Älteres Paar verzichtet radikal auf alles – und sagt jetzt: Das ist der heimliche Grund, warum wir nie glücklicher waren

Wohnzimmer? Esszimmer? Das klingt für Sie nach Gemütlichkeit oder eher nach unnötigem Ballast? Viele von uns ertrinken im Besitz, aber ein Paar (57 und 60 Jahre alt) hat den radikalen Schnitt gewagt: Sie leben fast komplett ohne Möbel. Und das Erstaunliche daran: Sie fühlen sich körperlich fitter als je zuvor.

Bevor Sie jetzt denken, das sei eine Geschichte aus einem kalifornischen Ashram: Diese Menschen leben in einer normalen Wohnung in Kapstadt. Wenn Ihnen Ihr Rücken nach einem langen Arbeitstag im Homeoffice schmerzt, sollten Sie das hier unbedingt lesen. Denn es geht nicht nur ums Ausmisten, sondern um einen echten, physischen Gewinn, den die meisten von uns durch ihre bequemen Sofas ignorieren.

Der Schockmoment: Vom L-Sofa zur Yogamatte

Stellen Sie sich vor: Sie sitzen auf Ihrer geliebten, tiefen Couch – der Inbegriff des Feierabends. Genau dort saßen wir 2020, bis ein einziger Podcast unser Leben kippte. Wir waren eigentlich auf dem Weg aufs Land, bereit für das klassische, möblierte Leben.

Doch als der Zufall uns eine traumhafte, unmöblierte Wohnung in der Stadt präsentierte, sahen wir es als Zeichen. Wir nahmen es an. Zugegeben, die Umstellung war holprig. Unser erstes günstiges Futon – weg damit. Zurück auf die einfachen, aber ehrlichen Campingmatratzen.

Am Anfang fühlte es sich falsch an, aber nach wenigen Wochen spürten wir die Veränderung nicht nur im Geist, sondern direkt im Körper. Das Bodenleben ist unbequem – und genau das ist der Trick.

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Körperliche Wahrheit: Darum ist der Boden besser als Ihr Bürostuhl

Wenn Sie in Deutschland durch die Baumärkte streifen, kaufen Sie Ergonomie. Wir haben uns stattdessen dafür entschieden, unseren Körper neu zu programmieren. Es gibt keine Ablenkung mehr, keine weichen Polster, die schlechte Haltung belohnen.

In unserer Praxis fiel Folgendes auf:

  • Deutlich mehr Energie: Ständiges Aufstehen und Hinsetzen trainiert die Muskulatur, die sonst unterfordert ist.
  • Bessere Balance: Wir mussten lernen, uns ohne Hände aufzurichten – wie eine kleine tägliche Fitnessübung.
  • Haltungsbewusstsein: Ohne einen „Versink-Stuhl“ erinnert uns der Körper sofort, wenn wir zu lange in einer Position verharren.

Ganz praktisch gesehen: Der Umzug wurde zur Farce. Wir hatten nichts außer zwei Matratzen und einem Bambus-Laptoptisch. Vergessen Sie die Schweißausbrüche beim Schleppen von Schränken durch enge Treppenhäuser, wie es bei uns in den Mietwohnungen vorkam!

Der soziale Knackpunkt: Wie trifft man Freunde?

Wenn wir im Freundeskreis von unserem Leben erzählen, kommt sofort die Frage, die Sie sich wahrscheinlich auch gerade stellen: „Und wie unterhaltet ihr Gäste?“

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Hier liegt die Grenze des Möbellosen: Wir wollen niemanden dazu zwingen, sich auf dem kühlen Parkett einzurichten. Wir haben deshalb einen eleganten Kompromiss gefunden, der unser minimalistisches Herz schont und die Gäste nicht verscheucht.

  • Wir verabreden uns zum Kaffee oder Essen außer Haus.
  • Spaziergänge oder Ausflüge ersetzen das Chillen auf dem Sofa.
  • Die Wohnung dient dem Rückzug, nicht der großen Gesellschaft.

Dieser Stil ist nicht für jeden gemacht. Wenn Sie das Gefühl lieben, Sonntags mittags in Ihrem Ledersessel zu versinken, dann sparen Sie sich die Mühe. Für uns aber bedeutet es Freiheit – weil wir jederzeit bereit für die nächste Veränderung sind.

Die (unvermeidliche) Lektion für die Zukunft

Wir haben gelernt, dass wir wirklich nur das Nötigste brauchen. Selbst unsere Katze scheint die vielen Bodenflächen für ihre Jagdspiele zu lieben. Einziger Wermutstropfen für die Ferne?

Unser nächstes großes Experiment ist ein Van-Life-Projekt (geplant für 2026). Und hier kommt das Dilemma: Selbst wir erkennen an, dass ein Bett und eine minimale Sitzgelegenheit aus rein praktischen Gründen notwendig sein werden. Die totale Abstinenz hat ihre physikalischen Grenzen.

Was denken Sie? Würden Sie für ein paar Wochen alles aus der Wohnung verbannen und nur auf dem Boden leben? Oder ist der Komfort der Möbel einfach zu viel wert, um ihn aufzugeben?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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