Erinnern Sie sich an das, was Sie in der Schule über unsere steinzeitlichen Cousins gelernt haben? Wahrscheinlich etwas über primitive Höhlenbewohner, die nur Jagd kannten. Tja, schnallen Sie sich besser fest, denn ein neuer Fund stellt dieses Bild komplett auf den Kopf – und es hat mit den Tiefen des Meeres zu tun.
Wissenschaftler haben im Gehörgang von Neandertaler-Überresten Beweise gefunden, die darauf hindeuten, dass diese vermeintlich einfachen Menschen viel komplexer waren, als wir dachten. Es geht um das Meer, und zwar um eine Fähigkeit, die wir ihnen lange nicht zugeschrieben haben: **Gelegentliches Tauchen.**
Die Ohrstöpsel der Steinzeit: Was der Fund wirklich bedeutet
Der entscheidende Hinweis kam nicht aus einem Werkzeug, sondern aus den Ohren eines Neandertalers. Forscher analysierten die Knochenstrukturen im Mittelohr – und hier kommt der Clou:

Warum das Ohr so wichtig ist
Bestimmte Anpassungen im Ohr sind charakteristisch für Säugetiere, die regelmäßig Wasseraktivitäten ausführen, insbesondere Tauchen. Es geht um die Anpassung an den Druckwechsel. Wenn Sie zum Beispiel im Urlaub am Badesee hier in der Region **tiefer als ein paar Meter** tauchen, spüren Sie das.
- Der Knochen im Ohrbauch (Tympanikum) zeigte Muster, die auf wiederholte Druckschwankungen hinweisen.
- Diese Muster findet man normalerweise nur bei modernen Menschen oder bei Meeressäugern.
- Bei den klassischen, angenommenen Jagdgewohnheiten der Neandertaler wäre diese Anpassung völlig unnötig gewesen.
Das ist ein echter Knaller: Es impliziert, dass sie Unterwasseraktivitäten nicht nur zum Überqueren von Flüssen nutzten, sondern gezielt in die Tiefe gingen.
Die Muscheljagd: Der neue Job des Neandertalers
Aber warum sollte ein Neandertaler das Risiko eingehen, sich unter Wasser zu begeben? Die Antwort liegt in der Beute: Muscheln.

Neue Analysen zeigen, dass Obsidian und andere harte Materialien, die zur Werkzeugherstellung verwendet wurden, nicht immer leicht an Land zu finden waren. Die Forschung legt nahe, dass Neandertaler gezielt Muschelbänke aufsuchten – eventuell sogar an der Küste –, um diese Schalen für Klingen und Kratzer zu bergen. Das ist nicht einfach „Abfall auflesen“, das ist **gezielte Ressourcengewinnung tief im Wasser!**
Wie das unsere Geschichtsbücher verbiegt
Wir stellten uns Neandertaler immer als Landbewohner vor, die sich strikt an Mammut und Ackerland hielten. Die Überreste aus der Höhle zeigen nun: Sie waren anpassungsfähiger und nutzten maritime Ressourcen viel früher und systematischer, als bisher angenommen. Sie waren keine reinen Opportunisten, sondern **vorausschauende Sammler in maritimen Umgebungen.**
Ob das bedeutet, dass sie bessere Schwimmer waren als wir heute? Oder hatten sie einfache Techniken, um auf dem Grund zu graben? Bisher wissen wir nur, dass dieser „Ohren-Beweis“ das Bild unserer evolutionären Cousins dramatisch verschiebt. Stellen Sie sich vor, Sie verbringen Ihren Urlaub am Bodensee und entdecken, dass die ersten Menschen hier schon vor 50.000 Jahren tief getaucht sind, um ihr Handwerkszeug zu sichern!
Was denken Sie: Welche andere Fähigkeit der Neandertaler steckt noch verborgen, die wir völlig falsch einschätzen?









