Verbot droht: Welche 3 Messenger bald illegal sein könnten

Haben Sie gestern noch unbesorgt mit Signal, WhatsApp oder Telegram gechattet? Dann sollten Sie JETZT weiterlesen. Denn was in Großbritannien passiert, ist keine ferne Theorie mehr, sondern eine ernsthafte Warnung für jeden, der Wert auf digitale Privatsphäre legt – auch hierzulande.

Ich habe mir die neuen Gesetze und die erschreckenden Berichte dazu angesehen und muss sagen: Die Entwicklung ist brisanter, als viele denken. Was gestern als Fantasie galt, wird heute als „feindliche Aktivität“ eingestuft. Sie müssen wissen, was das für Ihre tägliche Kommunikation bedeutet, bevor es zu spät ist.

Wieso Ihre verschlüsselten Chats bald zur „Staatsbedrohung“ werden

In Großbritannien eskaliert die Lage dramatisch. Neue Anti-Terror-Gesetze geben den Behörden ungeahnte Vollmachten. Der Knackpunkt? Die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE).

Der unabhängige Prüfer für Nationale Sicherheitsgesetze, Jonathan Hall KC, hat alarmgeschlagen. Seine Analyse zeigt: Die Verschlüsselungstechnologie, die uns alle schützt, wird nun von der Regierung als Hindernis für die Überwachung gewertet. Und hier kommt der psychologische Trick:

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  • Der Vorwurf: Wenn Technologie die Überwachung erschwert, kann dies im Interesse eines „fremden Staates“ sein – selbst wenn dieser gar keine Absicht hat.
  • Die Konsequenz: Entwickler solcher Apps geraten theoretisch unter das Raster der „feindlichen Aktivität“.

Das Fatale daran: Diese Einstufung ist eine juristische Nebelkerze, die es erlaubt, aktiv gegen die Technologie vorzugehen. Viele übersehen, wie schnell aus einer technischen Maßnahme eine politische Säuberung wird.

Die dunkle Parallele: Schon 12.000 Verhaftungen wegen Online-Posts

Wenn wir über Überwachung reden, denken viele an große Datenlecks. Doch der unmittelbare Druck betrifft die Meinungsfreiheit. Ich habe die Zahlen geprüft: Allein 2023 wurden in England und Wales rund 12.000 Menschen wegen „anstößiger“ oder „bedrohender“ Online-Posts verhaftet.

Manche Politiker wollen diesen Druck nun auf alle verschlüsselten Kanäle ausweiten. Selbst Journalisten, die sensible Informationen hüten, könnten theoretisch unter Druck geraten, weil ihre Kommunikation als „gefährdend“ eingestuft wird.

Der Kampf gegen Apple: Die erste Warnung

Das ist kein neues Narrativ. Erinnern Sie sich an den Streit mit Apple? Die Regierung wollte einen Hintertür-Zugang zu iCloud-Daten erzwingen. Apple weigerte sich und deaktivierte stattdessen die erweiterte Datensicherung für das gesamte Land. Das war ein klares Signal: Entweder wir bauen eine Tür ein, oder wir bändigen die Technologie.

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Der neue „Online Safety Act“ macht es noch komplizierter, etwa durch die Forderung nach clientseitigem Scannen – also das Durchsuchen Ihrer Nachrichten direkt auf Ihrem Gerät, bevor sie verschlüsselt werden.

Ihr Sofort-Schutz: Was Sie jetzt tun können (Die Non-Obvious-Lösung)

Experten wie Olivier Crépin-Leblond vom Internet Society warnen davor, diese technischen Lösungen für „einfache Fixes“ zu halten. Eine geschwächte Verschlüsselung ist wie ein Kaffee-Filter, der plötzlich Löcher hat – er hält nur noch groben Schmutz draußen.

Was können Sie als Nutzer tun, wenn die Politik auf Kollisionskurs geht? Hier kommt der Hack, den die Tech-Giganten bereits nutzen:

  1. Alternativen prüfen, die nicht primär auf lokaler Politik reagieren: Dienste, die ihren Hauptsitz außerhalb der EU/UK haben und eine nachgewiesene Historie der Standhaftigkeit bieten, sind derzeit im Vorteil.
  2. Metadaten verstehen: Selbst starke Verschlüsselung verrät, wann und mit wem Sie sprechen. Suchen Sie nach Apps, die auch Metadaten minimieren (z.B. Dienste mit geringer Speicherung).
  3. Achten Sie auf „Open Source“: Nur wenn der Code offenliegt, können Experten prüfen, ob sich wirklich keine Hintertüren eingeschlichen haben.

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Signal und WhatsApp haben bereits angekündigt, lieber aus dem Markt auszusteigen, anstatt Kompromisse bei der Sicherheit einzugehen. Das zeigt, wie ernst die Lage ist.

Die politischen Fronten verhärten sich, und 2026 könnte ein entscheidendes Jahr für unsere digitale Freiheit werden. Wie schätzen Sie diese Entwicklung ein: Ist der Schutz der Bürger wichtiger als die lückenlose Überwachung durch den Staat, oder brauchen wir strengere Kontrollen – auch auf die Gefahr hin, dass die Verschlüsselung leidet?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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