Haben Sie manchmal das Gefühl, in Hanoi ständig beobachtet zu werden, selbst wenn Sie nur schnell einen Kaffee holen? Das ist bald keine Einbildung mehr. Die Stadt macht einen gewaltigen Sprung in die digitale Überwachung, und zwar radikaler, als Sie denken. Ab 2026 wird das Netz so dicht gespannt, dass Sie sich fragen werden: Wo kann ich hier überhaupt noch ungesehen parken?
Ich habe mir die Details dieser neuen KI-Überwachungsinitiative der Polizei angesehen. Es geht hier nicht nur um die Hauptstraßen. Es geht darum, buchstäblich jede dunkle Ecke und jeden schmalen Hinterhof („Ngõ, Nách“) unter digitale Kontrolle zu bringen. Ignorieren Sie das nicht, denn die Regeln für das städtische Leben ändern sich grundlegend.
Das digitale Gehirn der Stadt: Was gerade installiert wird
Man hat kürzlich ein neues Zentrum für intelligente Verkehrssteuerung eröffnet. Man könnte es als das neue Nervenzentrum der Stadt bezeichnen. Aktuell sind bereits 1.837 KI-Augen an 195 wichtigen Kreuzungen aktiv.
Diese Kameras sind keine einfachen Aufzeichnungen mehr. Die KI analysiert in Echtzeit:

- Stauindikatoren und Verkehrsflussmuster.
- Automatische Identifizierung von Verstößen – Falschparken, Spurwechsel, illegale Straßenhändler.
- Optimierung der Ampelschaltungen, um den Verkehr (scheinbar) flüssiger zu machen.
Viele denken, das sei nur für den Verkehr. Das stimmt nur zur Hälfte. Es geht um die grundlegende Änderung der Stadtverwaltung durch Technologie.
Die 5.000-Kamera-Offensive: Auch Ihre Nebengasse ist betroffen
Der wahre Schock kommt, wenn man die Pläne für 2026 betrachtet. Der Polizeipräsident hat das Ziel ausgegeben: rund 5.000 KI-Kameras sollen flächendeckend ausgerollt werden. Das ist der Punkt, an dem es persönlich wird.
Von den berühmten, eng beschriebenen Gassen Hanois bis hin zu den kleinsten Winkeln – sie alle werden erfasst. Das ist, als würde man ein Netz spannen, das so fein ist, dass kein Fisch (oder Bürger) mehr hindurchpasst.
Was bedeutet das in der Praxis für Sie, wenn Sie den kleinen Imbiss um die Ecke besuchen?

- Die Zeiten, in denen man schnell „nur kurz“ auf dem Gehweg parkte, sind vorbei. Die KI registriert jede Sekunde.
- Die Verarbeitung von Verstößen wird digitalisiert und beschleunigt. Man muss nicht mehr auf den Beamten warten, der es manuell notiert. Die Strafe kommt quasi von selbst.
- Viele übersehen, dass diese Technologie nicht nur Verkehrsdelikte, sondern auch illegale Verkaufsstände oder Ansammlungen überwacht. Das betrifft direkt die informelle Wirtschaft.
Ich habe gesehen, wie solche Systeme in anderen asiatischen Metropolen eingeführt wurden. Der anfängliche Widerstand weicht oft einer seltsamen Akzeptanz, weil die Pendelzeiten *tatsächlich* kürzer werden. Aber der Preis dafür ist die permanente digitale Anwesenheit.
Praktischer Tipp: Wie Sie jetzt handeln sollten (Bevor es zu spät ist)
Wenn Sie in einer der engeren „Ngõs“ wohnen oder oft dort unterwegs sind, müssen Sie Ihre Gewohnheiten anpassen, bevor die KI scharf geschaltet wird. Hier ein ganz konkreter Ratschlag, der über das reine Parken hinausgeht:
Überprüfen Sie Ihre Standard-Abkürzungen. Wenn Sie normalerweise eine Lücke nutzen, um schnell abzuschneiden oder eine bestimmte Kurve zu nehmen, die nicht eindeutig gekennzeichnet ist: Vergessen Sie es. Die KI operiert mit präzisen digitalen Karten, nicht mit menschlicher Weitsicht oder Nachsicht. Verlassen Sie sich ab 2026 nur noch auf die offiziell markierten Wege. Es ist, als würde man einem extrem genauen, aber dummen Roboter folgen.
Die Einführung dieser 5.000 Kameras ist ein technologischer Quantensprung für Hanoi. Es soll Sicherheit und Ordnung bringen, aber es fühlt sich oft wie der Verlust einer kleinen Ecke persönlicher Freiheit an. Wie sehen Sie das? Sehen Sie in diesen Augen der KI eher einen Beschützer oder einen stillen Richter über Ihre täglichen Wege?









