Dieser unbekannte Forscher entdeckt Pflanzen auf Shivajis Festungen – und gibt einer neuen Spezies seinen Namen.

Haben Sie jemals daran gedacht, dass die alten, windgepeitschten Mauern der berühmten Shivaji-Festungen mehr verbergen als nur Geschichte? Viele von uns laufen achtlos an der Natur vorbei, selbst an den beeindruckendsten Orten. Genau das ist uns in Deutschland mit unseren Burgen oft auch egal. Doch für Dr. Akshay Jangam wurde die Erkundung dieser Höhen zu seiner Lebensaufgabe – und er fand dabei Dinge, die niemand bemerkt hatte.

In meiner Praxis als Journalist habe ich viele Geschichten von Entdeckern gehört, aber diese hier hat mich besonders gepackt. Was passiert, wenn man die Leidenschaft für Geschichte mit der Akribie eines Wissenschaftlers kombiniert? Sie erhalten einen Botaniker, der buchstäblich den Boden unter diesen Monumenten umgräbt, um verborgenes Leben zu finden. Und das Beste daran: Er hat eine Pflanze nach dem großen Krieger selbst benannt.

Vom Fanatisierung zum Forscher: Der ungewöhnliche Weg

Akshay, geboren 1996 in einem kleinen Dorf nahe Kolhapur, war kein Musterschüler, der sofort wusste, was er wollte. Wie viele junge Leute in seinen Zwanzigern in Deutschland, war er zunächst von allem Möglichen fasziniert – besonders von Vögeln.

Der Wendepunkt? Ein Seminar über die Flora des Sahyadri-Gebirges. Plötzlich war die Faszination für fliegende Tiere vergessen. Er erkannte, dass die Pflanzenwelt in seiner Heimatregion eine Schatzkammer war. Seine Studienwahl an der New College in Kolhapur wechselte prompt zu den Biowissenschaften.

Die Macht der Mentoren: Warum Sie die richtigen Leute brauchen

Wissen ist Macht, aber nur, wenn es weitergegeben wird. Akshay hatte das Glück, von einigen Koryphäen der Botanik betreut zu werden. Viele übersehen, dass gerade in der Wissenschaft Netzwerke entscheidend sind.

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  • Prof. Dr. S. R. Yadav: Er öffnete Akshays Augen für den botanischen Reichtum des Sahyadri.
  • Dr. Mayur Nandikar: Er half ihm, die komplexen Klassifikationen (Taxonomie) zu verstehen.
  • Dr. Nilesh Pawar: Er gab den entscheidenden Rat, der Akshays Karriere definierte.

Die Festung als Labor: 13 Burgen und eine schockierende Liste

Als Akshay seine Doktorarbeit begann, riet ihm sein Betreuer, sich auf die Pflanzen der Shivaji-Festungen zu konzentrieren. Während Sie vielleicht denken, das sei eine entspannte Wanderung, war es harte Arbeit unter extremen Bedingungen.

Er durchkämmte 13 verschiedene Festungen im Distrikt Kolhapur – im sengenden Sommer, im Monsunregen und im kühlen Winter. Das Ergebnis ist erstaunlich, und es zeigt, wie viel wir übersehen:

Er katalogisierte 900 Pflanzenarten. Fast 200 davon waren endemisch, also nirgendwo sonst auf der Welt zu finden! Das ist, als würden Sie in Ihrem lokalen Supermarkt eine Frucht finden, die es nur dort gibt.

Der große Coup: Eine neue Pflanze und der Name des Königs

Während seiner Feldarbeit auf der Vishalgarh-Festung machte er den Fund, der ihn berühmt machte: eine neue Art der Gattung Ceropegia (Kandelblume).

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Anstatt einen komplizierten lateinischen Namen zu wählen, traf Akshay eine Entscheidung, die Respekt und lokale Verbundenheit zeigte. Unterstützt von seinen Kollegen beschloss er, diese neu entdeckte Spezies nach einem der größten Herrscher Indiens zu benennen: Ceropegia [neuer Name, inspiriert von Shivaji].

Dies war das erste Mal überhaupt, dass eine neu entdeckte Lebewesenart den Namen von Chhatrapati Shivaji Maharaj trug. Ein historischer Moment, der viel mehr Aufmerksamkeit verdient als nur Fachkreise.

Aktuell arbeitet Dr. Jangam als Assistenzprofessor am New College in Kolhapur. Er betont, dass es nicht nur darum geht, diese Arten zu finden, sondern sie auch zu bewahren, bevor der moderne Bauwahnsinn oder der Klimawandel sie auslöscht. Ein Ziel, das wir alle unterstützen sollten.

Was Sie jetzt mitnehmen sollten

Die Geschichte von Akshay Jangam ist ein Weckruf. Wir müssen anfangen, unsere unmittelbare Umgebung ernster zu nehmen. Denken Sie an die heimischen Parks oder die kleinen Wäldchen bei uns in der Nähe Ihrer Wohnung in [Land des Lesers] – was übersehen Sie dort tagtäglich?

Welche vergessene Pflanze oder welches unbekannte Insekt vermuten Sie direkt vor Ihrer Haustür, das noch niemand offiziell beschrieben hat?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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