Warum dein bequemer Job dich gerade 18 Monate Freiheit kostet

Du sitzt an deinem Schreibtisch, nippen an deinem lauwarmen Kaffee und starrst auf die nächste Excel-Tabelle. Fühlt sich das gerade nach dem Höhepunkt des Lebens an? Wenn ja, dann solltest du jetzt weiterlesen. Denn wir haben den ultimativen Ausbruch gewagt – und dabei etwas entdeckt, das viele vermeintlich erfolgreiche Angestellte übersehen: Der größte Reichtum ist nicht das Gehalt, sondern die Zeit.

Wir tauschten zwei sichere Jobs gegen Fahrräder und eine 38.600 Kilometer lange Route. Was wir auf dem Weg fanden, war nicht nur ein gemeinsames Abenteuer, sondern eine Lektion, die dich dein eigenes Leben hinterfragen lässt. Vergiss die üblichen Spar-Tipps. Hier kommt die Wahrheit über den Neustart auf zwei Rädern.

Der Moment, in dem die Kündigung unvermeidlich wurde

Es begann wie bei dir: Mittagspause, Sandwich, Kollege. Bei mir war es Stew. Irgendwann tauschten wir nicht nur Butterbrote, sondern auch Träume aus. Er wollte den härtesten Pass in Wales fahren. Ich wollte das auch. Zwei Mittagspausen später war klar: Wir waren füreinander bestimmt – und für das nächste große Verrückte.

Der Vorschlag klang nach Wahnsinn, aber fühlte sich richtig an: Stew kündigte zuerst. Sein Plan? 18 Monate lang arbeitslos die Welt umradeln. Sein Erspartes reichte dafür. Nach nur einem Monat Beziehung fragte er mich: „Kommst du mit?“

Die Planung: Weniger ist oft mehr

Viele denken, so ein Trip braucht jahrelange Planung. Falsch. Wir sparten aggressiv, aber ließen uns einen monatlichen Restaurantbesuch als mentale Stütze. Der Rest war Effizienz.

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  • Fahrräder: Wir setzten auf leuchtend gelbe Stahlrahmen-Trekkingräder – stabil genug, um das Gewicht von 18 Monaten Leben zu tragen.
  • Unterkunft: Zelt, günstige Hostels oder Airbnbs. Luxus war nicht das Ziel, die Erfahrung schon.
  • Der finanzielle Haken: Ich musste „nur“ die Flüge sparen. Weniger Verpflichtungen bedeuten weniger finanzielle Hürden, als du denkst.

Der Weg ist die Überraschung: Wenn die Welt dich testet

Der Start war surreal. Wir winkten unseren Familien in Großbritannien zu und wackelten voll beladen die Einfahrt hinunter. Dieses Gefühl der grenzenlosen Freiheit? Unbezahlbar. Wir hatten alles dabei, was wir brauchten, verstaut in sechs gelben Packtaschen. Das Gepäck für 18 Monate wog weniger als die Hälfte meiner alten Bürogarderobe.

Zwischen grünen Bergen und karger Wüste

Als Journalisten sind wir es gewohnt, Fakten zu ordnen. Aber die Realität auf der Straße widersetzt sich jeder logischen Struktur. Unser erster Schock: Georgien war sattgrün. Aserbaidschan danach? Eine flache, endlose Wüste. Das ist die erste wichtige Lektion, die dir kein Seminar beibringt: Plane breit, aber erwarte Kontraste.

In Australien erlebte ich das Gleiche auf der Nullarbor-Ebene. Tankstellen stehen da manchmal 160 Kilometer auseinander. Du lernst, dass Wasser und Pannenkit wichtiger sind als jeder Meeting-Zettel.

Die spontane Hochzeit, die alles veränderte

Es war in Neuseeland, zwischen grünen Bergen und dem Meer, als wir über Hochzeiten sprachen. Wir waren uns einig: Keine Reden, kein Eröffnungstanz, keine erwarteten Gästelisten. Wir wollten nur uns.

Wir fanden Sean, einen irischen Standesbeamten, der mit seiner Frau Vee und seinem Freund Chris als Trauzeugen fungieren würde – für zwei Flaschen guten Wein. Klingt nach einem Deal, oder? Wir mussten uns nur noch entscheiden: Heiraten oder nicht.

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Stew machte mir einen Antrag – mit einem provisorischen Ring in Queenstown. Natürlich sagte ich Ja.

Als der Erdrutsch fast die Trauung ruinierte

Der Weg von Queenstown nach Christchurch hielt uns auf Trab. Am Haast Pass blockierte ein Erdrutsch die Straße. Plötzlich drohten wir, unseren eigenen Termin zu verpassen. Hier kam der geniale Teil der Spontaneität: Wir mussten niemandem Rechenschaft ablegen.

Ich rief Sean an, verschob den Termin. Der Erdrutsch räumte sich, wie bestellt, und wir fuhren weiter.

Perfektion in der Einfachheit

Wir heirateten im „Sign of the Bellbird“ in den Port Hills. Keine Menschenmassen, kein Druck. Nur Vogelgezwitscher und Sonnenschein auf einem stillen Hügel. Unsere Gelübde waren persönlich, die Umgebung atemberaubend. Mehr brauchten wir nicht.

Diese Hochzeit war das logische Ende einer Reise, die mit der Kündigung begann. Wir nutzten die nächsten acht Monate, um uns über Südamerika nach Hause zu radeln. Wir haben den Job gekündigt, und das Leben hat uns das schönste Geschenk gemacht: Wir mussten nur uns selbst gefallen.

Was ist dein „Gospel Pass“ – jener kleine, verrückte Schritt, den du seit Monaten aufschiebst? Lass uns wissen, welche Verpflichtung dich gerade am meisten festhält!

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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