Dieser Felsbrocken rotiert schneller als Ihr Handy-Akku leer ist – und er sollte eigentlich zerbersten!

Was, wenn ich Ihnen sage, dass wir gerade ein kosmisches Objekt entdeckt haben, das gegen die fundamentalen Gesetze der Physik zu tanzen scheint? Vergessen Sie langsame, gemächliche Himmelskörper. Astronomen haben einen Asteroiden gefunden, der sich so rasant um die eigene Achse dreht, dass er nach gängiger Lehrmeinung längst in tausend Stücke zerfallen müsste. Ein echtes Mysterium, das uns zeigt, wie wenig wir wirklich über die Bauweise unseres Sonnensystems wissen.

Dieser Fund ist kein triviales Update in einer Datenbank. Es ist ein direkter Angriff auf unser Verständnis von Asteroiden-Struktur. Wenn Sie denken, schnelle Rotation sei nur ein nettes astronomisches Detail, dann irren Sie sich gewaltig. Diese Geschwindigkeit gibt uns Aufschluss über Materialdichte und Kollisionsgeschichte – und das hier ist brandneu. Lesen Sie weiter, bevor die Wissenschaftler ihn neu klassifiziert haben!

Rekordverdächtig: 710 Meter purer Wahnsinn

Der Neuling trägt den etwas sperrigen Namen 2025 MN45. Doch seine Dimensionen sind alles andere als sperrig. Wir reden hier von einem Brocken von geschätzten 710 Metern Durchmesser. Das ist fast sieben Fußballfelder in einer Reihe, die sich in lächerlichen 113 Sekunden einmal komplett um sich selbst dreht (oder 1,88 Minuten).

Vergleich, der wehtut: Schneller als das Riesenrad

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Riesenrad im Englischen Garten in München. Es wäre schon schnell, wenn es sich in weniger als einer halben Stunde einmal drehen würde. Asteroid 2025 MN45 schafft das in weniger Zeit, als Sie brauchen, um eine schnelle deutsche Pendler-Tasse Kaffee zu trinken.

  • Frühere Rekordhalter: Konnten sich im Vergleich dazu gemütlich eine halbe Stunde drehen.
  • Die Gefahr: Objekte mit dieser Größe bestehen meist aus losem Geröll. Eine solche Rotation würde sie auseinanderreißen.
  • Die Konstante: Meteoritenjäger in Deutschland oder Österreich kennen das: Kleinere Felsbrocken sind oft stabiler. Aber 710 Meter? Das ist eine andere Liga.

Warum ist dieser Felsbrocken nicht einfach zerbrochen? Die Geheimwaffe

Die simple Erklärung der Forscher deutet auf eine spektakuläre Vergangenheit hin. Würde dieser Asteroid aus lockerem Schutt bestehen, wie viele andere, die wir kennen, hätte die Zentrifugalkraft ihn schon lange pulverisiert. Es muss also ein einziger, monolithischer Kern sein.

Dieser Felsbrocken rotiert schneller als Ihr Handy-Akku leer ist – und er sollte eigentlich zerbersten! - image 1

Die Theorie der kosmischen Schmelze

Die Astrophysikerin Sarah Greenstreet von der University of Washington vermutet, dass wir hier möglicherweise einen Überrest sehen, der extremen Temperaturen ausgesetzt war. Denken Sie an einen Meteoriten, der so heiß wurde, dass er regelrecht verschmolz. Nach dieser „kosmischen Schweißarbeit“ im Frühstadium unseres Sonnensystems ist er zu einem extrem dichten Stück Gestein erstarrt.

Man könnte sagen: Er wurde durch eine Feuerprobe so massiv verdichtet, dass er nun die Regeln der Rotation für sich neu schreibt.

Woher kommt die unfassbare Geschwindigkeit? Die Kollision als Ursache

Rotationsgeschwindigkeiten entstehen selten von allein. Meistens ist es ein gewaltiger, seitlicher Stoß – eine gewaltige Kollision. Stellten Sie sich vor, Sie stoßen einen Kreisel an. Je härter der Stoß, desto länger dreht er sich.

Was faszinierend ist: Die Rubin-Teleskop-Crew in Chile hat in den letzten Jahren mehr als ein Dutzend Asteroiden gefunden, die schneller rotieren als gedacht. Aber dieser neue Kandidat bricht alle bisherigen Messlatten für Objekte seiner Größe.

Ein Blick durch das Hightech-Auge in Chile

Dass wir das überhaupt sehen, verdanken wir dem Vera C. Rubin Observatorium in Chili. Auf über 2.700 Metern Höhe, mitten in der trockenen Wüstenluft, kämpft diese gigantische Linse seit Jahren quasi täglich gegen die Dunkelheit.

Dieser Felsbrocken rotiert schneller als Ihr Handy-Akku leer ist – und er sollte eigentlich zerbersten! - image 2

Der Trick des Teleskops? Es macht seit zehn Jahren immer wieder dieselben Aufnahmen des Himmels. Es sucht nicht nach dem, was da ist, sondern nach dem, was sich bewegt – oder eben, wie schnell es sich dreht. Ein perfektes Beispiel dafür, wie Geduld und Präzision im Alltag wissenschaftliche Durchbrüche ermöglichen.

Ihr praktischer Nutzen: Was bedeutet diese Rotation für Sie?

Auch wenn Sie gerade nicht vor einem Teleskop stehen, ist diese Beobachtung wichtig. Rotationsgeschwindigkeiten sind die einzige nicht-invasive Methode, um etwas über die wahre innere Stärke eines Asteroiden herauszufinden. Es hilft der NASA und ESA, Risikobewertungen zu treffen.

Apropos Bewertung: Wenn Sie das nächste Mal Ihr Auto waschen und sich fragen, ob der Lack hält – stellen Sie sich den Asteroiden vor. Je dichter und homogener die Struktur, desto besser hält er den physikalischen Belastungen stand. Im All ist es ähnlich. Dichte Gesteinsbrocken sind widerstandsfähiger gegen langsame Zerfallsprozesse. Das hilft, die Umlaufbahnen besser zu modellieren und zu verhindern, dass so ein massiver Brocken eines Tages unerwartet in unsere Nähe kommt.

Was kommt als Nächstes aus der Dunkelheit?

Diese Entdeckung zwingt uns, unsere Modelle anzupassen. Wenn ein 710-Meter-Felsbrocken eine solche Stabilität aufweisen kann, was bedeutet das für die Formation von Planetesimalen vor Milliarden von Jahren? Die Wissenschaft steht erst am Anfang, dieses extrem schnelle Objekt zu verstehen.

Was glauben Sie, welche andere „unmögliche“ Naturgesetze wir im All noch übersehen haben, weil die Objekte einfach zu schnell für unsere ersten Beobachtungen waren? Teilen Sie Ihre Gedanken!

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

Artikel: 1083

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert