Dieser winzige Sonnen-Effekt enthüllt, was Weltraumforscher jahrelang ignorierten

Sie haben das Gefühl, dass das Universum Ihnen Dinge vorenthält? Das ist keine Einbildung. Forschern ist es gerade gelungen, etwas so Subtiles nachzuweisen, das unser gesamtes Verständnis über die Sonne auf den Kopf stellen könnte. Wir reden hier nicht über Sonneneruptionen oder das Wetter im All, sondern über etwas, das buchstäblich *in* allem um uns herum passiert.

Warum sollten Sie das jetzt wissen? Weil diese Entdeckung, die im Verborgenen schlummerte, beweist, wie unglaublich empfindlich unsere Messgeräte geworden sind. Wenn Sie dachten, Sie wüssten, wie unser Stern funktioniert – denken Sie noch einmal nach. Und ja, das hat auch etwas mit der mysteriösen Dunklen Materie zu tun, die uns alle umgibt.

Das unsichtbare Beben im Atomkern: Was Astronomen wirklich sahen

Lange Zeit haben Wissenschaftler vergeblich versucht, die Dunkle Materie direkt nachzuweisen. Sie bauten riesige, teure Detektoren, oft tief unter der Erde, um kosmische Störungen zu vermeiden. Doch der große Durchbruch kam auf eine fast schon ironische Weise: durch das Beobachten unseres eigenen Sterns.

Die LUX-ZEPLIN (LZ) Kollaboration, an der auch Forscher aus Portugal beteiligt sind, hat etwas Unglaubliches geschafft. Sie haben nicht nur die Suche nach leichten Kandidaten der Dunklen Materie verschärft, sondern dabei ein Signal empfangen, das niemand erwartet hatte.

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Die verstörende Wahrheit über Neutrinos

Stellen Sie sich vor, Billionen von Neutrinos – diese fast masselosen Teilchen aus der Sonne – schießen permanent durch Sie hindurch. Normalerweise bemerken wir davon nichts. Sie interagieren so schwach mit normaler Materie, dass sie einfach durch Wände, den Boden und sogar durch Sie hindurchfliegen, wie Geister.

Aber jetzt haben die Forscher zum ersten Mal eine dieser Wechselwirkungen direkt nachgewiesen: das kohärente elastische Neutrino-Kernstreuung (CEvNS). Klingt kompliziert? Denken Sie an einen Billardball, der einen anderen Ball stößt – aber dieser Stoß ist so schwach, dass man ihn normalerweise übersieht.

Was viele übersehen: Diese Detektion ist der erste „Beweis“ für das Signal von extraterrestrischen Neutrinos in dieser Form. Es ist, als würde man das erste Mal einen winzigen Tropfen Regen auffangen, der seit Milliarden von Jahren auf die Erde fällt.

Der Super-Detektor, der alles ändert

Die FCTUC-Forscher, die an diesem Projekt beteiligt sind, haben hier etwas geschaffen, das an die Empfindlichkeit eines modernen Smartphones erinnert, das jetzt plötzlich Dinge sieht, die ältere Modelle nicht erfassen konnten. Der LZ-Detektor lieferte Daten aus 417 Tagen Betrieb.

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Hier die harten Fakten, die zeigen, wie präzise die Messung war:

  • Der Nachweis erfolgte mit einer statistischen Signifikanz von 4,5 Sigma – das ist besser als die üblichen 3 Sigma, die man braucht, um von einer „Evidenz“ zu sprechen.
  • Die Empfindlichkeit des Detektors bei der Suche nach WIMPs (eine Theorie der Dunklen Materie) ist nun die strengste, die es gibt, besonders bei Massen unter 9 GeV/c².
  • Das Signal des CEvNS war unglaublich subtil: Es ging um „nur wenige Photonen und Elektronen pro Interaktion“.

Das ist der Clou: Weil die Forscher diese Neutrino-Wechselwirkung so exakt messen konnten, lernen sie nun viel mehr darüber, wie Dunkle Materie überhaupt mit unserer normalen Materie interagieren könnte. Es ist ein indirekter, aber extrem wertvoller Einblick in das Unbekannte.

Ihr Ausblick: Was kommt nach diesem kosmischen Niesen?

Die Detektoren laufen weiter bis 2028. Die Wissenschaftler wollen tausend Tage an Daten sammeln, um noch kleinere Dunkle-Materie-Kandidaten aufzuspüren. Das ist fast so, als würde man in Deutschland einen bestimmten Kieselstein in einem Milliarden-Kubikmeter-Sandhaufen suchen – und jetzt weiß man genau, wo man anfangen muss zu graben.

Wir dachten, wir wüssten alles über die Sonne und ihre Teilchen. Aber dieser winzige, fast nicht messbare Stoß im Atomkern zeigt, dass wir gerade erst an der Oberfläche kratzen. Was denken Sie, welche fundamentalen Gesetze des Universums werden wir durch diese verbesserten Messungen in den nächsten Jahren noch kippen?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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