Haben Sie in den letzten Tagen schon bemerkt, dass die Sonne etwas länger wach bleibt? Viele übersehen den subtilen, aber entscheidenden Moment, an dem sich astronomische Ereignisse direkt auf unser alltägliches Wetter auswirken. Gerade wenn wir gerade dachten, es ginge nur noch bergab mit dem Tageslicht, ändert sich die kosmische Dynamik. Und dieses Mal ist es besonders wichtig, denn es signalisiert den Wendepunkt für die restliche Wintersaison.
Am Freitag, dem 26. Dezember 2025 (oder dem 6. Tag des Monats Radschab, wenn Sie es nach dem traditionellen Kalender halten), passiert etwas, das Astronomen als „Rückkehr der Sonne nach Norden“ bezeichnen. Für uns bedeutet das: Die Tage werden spürbar länger. Nach knapp zwei Wochen „Stillstand“ am südlichen Wendekreis des Steinbocks, dem Punkt, der den tiefsten Winter markiert, beginnt die Sonne nun ihren Weg zurück zu uns.
Der 12-Tage-Stopp: „Marzam ash-Shams“ – Das lange Verharren
Viele von uns kennen den kalendarischen Winteranfang, doch die Bauernregeln sind oft präziser, wenn es um die echte Kälte geht. Der Astronom Al-Thaqafi erklärt, dass die Sonne seit dem 14. Dezember (nach landwirtschaftlichem Kalender) scheinbar auf dem Steinbock verharrt hat. Das ist der Moment, den Agrarexperten oft den „Marzam ash-Shams“ nennen – die Sonne friert ein, bevor sie den Kurs ändert.

Was bedeutet diese Stagnation für uns?
- Kältereservoir: Diese 12 Tage dienen dazu, die maximale Kälte im Boden und in der Luft zu speichern. Die tiefsten Nachttemperaturen erleben wir oft erst *nach* dem Sonnenwenden-Tiefpunkt.
- Der Wendepunkt: Wenn die Sonne nun nach Norden wandert, ist das ein klares Signal. Es ist, als würde man einen riesigen Eisblock umdrehen – die Oberfläche beginnt langsam zu schmelzen.
Jetzt beginnt der „Erste Arm“ – Die späte Aussaat
Der Freitag, den Sie nicht verpassen dürfen, markiert nicht nur die astronomische Wende, sondern auch den Beginn des „Ersten Arms des Frühlings“ (Nadjm Adh-Dhira’ al-Awwal) im landwirtschaftlichen Zyklus. Das ist faszinierend, denn es ist mitten im astronomischen Winter!
In meiner Praxis habe ich oft beobachtet, wie unerfahrene Gärtner denken, es sei zu früh für die Aussaat auf den Hochplateaus rund um Taif. Falsch gedacht! Genau diese sechs Tage nach dem Wendepunkt sind kritisch. Hier werden nun Weizen und Gerste in den kälteren Regionen (wie im Hochland von Mekka, Al-Baha oder den nördlichen Gebieten Saudi-Arabiens) gesät. Die kosmische Energie der Rückkehr nährt diesen Start.

Kein Grund zur Euphorie: Der Winter hält uns fest
Doch Vorsicht: Nur weil die Sonne den Kurs ändert, heißt das nicht, dass Sibirien bei Ihnen im Vorgarten steht. Der Winter ist noch lange nicht vorbei. Wir haben gerade erst die ersten fünf Tage des neuen Monats hinter uns. Der Einfluss der Winterkälte zieht sich noch durch die gesamten Monate Scha’ban und Ramadan.
Meine praktische Empfehlung für die nächsten Wochen:
- Heizung nicht abschalten: Auch wenn die Tage länger sind, sinken die Nachttemperaturen oft noch dramatisch. Reduzieren Sie die Heizung nicht zu früh.
- Fenster abdichten: Überprüfen Sie die Gummidichtungen Ihrer Fenster, besonders in älteren Wohnungen in städtischen Zentren. Jeder kalte Luftzug jetzt ist verschwendete Energie. Das spart Ihnen locker 10 bis 15 Prozent der Heizkosten, die Sie sonst unnötig zum Fenster hinausjagen.
- Dunkle Tage nutzen: Nutzen Sie die nun etwas helleren Vormittage, um lüften und Feuchtigkeit zu reduzieren – das hält Ihr Immunsystem stark, während die Temperaturen draußen noch eisig sind.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Sonne hat den Rückwärtsgang eingelegt, aber die Töpfe mit dem Wintereis kühlen erst langsam ab. Es ist der langsame Beginn der Tage, die wir uns gewünscht haben, aber es erfordert Geduld und die richtige Vorbereitung für die noch bevorstehenden kalten Nächte.
Haben Sie in den letzten Tagen schon einen Unterschied im Sonnenlicht bemerkt, oder war es für Sie auch nur ein kalter, grauer Himmel?









