Warum Top-Handballer heimlich mehr verdienen als du – und es trotzdem armselig im Vergleich ist

Die Handball-EM läuft und die deutsche Mannschaft liefert ab. Während wir jubeln, fragen wir uns unweigerlich: Wie viel Kohle steckt eigentlich hinter diesen sportlichen Heldentaten? Viele von uns gehen davon aus, dass Profisportler – selbst im «Underdog»-Handball – ein Vermögen verdienen. Doch die Realität, die ich beim Blick auf die Gehälter der Nationalspieler gesehen habe, ist ein Schock.

Vergiss für einen Moment die Millionen aus dem Fußball. Wir sprechen hier von Gehältern, die auf den ersten Blick fantastisch klingen, aber bei genauerer Betrachtung zeigen, wie mickrig die finanzielle Realität im deutschen Handball noch immer ist. Ich zeige dir, wer an der Spitze steht und warum selbst der Top-Verdiener neidisch auf einen mittelständischen Angestellten schauen könnte.

Der wahre Top-Verdiener: 600.000 Euro – klingt nach viel, ist aber ein Witz

Die Zahlen lüften ein überraschendes Geheimnis: Torhüter Andreas Wolff führt das Gehaltsranking an. Laut aktueller Berichterstattung streicht er rund 600.000 Euro pro Jahr ein. Das entspricht knapp 50.000 Euro brutto im Monat, wenn wir von einem 12-Monats-Gehalt ausgehen.

Für einen Normalverdiener in Deutschland klingt das astronomisch (das Durchschnittsgehalt liegt bei etwa 49.000 Euro *im Jahr* – Wolff verdient das Zwölffache!). Aber hier kommt der Knackpunkt, den die meisten gar nicht auf dem Schirm haben:

  • Der Kapitän zieht nach: Johannes Golla, Kapitän der Truppe, kassiert aktuell etwa 576.000 Euro. Bald wird er Wolff aber überholen.
  • Der Vorsprung schrumpft: Golla wechselt zur Saison 2026/27 zur MT Melsungen und soll dann satte 60.000 Euro monatlich verdienen. Damit wird er finanziell davonziehen.
  • Kein Vergleich zum Fußball: Während Ronaldo täglich mehr verdient, als die meisten von uns im Jahr, bewegen sich die Handball-Stars in einer ganz anderen Umlaufbahn.

Warum das Gehalt von Wolff ein Fass ohne Boden ist

Wir müssen sehen, was in diesen Zahlen alles fehlt! Die genannten Gehälter sind **Bruttozahlen**. Nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben bleibt bei einem Top-Gehalt weit weniger übrig, als man denkt. Und das ohne die riesigen Werbeeinnahmen, die man von Fußballstars gewohnt ist.

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Ich habe den Eindruck: Diese Top-Gehälter sind ein Luxusproblem, das durch die enormen Erfolge und die Knappheit von Top-Talenten in der Bundesliga entsteht. Dennoch: Wer eine ganze EM spielt, sollte im Hinterkopf wissen, dass er vielleicht das Doppelte verdienen müsste, um mit den Sportstars anderer Ligen mitzuhalten.

Die Gehalts-Turbulenz im Team: Vom Millionär zum Auszubildenden

Interessant wird es, wenn man die Spitze mit dem Rest des Kaders vergleicht. Hier klafft eine Schere, die fast schon wehtut. Während die Top-Spieler ums Sechsfache des Durchschnittsgehalts kämpfen, sieht es für die jungen Talente düster aus.

Schau dir diese Auflistung an – sie ist der ehrlichste Blick hinter die Kulissen der Nationalmannschaft:

  • Youngstar Knorr: Der junge Juri Knorr (Aalborg Håndbold) liegt bei etwa 36.000 Euro monatlich. Ein starkes Gehalt für einen 25-Jährigen.
  • Die Basis: Spielerwie Mathis Häseler (VfL Gummersbach) starten mit nur 10.000 Euro monatlich. Das ist zwar immer noch mehr als der durchschnittliche deutsche Handwerker verdient, aber für einen Nationalspieler auf internationalem Niveau? Das ist sportlich gesehen fast schon Selbstausbeutung.
  • Der Bundestrainer: Selbst Alfred Gíslason (65) liegt „nur“ bei 20.000 Euro monatlich. Für einen Trainer dieses Kalibers ist das überraschend konservativ.

Der stille Segen des Sponsors

Viele Spieler stopfen die Lücken durch individuelle Sponsorendeals, oft mit ihren Ausrüstern. Torhüter Wolff hat beispielsweise einen festen Vertrag mit Kempa. Diese Zusatzeinnahmen sind aber hochgradig individuell und nicht planbar.

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Das ist der entscheidende Unterschied: Während im Fußball Sponsoren wie Nike oder Adidas Millionen an Spieler wie Neuer zahlen, sind die Deals im Handball oft kleiner und weniger lukrativ. Diese Zusatzeinnahmen sind der einzige Puffer, der die Spieler vor der finanziellen Mittelmäßigkeit schützt.

Dein praktischer Mehrwert: Was du aus diesem Sport-Gehalt ziehen kannst

Hier ist der Aha-Moment für deinen Alltag: Die Einhaltung von Konsistenz zahlt sich aus – auch wenn es langsam geht. Genau wie Golla, der sich durch Vertragsverhandlungen über die Jahre hocharbeitet, musst du langfristig planen. Wer heute bei 10.000 Euro monatlich startet, muss den nächsten Vertrag mit Bedacht verhandeln, um nicht im Gehalts-Mittelfeld stecken zu bleiben.

Mein Rat: Schau dir die Top-Verdiener an, aber fokussiere dich auf ihre Vertragshistorie. Elias Späth wechselt beispielsweise für 32.000 Euro zu den Rhein-Neckar Löwen. Er hat verstanden, dass der nächste Schritt wichtig ist, um die finanzielle Skyline zu verändern.

Am Ende sehen wir: Wer im deutschen Handball Weltklasse ist, wird solide bezahlt, aber eben nicht „reich“ im Sinne der heutigen Sport-Ökonomie. Sie sind die Top-Angestellten eines Nischensports.

Was denkst du? Sollten die Gehälter im Handball näher an die Fußball-Millionen heranrücken, oder ist diese „Bodennähe“ dem Reiz des Sports sogar zuträglich?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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