Der 37-Euro-Fehler: Warum Sie diesen Nachtzug-Sitz IMMER meiden sollten

Stellen Sie sich vor, Sie sind am Morgen nach einer vermeintlich sparsamen Zugfahrt in einer europäischen Hauptstadt angekommen – und können vor lauter Erschöpfung kaum geradeaus gehen. Genau das passierte mir auf meiner Rucksacktour durch Europa in Berlin. Ich dachte, ich spare ein Vermögen, indem ich den billigsten Platz im Nachtzug nach Wien buche. **Spoiler: Ich habe am falschen Ende gespart und am Ende mehr verloren als gewonnen.**

Viele von uns checken vor einer langen Reise nur den Preis, nicht aber die Details. Wenn Sie jetzt planen, mit dem ÖBB Nightjet durch Europa zu reisen – egal ob von Berlin, München oder Hamburg aus – müssen Sie diesen einen fatalen Fehler kennen, bevor Sie Ihr Ticket buchen. Sonst erleben Sie die gleiche Qual, die mich fast zum Weinen brachte.

Mein Albtraum für 37 Euro: Die Wahrheit über den Sitzwagen

Im Oktober 2022 war ich mit leichtem Gepäck unterwegs, wollte möglichst viel sehen und das Budget schonen. Die Lösung schien klar: Ein Sitzplatz im Nachtzug. Knappe 37 Euro für zwölf Stunden Fahrt von Berlin nach Wien. Im Nachhinein klang das weniger nach Schnäppchen, sondern eher nach einer Falle.

Ich hatte den Sitzwagen gebucht. Im Gegensatz zu den komfortablen Liege- oder Schlafwagen sind das hier reine Zweckbauten. Man bekommt sechs reguläre Zugsitze, die sich zwar etwas zurücklehnen lassen, aber in meinen Augen nicht für eine ganze Nacht gemacht sind.

Die Kabine: Ein Gefängnis ohne Licht

Sobald ich in das Abteil trat, wurde mir klar: Hier gibt es keine Privatsphäre. Sechs Sitze, eng aneinandergedrängt. Man sitzt quasi seinen größten Feinden direkt gegenüber. Wenn es draußen dunkel wird, sinkt die Beleuchtung auf ein Minimum. Das ist die erste Stufe der Folter.

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  • Kaum Beinfreiheit: Wenn der Vordermann seinen Sitz ganz nach hinten stellt, ist Ihr persönlicher Raum auf wenige Zentimeter reduziert. Vergessen Sie Strecken oder tiefes Durchatmen.
  • Keine Bettwäsche: Klar, wer spart, bekommt auch keinen Luxus. Aber in diesem Sitzwagen gab es nicht einmal ein kleines Kissen oder eine dünne Decke. Kälte und harte Kopfstützen – Ihr Standardprogramm.
  • Steckdosen-Lotterie: Wir waren zu sechst, aber es gab nur zwei Steckdosen im ganzen Abteil. Mein Smartphone zur Navigation war am Morgen fast tot – ein echtes Problem in einer fremden Stadt wie Wien, wenn man direkt suchen muss.

Der Knackpunkt, den der Zugbetreiber verschweigt

Als ich mich beschwerte, dass ich mich nicht bequem hinlegen konnte, bekam ich vom ÖBB Nightjet-Personal eine eiskalte Wahrheit serviert. Ich zitiere sinngemäß: „Der Sitzwagen ist nicht für Langstreckenreisen konzipiert.“

Genau das ist der entscheidende Punkt, den viele übersehen. Der Sitzwagen ist für die Fahrt von Hamburg nach Köln okay. Aber eine Zwölfstundennachtfahrt – das ist Tierquälerei. Die Sitze sind zwar verstellbar, aber sie gehen nicht ansatzweise in eine flache Position, wie man es vielleicht von einem Langstreckenflug gewohnt ist.

Ich habe versucht, mich mit Jacken auszupolstern. Ich wechselte sogar in eine weniger besetzte Kabine, um etwas mehr Platz zu haben. Aber die Angst saß tiefer: Jederzeit könnte jemand an der nächsten Haltestelle einsteigen, der genau diesen Platz gebucht hat. Das zwingt Sie, permanent auf halber Wacht zu sein.

Die Folge: Mehr Stress als Erholung

Ich bin um sieben Uhr morgens in Wien angekommen. Nicht erfrischt und bereit für den Tag, sondern zermürbt. Meine Augen brannten. Ich war so müde, dass ich auf einer Bank vor dem Hauptbahnhof fast zusammengebrochen wäre.

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Der eigentliche Schock kam dann: Weil ich so fertig war, konnte ich die ersten Stunden in dieser wunderschönen Stadt kaum genießen. Ich musste sofort ein Hotel suchen, nur um drei Stunden Schlaf nachzuholen. Was hatte ich gespart? Ungefähr 50 Euro auf dem Ticketpreis, die ich dann für ein teures Last-Minute-Hotelzimmer ausgeben musste!

Seien Sie klug: Wenn Sie in Österreich oder Deutschland eine Nacht im Zug verbringen, buchen Sie immer mindestens einen Liegewagenplatz. Der Aufpreis ist eine Investition in Ihren ersten Tag am Zielort.

Mein Fazit: Sparen Sie nicht am Schlaf

Ein Jahr später fuhr ich von Venedig nach Wien – diesmal im Privatabteil. Ein Traum! Ich habe geschlafen wie ein Baby. Der Unterschied war nicht geringfügig, er war existenziell.

Wenn man durch Europa reist, ist die Reisezeit oft wertvoll. Man verliert sie, oder man nutzt sie zur Erholung. **Der Sitzwagen ist Zeitverlust im Zeitraub.**

Haben Sie auch schon einmal am falschen Ende gespart, nur um am Zielort teuer dafür zu bezahlen? Teilen Sie Ihre schlimmste Reise-Ersparnis mit uns in den Kommentaren!

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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