Sie haben es vielleicht gespürt, als das Sofa leicht vibriert hat, oder es in den Abendnachrichten kurz gehört. Ein Beben der Stärke 6 vor der Küste – moderat, kein Schaden gemeldet. Klingt nach Routine im pazifischen Feuerring. Aber genau hier liegt der Fehler, den jetzt jeder macht. In den letzten 24 Stunden hat Lima vier separate seismische Ereignisse registriert. Das ist keine Statistik mehr, das ist ein Muster, das aufleuchtet.
Viele von uns in Peru – besonders wenn man die ständige unterschwellige Angst vor dem „Großen Einen“ kennt – neigen dazu, mäßige Erschütterungen einfach wegzustecken. Wenn die offiziellen Stellen Entwarnung geben, schalten wir ab. Ich habe mir die Daten des Geofisischen Instituts von Peru (IGP) genauer angesehen, und die Frequenz der letzten 24 Stunden ist beunruhigend.
Warum Sie das M6-Beben nicht ignorieren dürfen
Das Samstagabend-Beben der Stärke 6 lag 67 Kilometer westlich von Chimbote im Pazifik. Das ist tief genug, um in Trujillo und sogar in der Hauptstadt Lima ein deutliches Zittern auszulösen. Die Sonne ging unter, man saß beim Abendessen – und plötzlich dachte man: „Ach ja, Peru.“
Aber das war nur der Höhepunkt einer unruhigen Periode. Viele übersehen die kleineren Vorläufer völlig, und das ist gefährlich, denn die Erde kommuniziert nicht in großen, klaren Ankündigungen.

Die Chronologie der letzten Schocks
Was mir in der Aufzeichnung auffiel, ist die Abfolge. Es ist, als würde jemand mit kleinen Steinen gegen die Fenster klopfen, bevor er die Tür eintritt:
- Freitagabend (19:35 Uhr): Ein Beben der Stärke 4,8, 52 km südwestlich von Supe Puerto. Tiefe: 29 km. Intensität III in der Nähe.
- Samstagmorgen (9:22 Uhr): Ein leichtes 3,5er Beben nahe Callao.
- Samstagabend (21:51 Uhr): Der Hauptakteur, das 6,0er Beben vor Ancash.
Die Behörden bestätigen: Keine Warnung vor Tsunami. Das ist eine riesige Erleichterung, besonders wenn man bedenkt, dass Tausende von Kilometern Küstenlinie betroffen sind. Aber wir reden hier nicht nur über die Welle auf dem Meer, sondern über die Stabilität des Bodens direkt unter unseren Füßen an der Küste.
Der Punkt, an dem die Vorsicht beginnt
Wenn Sie in einer der Küstenstädte wohnen, sei es in Miraflores oder weiter nördlich in der Region Ancash, vergessen Sie die offizielle „kein Schaden“-Meldung für einen Moment. Denken Sie an ältere Gebäude, an die Risse, die Sie seit dem letzten großen Regen ignoriert haben.

Hier ist ein simpler Check, den Sie sofort durchführen sollten, anstatt auf das nächste große Zittern zu warten – das ist einfacher als jeder seismische Bauleitfaden:
- Das Kerzentrick-Protokoll: Stellen Sie auf einer stabilen Oberfläche (Regal, Tisch) eine leicht gekippte Kerze (oder einen Korken auf einem Glas) auf. Wenn diese nach einem kleinen Zittern nicht sofort wieder in die Ruheposition zurückfällt oder umkippt, deutet das auf eine nachklingende Instabilität hin, die Sie prüfen sollten.
- Das Fluchtlicht-Prinzip: Haben Sie in der Küche oder im Schlafzimmer eine robuste Taschenlampe griffbereit, die nicht auf Batterien angewiesen ist, die nach Monaten im Schrank leer sind? Die Dunkelheit nach einem Beben ist oft beängstigender als das Beben selbst.
- Die Türrahmen-Prüfung: Gehen Sie durch alle Haupttüren. Wenn der Rahmen merklich „schief“ sitzt oder die Tür klemmt, ist das ein Mikro-Indikator für Bewegung, der bei der nächsten größeren Erschütterung kritisch werden könnte.
Wir dürfen diese Serie von Erschütterungen nicht als Nebengeräusch abtun. Es ist, als würde der Motor Ihres Autos plötzlich anfangen, unregelmäßig zu laufen. Sie ignorieren es nicht, bis es mitten auf der Panamericana stehen bleibt, richtig? Das Gleiche gilt für unseren Boden.
Was jetzt zählt
Die gute Nachricht: Die Marine hat bestätigt, dass die Pazifikküste sicher ist, was Tsunamis angeht. Das gibt uns Zeit, uns auf die eigentlichen Probleme zu konzentrieren: die Infrastruktur und unsere eigene Vorbereitung. Prüfen Sie Ihre Notfalltasche und sprechen Sie mit Ihren Nachbarn. Vier Schocks in einem Tag sind ein deutliches Signal, dass Ruhe nicht gleich Sicherheit bedeutet.
Haben Sie die kleineren Beben dieses Wochenendes überhaupt bemerkt, oder haben Sie sie wie die meisten – einfach weggeschüttelt?









