stress.
Für uns hat sich die Investition gelohnt, allein schon wegen der Ruhe und des unvergleichlichen Service. Wenn du bereit bist, für deinen Urlaub das doppelte auszugeben, um dafür wirklich abschalten zu können, dann probiere eine kleine französische Linie aus. Die All-Day-Champagne-Bar entschädigt für so manches Manko.
Was war deine größte Überraschung auf einer bisherigen Reise – das, was du absolut nicht erwartet hast?









