Sie graben nach Jade: Warum dieser schwarze Stein aus dem Nachbarland jetzt alles verändert

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was direkt unter den Füßen Ihrer Nachbarn verborgen liegt? Viele von uns schauen nur auf Weinberge oder bekannte Handelsrouten. Doch Geologen entdeckten jetzt im Altun-Gebirge etwas, das ganze Industriezweige auf den Kopf stellen könnte: eine massive, 1.300 km lange Jadeit-Lagerstätte.

Es geht hier nicht um ein paar funkelnde Steine. Es geht um eine Linie von echtem, massivem schwarzen Nephrit, die sich fast so anfühlt, als hätte die Natur hier einen geheimen Schatz versteckt. Und viele übersehen, dass dieser Fund die Art, wie wir über Wertstoffe denken, fundamental ändern wird.

Der Felsbrocken, der wie Lack glänzt

Vergessen Sie die blassgrünen, durch Flüsse abgeriebenen Steine, die Sie vielleicht aus dem Urlaub kennen. Was die Forscher um Dr. Ting Fang von der Chinesischen Universität für Geowissenschaften fanden, ist anders. Es ist der Margou-Fund: riesige, feste Blöcke aus tiefschwarzem Nephrit, eingebettet im Muttergestein. Kein Kiesbett, sondern massive Adern, die aussehen, als wären sie mit tiefschwarzem Lack überzogen.

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Manche Stücke glänzen sogar leicht metallisch. Das liegt an winzigen Einschlüssen, die das Licht einfangen. Stellen Sie sich vor, Sie hätten in der Schublade etwas Fundamentales übersehen, das die ganze Zeit da war.

Was macht diesen schwarzen Stein so besonders?

Der Hauptgrund liegt in seiner Chemie. Die Ader dieses Rohmaterials ist zwischen 0,9 und 4 Meter dick und zieht sich über 24 Meter in die Tiefe. Die Farbe kommt von einem hohen Eisengehalt (bis zu 6,29% FeO).

Ich habe mir die Analysedaten angesehen. Was auffällt: Im Gegensatz zu vielen anderen Lagerstätten hat dieser Jadeit sehr geringe Mengen an Chrom und Nickel, aber eine seltene Europium-Anomalie. Das ist quasi der chemische Fingerabdruck des Steins.

  • Geologisches Alter: Die Entstehung lief unter extrem langsamem, konstantem Druck im Kontakt mit heißen Magmaflüssigkeiten ab.
  • Härte und Zähigkeit: Mit einer Härte von fast 6 auf der Mohs-Skala ist er hart, aber die mikroskopisch enge Struktur macht ihn extrem zäh – ideal für feine Schnitzereien.
  • Abgrenzung: Anders als gewöhnlicher Serpentinit-Jade wird dieser als „Skarn-Typ“ klassifiziert. Ein wichtiger Unterschied für Experten, der den Wert bestimmt.

Nicht nur Schmuck: Die Archäologie profitiert

Für uns im Westen mag das nach exotischer Edelsteinkunde klingen. Aber für Archäologen ist das ein **Gamechanger**. Dieser Fund beweist, dass die alten Jade-Gürtel, die sich über Tausende Kilometer von West Kunlun bis zum Tarim-Becken erstrecken, tatsächlich aus einem einzigen, zusammenhängenden Ursprung stammen.

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Viele antike Artefakte, die wir bisher verschiedenen Quellen zugeordnet haben, könnten denselben Ursprung haben. Wenn Sie in Ihrem lokalen Antiquitätenladen mal wieder eine schwere, tiefschwarze Figur sehen – halten Sie inne. Vielleicht stammt sie aus dieser Quelle.

Ein praktischer Tipp für Sammler (oder DIY-Bastler)

Viele übersehen, dass die *Dauerhaftigkeit* dieses Steins durch die sukzessive Ablagerung von neuem Material entsteht. Wenn Sie selbst mit Steinen arbeiten oder Edelsteine sammeln, achten Sie auf diese Schichtstruktur. Sie ist ein Zeichen für echte, langsame Entstehung.

Der nicht offensichtliche Wert: Weil die innere Struktur so stabil ist, hält dieser Margou-Jadeit extrem gut unter Druck. Für moderne Anwendungen, zum Beispiel in hochbelastbaren Keramikkomponenten, wäre dieser Stein theoretisch besser geeignet als viele synthetische Materialien. Auch wenn niemand ihn dafür nutzen wird, zeigt es die Perfektion der Natur!

Egal ob für den Siegelring oder die riesige Buddha-Statue – diese Entdeckung erweitert unsere Vorstellung von Rohstoffvorkommen dramatisch. Was denken Sie: Wird diese neue, massive Quelle den Preis für traditionellen grünen Jade beeinflussen?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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