Hand aufs Herz: Wie sicher sind Sie sich eigentlich, wer Ihr Urahn war? Die Geschichten, die wir in der Schule über den Aufstieg des Homo sapiens gelernt haben, sind vielleicht komplett falsch. Ein sensationeller Fund aus Marokko stellt die gesamte menschliche Evolutionsgeschichte auf den Kopf – und er betrifft uns alle.
Wir dachten immer, wir wüssten, wann und wo sich unsere Linie von der der Neandertaler trennte. Doch diese neuen, 770.000 Jahre alten Überreste erzählen eine andere Geschichte. Jetzt müssen selbst erfahrene Paläontologen ihr Lehrbuch umschreiben.
Das Schock-Datum: Unsere Trennung passierte viel früher
Wissenschaftler hatten lange eine Spanne für den letzten gemeinsamen Vorfahren von uns und den Neandertalern angenommen: grob zwischen 750.000 und 550.000 Jahren. Das klang plausibel, oder?

Jetzt kommen die Fakten aus einem marokkanischen Steinbruch, die diese Annahme pulverisieren. Die zerbrochenen Kiefer und Zähne, die Forscher um Jean-Jacques Hublin dort fanden, sind satte 773.000 Jahre alt und markieren eine evolutionäre Kreuzung.
Nordafrika: Der vergessene Hotspot der Menschheit
Viele dachten, die Wiege des modernen Menschen stehe eher im Osten Afrikas oder gar in Eurasien, besonders wenn man den Homo antecessor aus Spanien betrachtet. Doch die neuen Funde deuten stark darauf hin, dass Nordwest-Afrika die Hauptrolle in unserem Stammbaum spielt.
- Die neuen Fossilien sind fast genauso alt wie der europäische Homo antecessor.
- Trotzdem zeigen die Zahnmerkmale große Ähnlichkeit mit Nachfahren des Homo erectus aus der Region.
- Das bedeutet: Die Linie des Homo sapiens spaltete sich früher ab, als wir dachten.
Die Gibraltar-Brücke: Ein steinzeitliches Nadelöhr
Was ist das Faszinierende an diesen Knochen? Sie liegen genau an der Schnittstelle, an der sich die Wege trennten. Manche Forscher vermuteten lange Zeit, der Homo antecessor sei der gemeinsame Urvater gewesen, was eine eurasische Herkunft nahelegte.
Hublin und sein Team sehen das anders. Sie sehen Hinweise auf eine Art „Kreuzfahrt“ über die Straße von Gibraltar. Erinnern Sie sich, wie oft wir uns vornehmen, im Urlaub die komplizierten Genealogie-Bäume zu studieren, aber dann doch nur am Strand liegen? Genau so ähnlich war es damals, nur mit Knochen und Wasser.

Wussten Sie, dass der Meeresspiegel damals viel niedriger war? Die Straße von Gibraltar war eher eine schmale Meerenge mit Inseln. Das hätte unsere Vorfahren und die der Neandertaler für zeitweilige Treffen und genetischen Austausch genutzt. Ein evolutionärer Ping-Pong-Effekt!
Was bedeutet das für Sie und Ihren Stammbaum?
Vergessen Sie die starren Chronologien. Die Evolution war nie eine gerade Linie, sondern eher ein dichtes Gebüsch. Diese marokkanischen Funde sind quasi der Beweis, dass unsere Wurzeln tiefer und komplexer in Afrika verankert sind, als wir dachten. Das bestätigt die vorherrschende Theorie, dass Afrika der einzige Startpunkt war, aber die Zeitpunkte verschiebt sich drastisch.
Wenn Sie das nächste Mal überlegen, welche komplizierten Erbschaftsverträge Sie mit der Familie schließen sollen – denken Sie daran: Ihre früheste Verwandtschaft war chaotischer als jede Berliner Feiertagsplanung.
Was denken Sie: Ist es nicht verrückt, wie ein paar alte Knochen die Geschichte unserer eigenen Herkunft komplett neu schreiben können? Teilen Sie uns Ihre Gedanken in den Kommentaren mit!









