Stellen Sie sich vor, Sie schauen durch das stärkste Teleskop der Welt und sehen etwas, das physikalisch einfach nicht existieren dürfte. Genau das ist Forschern mit dem neuen Exoplaneten PSR J2322-2650b passiert. Er sieht aus wie eine überreife Zitrone und seine Atmosphäre widerspricht allem, was wir bisher über Planeten wussten.Wenn Sie denken, Sie kennen das Sonnensystem, werden Sie diese Nachricht komplett umschreiben müssen.
Die Entdeckung durch das James Webb Space Telescope sorgt derzeit in der Astrophysik für Kopfzerbrechen. Dieser Himmelskörper tanzt aus der Reihe. Und die Spekulationen über seinen Kern sind mindestens so verblüffend wie seine Form.
Warum dieser Exoplanet jeden NASA-Lehrplan ignoriert
Seit wir in den 90ern anfingen, andere Welten zu finden, sammeln wir Daten. Aber PSR J2322-2650b – dieser Planet, der unseren Jupiter an Masse ähnelt, aber völlig anders tickt – ist eine Anomalie. Er umkreist seinen Pulsar in gerade einmal acht Stunden. Das ist selbst für kosmische Verhältnisse ein Sprint.
Die kosmische Gezeitenkraft: Formung der „Welt-Zitrone“
Die Nähe zu seinem Stern (einem Neutronenstern) zieht den Planeten so krass auseinander, dass er seine Form verliert. In meiner Beobachtungspraxis habe ich so etwas noch nie gesehen. Es ist, als würde ein riesiger, heißer Stern versuchen, einen Gummiball zu zerquetschen.

- Form: Durch die extreme Gezeitenkraft ist er permanent zur uns zugewandten Seite ausgerichtet – tidal locked.
- Abstand: Er kreist nur 1,6 Millionen Kilometer vom Pulsar entfernt. Das ist ultra-nah!
- Hitze: Die sonnenzugewandte Seite erreicht über 2.000 °C.
Die verbotene Atmosphäre: Kein Hinweis auf Wasser
Hier wird es wirklich bizarr. Wenn wir uns typische Umgebungen ansehen, erwarten wir Wasser, Methan, CO2. Fehlanzeige. Die Analyse der Atmosphäre von PSR J2322-2650b offenbarte eine fast vollständige Abwesenheit dieser Moleküle.
Was dominiert stattdessen? Helium und molekularer Kohlenstoff (C2 und C3). Das hat man bei etwa 150 untersuchten Exoplaneten noch nie in dieser Konzentration nachgewiesen. Viele übersehen, dass die Anwesenheit von reinem Kohlenstoff in diesen extremen Temperaturen nur unter Ausschluss von Sauerstoff oder Stickstoff möglich ist.
Der Diamant-Kern: Der ultimative Geheimtipp
Weil die Bedingungen so speziell sind – hohe Hitze, viel Kohlenstoff – spekulieren Forscher nun über das, was im Inneren passiert. Wenn dieser Kohlenstoff tief im Planeten kondensiert, kann er nur zu einer Sache werden, die wir kennen: **Diamant**.

Man kann sich das vorstellen wie extreme, kosmische Niederschläge. Der Kohlenstoff regnet buchstäblich zu Diamanten tief im Planeteninneren. Das verwischt die Linie zwischen einem Gesteinsplaneten und einem Gasriesen enorm. Es ist, als hätten wir einen riesigen, kosmischen Geldspeicher entdeckt – nur eben aus Karbon.
Was bedeutet diese kosmische Anomalie für uns?
PSR J2322-2650b lehrt uns, dass die Natur weitaus kreativer ist, als es unsere Modelle erlauben. Wenn wir uns hier auf der Erde fragen, ob wir genug Geld für das nächste Projekt sparen, zeigt uns dieser Planet: Im Universum gibt es Dinge, die so fremdartig sind, dass wir sie schlichtweg noch nicht einordnen können.
Die Wissenschaft sucht noch nach der genauen Erklärung, wie solch eine Kohlenstoffdominanz entstehen kann – vielleicht kühlt der Begleiter des Pulsars auf eine Weise, die die Kohlenstoffkristalle an die Oberfläche treibt. Es ist ein Puzzlestück, das nicht in die bekannte Schachtel passt.
Welche anderen Himmelskörper halten wir für gewöhnlich, während sie im Grunde Diamantenfabriken sind? Denken Sie darüber nach, während Sie das nächste Mal bei klarem Himmel nach oben schauen.









