IBM baut Welt-Quantencomputer: Darum ist das alte Fabrik-Fundament Gold wert

Stellen Sie sich vor, Sie besitzen ein Haus, das auf einem riesigen, vergessenen Goldschatz gebaut ist – und niemand hat es bemerkt. Genau das ist in Dutchess County, New York, passiert. IBM investiert Milliarden, um hier die mächtigsten Quantencomputer der Welt zu bauen, doch der eigentliche Kniff liegt nicht in der modernen Technik, sondern in einer Infrastruktur, die älter ist als Ihr Großvater.

Viele blicken auf die High-Tech-Ankündigungen und erwarten einen sofortigen Boom, doch die lokalen Funktionäre sehen klüger. Sie wissen: Der wahre Vorteil liegt in den dicken Rohren und reichlich vorhandener Energie aus den 40er-Jahren. Wenn Sie dachten, Digitalisierung sei nur etwas für Silicon Valley, schauen Sie jetzt nach Poughkeepsie. Hier wird die Zukunft gebaut – dank einer überraschenden Infrastruktur-Erbschaft.

Der Quanten-Sprung: Was 2033 wirklich zählt

IBM peilt bis 2033 den ersten wirklich fehlertoleranten Quantencomputer an. Klingt nach Science-Fiction? Kurz gesagt: Normale Computer rechnen nacheinander, Quantencomputer probieren alles gleichzeitig. Das ist der Unterschied, als würden Sie eine einzelne Straße absuchen versus eine ganze Stadt auf einmal scannen.

Starling und Bluejay: Die Zahlen, die niemand versteht

Die Projekte „Starling“ und „Bluejay“ sind die Meilensteine. Ich habe mir die Details angesehen und gemerkt: Die Sprünge sind exponentiell. Starling (bis 2029) soll 20.000-mal mehr Operationen schaffen als heutige Geräte. Das ist vergleichbar mit dem Wechsel von einer Schreibmaschine zu einem modernen Großrechner.

  • 2029: Starling – Ziel sind ca. 100 Millionen Quantenoperationen.
  • 2033: Bluejay – Das Ziel liegt bei unglaublichen 1 Milliarde Operationen.

Diese Maschinen werden nicht in Ihrem Keller stehen. Sie werden über die Cloud für ausgewählte Partner wie HSBC oder E.ON zugänglich sein, um riesige Probleme in der Materialforschung oder Medikamentenentwicklung zu lösen.

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Der geheime Trumpf von Poughkeepsie: Warum alte Infrastruktur Gold ist

Hier kommt der Punkt, den die Konkurrenz an der Westküste völlig verpennt hat. Neue Rechenzentren verbrauchen Unmengen an Strom und Wasser für die Kühlung. Wenn Sie so etwas bauen, müssen Sie oft jahrelang neue Leitungen legen – horrende Kosten!

Der Assistenz-Exekutive Ron Hicks sagte es unverblümt: IBM hat hier in den 1940ern überdimensioniert. Sie haben damals so viel Kapazität für Wasser, Strom und Abwasser gebaut, dass es heute für Quantencomputer reicht. **Es ist, als hätte man eine Autobahn gebaut, die nun plötzlich für Weltraumtourismus genutzt werden kann.**

Viele Projekte anderswo scheitern oder verzögern sich, weil die Basis fehlt. Hier in Dutchess County ist die Basis gelegt. Das nimmt IBM riesige Sorgen – und Kosten – ab.

Die neue Fachkraft: Ausbildung statt Job-Explosion

Manche hoffen auf einen sofortigen Job-Boom wie in den 80ern, als IBM hier über 30.000 Mitarbeiter hatte. Hicks dämpft die Erwartungen ehrlich: „Ich möchte nicht, dass jemand denkt, morgen oder in fünf Jahren werden die Geschäfte boomen.“

Was die Region stattdessen getan hat, ist subtiler und langfristiger. Seit 2014 investiert Dutchess County gezielt in technische Ausbildung, z.B. in Mechatronik. IBM war bei der Auswahl der Lehrpläne beteiligt. **Das bedeutet: Die lokalen Schulen bilden jetzt genau die Leute aus, die IBM für seine hochkomplexen Systeme braucht.**

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Das bringt zwar keine Massen an Arbeitsplätzen, aber es sichert IBM die nötigen Spezialisten und schafft eine stabile Basis.

Der Effekt auf Ihre Nachbarschaft (auch wenn Sie nicht dort wohnen)

Auch wenn die Transformation nicht sofort spürbar ist, zieht die Technologie Besucher an. Manager aus aller Welt kommen für Demos. Sie übernachten in lokalen Hotels, essen in Restaurants. Das ist der sofortige, kleine wirtschaftliche Schub.

Für die Anwohner ist es die Psychologie des Ortes. Wenn man weiß, dass ein Ort global relevant für bahnbrechende Technologie ist, verändert das die Wahrnehmung. Es ist ein Marketing-Werkzeug, das sagt: Hier passiert etwas Wichtiges.

IBM hat bewiesen, dass sie liefern können – sie haben etablierte Meilensteine erreicht. Die zehn Jahre bis 2033 werden zeigen, ob Quantencomputer wirklich die Welt verändern oder ob Poughkeepsie einfach IBMs genialer, zukunftssicherer Standort bleibt.

Was denken Sie: Ist die Stabilität durch stabile Infrastruktur wertvoller als der Hype um neue Start-ups, die nach zwei Jahren wieder schließen?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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