Wann kam die Aurora diesen Winter nach Olsztyn?

Die meisten denken, die Polarlichter (Aurora Borealis) sind ein Spektakel, das nur in Lappland stattfindet. Falsch gedacht! In der letzten Nacht hat sich der Himmel über der Woiwodschaft Ermland-Masuren (Warmia i Mazury) in ein grün-violettes Meer verwandelt. Viele haben es nur durch die Linse ihrer Handykameras gesehen, aber Hunderte waren live dabei. Wissen Sie, warum das gerade jetzt passiert und wie oft man dieses Glück hat? Lesen Sie weiter, denn morgen kann es schon wieder vorbei sein.

Der Sonnensturm, der unseren Himmel traf

Diese grünen Schleier sind kein Zufall. Es ist ein kosmisches Feuerwerk, das eine unglaubliche Energie benötigt. Viele übersehen den einfachen physikalischen Mechanismus dahinter, der eigentlich wie ein riesiges Sicherheitsnetz funktioniert.

Was muss passieren, damit wir Grüne Schleier sehen?

Damit diese tanzenden Lichter hier über Olsztyn oder Pieniężno erscheinen, muss die Sonne extrem aktiv sein. Wir reden hier nicht von einem kleinen Sonnenfleck, sondern von einem regelrechten Ausbruch von geladenen Teilchen, die mit rasender Geschwindigkeit durch den Weltraum fliegen. Robert Szaj, Präsident der Nicolaus Copernicus Stiftung, erklärt es so:

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  • Der Auslöser: Ein massiver Ausstoß hochenergetischer Partikel von der Sonne.
  • Die Reise: Diese Teilchen jagen blitzschnell Richtung Erde.
  • Die Show: Trifft dies auf unser Magnetfeld (die Magnetosphäre), werden die Teilchen abgelenkt und reiben quasi an unserer oberen Atmosphäre – das erzeugt dieses Licht.

Die Farben, die Energie verraten

Das Spektakel ist nicht nur grün. Die spezifischen Farben, die wir sehen, verraten uns exakt, mit welchen Gasen die Sonnenpartikel kollidieren. Viele denken, das sehe immer gleich aus, aber das stimmt nicht.

Warum Rot, Grün und Violett?

Es liegt an Sauerstoff- und Stickstoffatomen in verschiedenen Höhen. Es ist quasi die Signatur der Atmosphärenschichten, die gerade „beleuchtet“ werden.

  • Grün: Klassiker, meist Sauerstoff auf geringerer Höhe. Sehr gut sichtbar.
  • Rot: Kommt von Sauerstoff in sehr großer Höhe – oft ein Zeichen für besonders starke Stürme.
  • Violett/Blau: Selten, deutet auf Stickstoffinteraktion hin.

Der Aha-Moment: Wir hatten Glück. Es gab einen direkten, intensiven Auswurf, der genau auf die Erde gerichtet war. Wäre er nur wenige Grad verschoben, hätten wir hier in Masuren nichts gesehen.

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Ihr persönlicher Tipp: So halten Sie das nächste Ereignis fest

Wenn Sie beim letzten Mal nur verschwommene Aufnahmen hatten, machen Sie es diesmal besser! Die besten Fotos kamen von unseren Hörern aus Gronit und Gietrzwałd, und die Technik dahinter ist simpel, wird aber oft vergessen.

Der Lifehack für Aurora-Jäger: Nutzen Sie den manuellen Modus Ihrer Kamera (oder des Smartphones, falls vorhanden). Ignorieren Sie den Autofokus. Stellen Sie die Belichtungszeit auf mindestens 10 Sekunden ein und verwenden Sie ein festes Stativ oder lehnen Sie Ihr Handy gegen einen Baumstamm. Die Belichtung muss lang sein, damit das schwache Licht gesammelt wird. Vergessen Sie den Blitz!

Wir von der Redaktion sind immer noch beeindruckt, wie viele von Ihnen das Phänomen sogar ohne Kamera gesehen haben. Vielen Dank an alle, die uns ihre großartigen Aufnahmen geschickt haben!

Haben Sie die Polarlichter in Ermland-Masuren selbst gesehen und ein Foto gemacht? Oder glauben Sie, dass wir so ein Glück im nächsten Winter wieder haben werden?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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