Niemand dachte, dass KI das schafft: Dieses 30 Jahre alte Mathe-Rätsel ist gefallen

Vor Kurzem meinte eine renommierte Mathematikerin, dass KI ihre Arbeit nicht übernehmen könne, da es bei komplexen Beweisen auf menschliche Logik ankäme. Tja, Pustekuchen. Innerhalb weniger Tage wurde diese „festungsartige“ menschliche Bastion in der Mathematik gestürmt – und zwar von einer KI, die ganz ohne menschliche Hilfe auskam.

Es geht um ein 30 Jahre altes ungelöstes Problem des legendären Mathematikers Paul Erdős. Und es ist nicht nur irgendein Problem; es markiert einen echten Paradigmenwechsel. Wenn Sie dachten, die Debatte ums Job-Ende durch KI sei überzogen, warten Sie, bis Sie hören, wie dieses Tool nun Beweise findet. Das ist kein Training mehr, das ist autonome Problemlösung.

Der freischaffende Geist hinter den Rätseln

Um die Tragweite zu verstehen, müssen wir kurz über Paul Erdős sprechen. Stellen Sie sich einen Menschen vor, der sein ganzes Leben umherreist, keine feste Wohnung hat und bei Kollegen anklopft mit den Worten: „Mein Gehirn ist offen.“ So lebte er. Er war ein Problemlöser-Phänomen und hat Hunderte von ungelösten Vermutungen hinterlassen, oft mit Geldprämien – die berühmten Erdős-Probleme.

Mathematiker sehen es als ultimative Ehre, eines dieser Rätsel zu knacken. Das nun gelöste Problem #124 war über drei Jahrzehnte ein Dorn im Auge der Zahlentheorie-Experten.

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Vom Assistenten zum Alleingänger

Zuerst sah es nach einer typischen Teamleistung aus. Bei einem anderen Erdős-Problem (#367) half die Gemini KI von Google dabei, mühsame Verifizierungsrechnungen in Minuten zu erledigen, für die Menschen Tage gebraucht hätten. Ein anderer Experte übersetzte das dann für uns Normalsterbliche. Ein toller Beweis für Mensch-Maschine-Kooperation.

Aber dann kam der Schock: Kürzlich verkündete das Unternehmen Harmonic, ihr KI-Tool „Aristoteles“ hätte Problem #124 „vollkommen selbstständig“ geknackt.

Keine Hilfe, keine Trickserei

Das ist der Knackpunkt: Die KI hat nicht nur die Lösung gefunden, sie fertigte den Beweis direkt in der formalen Sprache Lean an. Das ist die höchste Stufe der mathematischen Logik – ein Beweis, der hundertprozentig fehlerfrei sein muss, da er maschinell geprüft wurde.

  • Beim letzten Fall (#367) war die KI ein schneller Rechner.
  • Bei #124 war sie der Solist, der das Tor öffnete.

Einige Experten (etwa Thomas F. Bloom von der Royal Society) murmeln zwar, dass es sich um ein „einfaches“ Problem gehandelt haben könnte und die Lösung vielleicht schon im Trainingsdatensatz versteckt war. Aber hier in Deutschland sehen wir das anders: Wenn eine KI selbstständig das schwächere Problem identifiziert und formalisiert, ist das ein evolutionärer Sprung.

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Der neue Mathematik-Architekt

Manche sagen, die Ära des „Intuitionsbeweises“ sei angebrochen. Hören Sie gut zu, wenn Ihr Junior gerade BWL studieren will: Die Rolle des Mathematikers verändert sich radikal. Wir sehen gerade den Übergang vom Bauarbeiter zum Architekten.

Früher mussten Mathematiker jede einzelne Ziegelsteine (jeden Beweisschritt) selbst setzen. Das war zeitaufwendig und ermüdend.

Was wir jetzt beobachten, ist die Arbeitsteilung, wie es der KI-Visionär Terence Tao vorausgesagt hat:

  • Der Mensch (Architekt): Liefert die kreative Intuition, die Vermutung, den „Vibe“.
  • Die KI (Maurer): Nimmt diese Idee und formt sie blitzschnell in den wasserdichten, formalisierten Beweis um. „Vibe Formalizing“, nennen sie das.

Das bedeutet zwar nicht, dass der Mensch schnell arbeitslos wird – im Gegenteil! Die Profis werden nun von stupider Routinearbeit befreit. Stellen Sie sich vor, Sie müssten in Ihrem Job nicht mehr das halbe Wochenende lang Excel-Listen abtippen, sondern würden direkt zur Strategie kommen. Genau das passiert jetzt in der Spitzenforschung.

Diese hochbegabten KIs befreien die Spitzenforscher von den „niedrig hängenden Früchten“ und markieren die wirklich kniffligen Probleme. Die Geschwindigkeit der Forschung wird explodieren.

Was denken Sie? Wenn die KI bereits die Fundamente der Logik so schnell bauen kann, welche menschliche Fähigkeit wird dann in fünf Jahren wirklich noch unersetzbar sein? Schreiben Sie es in die Kommentare!

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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