Sie sind tausende Kilometer von Zuhause entfernt, führen ein scheinbar erfolgreiches Leben. Aber dann kommt der Moment: Der geliebte Mensch, der Sie großgezogen hat, steht am Gate. Die Erkenntnis, dass diese Trennung mit jedem Jahr, mit jeder neuen Lebensphase, komplizierter wird, trifft oft wie ein Schlag. Gerade erst habe ich meine Mutter nach drei Wochen Besuch in Wales verabschiedet. Und nach 15 Jahren Auslandserfahrung? Es fühlt sich immer noch an wie der erste Tag.
Vor fünfzehn Jahren traf ich beim Studieren einen Waliser, verliebte mich und zog Hals über Kopf nach Großbritannien. Mit 22 denkt man nicht über die Langzeitkonsequenzen einer transatlantischen Entscheidung nach. Man denkt, Liebe und Aufregung reichen. Aber das Leben im Ausland ist ein ständiger Balanceakt zwischen zwei Welten, und die Schwerkraft zieht oft zur Familie zurück.
Die Last der Ferne: Was Eltern wirklich fühlen, wenn Kinder gehen
Als ich damals ging, weinte meine Mutter bitterlich. Während ich Tränen des Aufbruchs vergoss, verstand sie sofort: Ihr Abschied war endgültig. Mein Aufbruch war nur eine neue Adresse. Diese Erkenntnis macht einen erwachsen – und schmerzhaft ehrlich.

In den ersten Jahren war der Kontakt mühsam. Skype war unser Fenster zur Welt. Heute ist es einfacher, das stimmt. Wir schreiben täglich über WhatsApp, telefonieren mehrmals die Woche. Aber digitale Nähe ist ein Ersatz, kein Substitut.
Der Moment, in dem digitale Nähe versagt
Ich merkte es besonders, als meine eigenen Kinder kamen. Ich brauchte meine Mutter nicht, um Windeln zu wechseln – ich bin unabhängig. Ich brauchte sie dort, wo die Müdigkeit am größten war, mitten in der postpartalen Dunkelheit.
Ich wollte einfach, dass sie neben mir sitzt. Das ist das, was Technologie nicht liefern kann: physische Präsenz in den Krisenmomenten.
- In Deutschland oder Österreich würde man spontan zum Kaffee vorbeifahren.
- In Wales bedeutet jede Reise eine logistische und finanzielle Kraftanstrengung.
- Fünf Zeitzonen Unterschied bedeuten, dass sie oft zur Unzeit wach sein muss, nur um kurz Hallo zu sagen.
Der Besuch: Drei Wochen Intensivleben auf Probe
Meine Mutter kam diesen Winter für drei Wochen aus North Carolina zu mir. Wir genossen jede Sekunde, obwohl wir uns anfangs durch unsere unterschiedlichen Alltagsrhythmen ein wenig „gegenseitig anstupsten“, wie man so schön sagt. Das ist normal, wenn zwei Leben, die sich auseinandergelebt haben, temporär wieder fusionieren sollen.

Der Abschied danach war brutal. Es ist, als würde man gegen eine unsichtbare Barriere aus unerfüllten Erwartungen rennen. Eine Wand voller Erinnerungen daran, wie hart es ist, Infrastruktur für eine einzige Tasse Tee über den Atlantik zu bauen.
Trotz des Gefühls der Leere, das bleibt, habe ich gelernt, das zu tun, was sie mir immer vorgelebt hat: **Dankbarkeit zählen.**
Was Auslandserfahrung wirklich formt
Niemand wählt es leicht, aber Entscheidungen formen uns. Weil ich gezwungen war, viele Dinge ohne sofortige mütterliche Unterstützung zu lernen – von Steuererklärungen bis hin zur Bewältigung von Kindheitskrankheiten – bin ich widerstandsfähig geworden. Eine starke Frau hat eine starke Frau großgezogen, die lernen musste, ihre eigenen Anker zu werfen.
Was ist Ihr persönlicher „Anker“, wenn Sie weit weg von Ihren Liebsten sind? Teilen Sie Ihre Strategien, wie Sie die emotionale Distanz überbrücken!









