Stellen Sie sich vor: Sie sind auf einem kurzen Flug über Alaska, 12.000 Meter hoch, und plötzlich beginnt ein Sitznachbar, laut mit unsichtbaren Personen zu reden. Das ist zwar schon beunruhigend genug, aber was dann passierte, klingt nach einem schlechten Thriller: Der Mann versuchte, die Notausgangstür in der Luft zu öffnen.
In diesen Momenten schalten Sie wahrscheinlich unwillkürlich zurück: Bin ich sicher? Kann das überhaupt passieren? Die Antwort ist laut Expertenmeinung beruhigend, aber der Kampf um sein Leben war es nicht. Lesen Sie bis zum Ende, denn wir erklären Ihnen, warum Panik – im Grunde – unnötig ist, wenn man die Physik dahinter versteht. Aber zuerst: Was trieb den Passagier an?
Eskalation in Turbogeschwindigkeit: Was genau passierte an Bord?
Der Vorfall ereignete sich auf einem kurzen Inlandsflug von Alaska Airlines, nur eineinhalb Stunden dauert die Reise. Doch schon nach acht Minuten, als die Maschine gerade die 5.500-Meter-Marke (18.000 Fuß) passierte, begann die Kabinenbesatzung, auf ein merkwürdiges Verhalten aufmerksam zu werden.
Ein Passagier namens Kassian Fredericks sprach lautstark mit sich selbst, erzählte Zeugen später, er spreche von „unsichtbaren Personen“, die das Flugzeug übernehmen wollten. Anschließend nahm er eine Pille, trank etwas Gatorade – und versuchte dann das Unmögliche.
Als der Türgriff bewegt wurde
Piloten sahen das Cockpitlicht aufleuchten – das universelle Zeichen dafür, dass jemand an einem der Notausgänge hantiert. Einer der Zeugen berichtete, der Mann habe den Arm *schon nach oben* bewegen können, bevor er gestoppt wurde. Das ist der Punkt, an dem die Situation von „seltsam“ zu „lebensgefährlich“ springt.

Es brauchte drei Männer, um diesen Passagier festzuhalten. Er war Berichten zufolge unglaublich stark. Sie mussten ihn buchstäblich neutralisieren, während der Pilot über eine Umleitung nachdachte. **Stellen Sie sich den Stress vor, wenn Sie wissen, dass jemand aktiv versucht, die Kabine zu kompromittieren.**
Der Physik-Trick, der Leben rettet (und Ihre Nerven beruhigt)
Hier kommt der Punkt, den viele Fluggäste – oder auch Leute, die den Artikel nur überfliegen – schlichtweg übersehen: Selbst wenn dieser Mann es geschafft hätte, den Hebel ganz zu bewegen, wäre nichts passiert.
Warum? Weil die Physik des Drucks das Flugzeug wie einen gigantischen Safe versiegelt. In rund 12.000 Metern Höhe herrscht draußen ein extrem niedriger Druck. Drinnen jedoch wird die Kabine auf ein Niveau gepumpt, das ungefähr dem in München in 2.500 Metern Höhe entspricht (entspannter für den Körper).
- Der Druckunterschied drückt die Tür von außen bombenfest in ihren Rahmen.
- Umgekehrt müsste man die Tür quasi nach innen ziehen, um den Widerstand zu überwinden.
- Selbst wenn Sie den Mechanismus bedienen, hält dieser massive Druckunterschied die Tür im Schloss.
Das bedeutet: Es ist physikalisch unmöglich, bei normaler Reisehöhe einen Notausgang zu öffnen. Ein starker Mann kann zwar den Hebel bewegen, aber er kann die Gesetze der Aerodynamik nicht brechen.

Was der Angreifer danach wollte
Nachdem er fixiert war, schien der Mann sich etwas beruhigt zu haben. Doch seine Forderungen waren weiterhin bizarr: Er fragte nach einer Zigarette, danach, wie man ein Flugzeugfenster zerbricht, und wollte seine Mutter anrufen. Als ein Gast ihn fragte, warum er die Tür öffnen wollte, die ihn ja eh nicht rauslassen würde, soll er geantwortet haben: „Ich brauche Luft und muss hier raus.“
Der Pilot entschied sich, den Flug fortzusetzen, da Anchorage nur 18 Minuten entfernt war. Nach der Landung wurde Fredericks von der lokalen Polizei in Empfang genommen. Berichten zufolge entschuldigte er sich bei der Crew, während er abgeführt wurde.
Konsequenzen und die Lehre für Ihre nächste Reise
Fredericks wurde wegen Behinderung der Flugbesatzung angeklagt – eine Straftat, die in den USA mit bis zu 20 Jahren Gefängnis geahndet werden kann. Ein harter Schlag für etwas, das (physikalisch gesehen) zum Glück scheitern musste.
Viele von uns, gerade wenn wir unsere jährliche Reise in den Süden planen, machen sich Sorgen um Turbulenzen oder vielleicht abgerissene Sitze. Aber dieser Vorfall erinnert uns daran, dass das größte Risiko oft von anderen Menschen ausgeht. Und während wir uns in Deutschland oder Österreich über seltsame Mitreisende ärgern, ist es gut zu wissen, welche Mechanismen das Flugzeug selbst gegen echte Katastrophen schützt.
Haben Sie schon einmal erlebt, dass ein Passagier extrem auffällig war? Was hat die Crew in solch einer Situation richtig gemacht?









