Sie stehen auf dem glänzenden Deck, die Sonne brennt, und das Buffet ruft. Doch bevor Sie sich dem ersten Cocktail widmen, sollten Sie innehalten. Ich habe über 250 Tage auf See verbracht, und ich kann Ihnen sagen: Wer beim Einchecken nur an die „To-Do“-Liste denkt, verschenkt bares Geld und Nerven. Viele machen direkt am ersten Tag kapitale Anfängerfehler, die den Rest der Reise unnötig erschweren.
Verschwenden Sie nicht Ihre teuren Urlaubstage damit, später herauszufinden, wo die besten Plätze sind oder wie Sie den Zimmerservice richtig nutzen. Hier sind die sechs absoluten Schlüsselaktionen, die Sie sofort nach Betreten des Schiffes erledigen müssen – bevor das Chaos beginnt.
1. Das Sicherheits-Protokoll: Kein Witz, sondern Ihr Leben (und Ihre Kabine)
Klar, es ist langweilig und fühlt sich so deutsch an wie Pünktlichkeit, aber ignorieren Sie das Sicherheitstraining nicht. Viele schauen nur halbherzig zu, aber Sie müssen wissen, wo Ihr Sammelpunkt im Notfall ist. Das ist Pflicht.
- Rettungswesten-Check: Finden Sie heraus, wo die Westen für Ihre Kabine hängen – bevor Sie sie wirklich brauchen.
- Ignorieren Sie das Video nicht: Auf manchen Schiffen ist es ein MUSS. Es geht um Ihre Grundsicherheit.
2. Der Koffer-Albtraum: Sofort auspacken, sonst wird’s eng
Das Schiff ist riesig, das Buffet ist verlockend, und Sie wollen sofort die Pool-Lounge erobern. Falsch! Wenn Sie Ihre Koffer erstmal einfach stehen lassen, beginnt der Stress.
Gerade auf den Standardkabinen, die oft nicht größer sind als ein gutes deutsches Hotelzimmer im Erdgeschoss, wird Ihr Gepäck schnell zum Stolperdraht. Ich habe es oft gesehen, wie Leute nach einem langen Tag müde ins Bett sinken und feststellen, dass sie ihren Pyjama suchen müssen, weil die Tasche immer noch auf dem Bett liegt. Packen Sie SOFORT aus. Ihre Füße werden es Ihnen danken.

3. Zimmerservice: Ihr neuer bester Freund (und Türöffner)
Auf der „Mein Schiff“ oder der AIDA – es gibt immer einen festen Kabinensteward für Ihre Etage. Viele sehen ihn nur, wenn er die Handtücher wechselt. Das ist ein Fehler, besonders wenn man bedenkt, wie kalt es in den Kabinen nachts werden kann.
Wenn Ihr Steward sich nicht persönlich vorstellt, halten Sie Ausschau. Ein gutes Verhältnis erspart Ihnen Kopfzerbrechen. Einmal konnte mir mein Steward helfen, als ich mich nach einem langen Ausflug versehentlich ausgesperrt hatte. Ohne diesen Draht hätten wir ewig auf technisches Personal warten müssen. **Seien Sie freundlich und stellen Sie sich vor.**
Der versteckte Trick: Zusatzausstattung bestellen
Fragen Sie direkt nach Dingen, die Sie vielleicht erst später benötigen: Extrakissen, einen Kulturbeutel für die Ablage oder sogar spezielle Kaffeepads. Lieber einmal zu viel fragen, als später mitten in der Nacht ohne Ersatzklammer dazustehen.
4. Die Schatzkarte: Das Schiff in den ersten Stunden komplett erkunden
Als ich das erste Mal unterwegs war, dachte ich, ich finde alles von alleine. Das Ergebnis? Ich habe fast die Bord-Sauna verpasst, obwohl ich in Alaska dachte, ich bräuchte sie nicht (Spoiler: Wenn es draußen eisig ist, ist die Sauna Gold wert!).

Es ist wie bei einer neuen Wohnung: Nehmen Sie sich drei Stunden am Anreisetag Zeit und gehen Sie ALLE Decks ab. Wo ist die ruhige Bar? Wo sind die Fluchtwege? Wo ist der beste Platz für die Abendshow? Später, wenn Sie nur 45 Minuten zwischen zwei Programmpunkten haben, wird es frustrierend.
5. Essen strategisch meiden (oder finden)
Das Essen ist oft der Hauptgrund für die Reise, aber das Buffet am Mittag ist meistens ein Schlachtfeld. Es ist voll, es ist laut, und die Klimaanlage kämpft gegen die Hitze von 1000 hungrigen Menschen.
- Die Geheimtipps: Fragen Sie, welche alternativen, kostenlosen Sitzmöglichkeiten es gibt – oft gibt es ein verstecktes Deck am Heck oder eine Lounge mit besserem Blick.
- Menü-Analyse: Studieren Sie die Speisekarten der À-la-carte-Restaurants SOFORT, auch wenn Sie heute Abend Buffet essen. So wissen Sie, ob sich das Aufpreis-Restaurant morgen lohnt.
6. Informationskanäle: Richten Sie Ihren digitalen Alarm ein
An Bord ändert sich ständig etwas: Shows fallen aus, es gibt Sonderangebote für Spa-Behandlungen, oder – falls mal ein Hafen wegen schlechten Wetters ausfällt – Sie müssen wissen, was als Nächstes passiert.
Diese Infos kommen meist über den täglichen Newsletter (digital oder gedruckt), Lautsprecher oder eine Schiffs-App. **Finden Sie heraus, welches System Ihr Schiff nutzt und aktivieren Sie es umgehend.** Verlassen Sie sich nicht nur auf Durchsagen, die Sie bei einer Massage sowieso verpassen. Wer die Infos verpasst, verpasst die besten Schnäppchen.
Wenn Sie diese sechs Punkte direkt nach dem ersten Kaffee abhaken, reisen Sie entspannter, sicherer und oft sogar günstiger. Welchen dieser Anfängerfehler haben Sie auf Ihrer letzten Reise selbst gemacht?









