Die Baukosten waren ein Schock: Deshalb haben wir dieses Tiny House für unsere Mutter komplett selbst gebaut

Haben Sie auch schon einmal Möbel oder kleinere Bauprojekte ins Auge gefasst und sind dann beim Blick auf die Preise fast vom Hocker gefallen? Genau das ist uns passiert. Als wir für Yelis Mutter eine dauerhafte, würdige Unterkunft schaffen wollten, sahen wir uns mit den aktuellen Baukosten konfrontiert. Die Zahlen waren ernüchternd – und sie veranlassten uns zu einer radikalen Entscheidung, die heute viele andere vor ähnlichen Dilemmata stehen lässt.

Die Lösung des Problems war nicht, das Projekt abzusagen. Die Lösung lag darin, die gesamte Kalkulation über den Haufen zu werfen und alles in die eigenen Hände zu nehmen. Was dann entstand, ist nicht nur ein Zuhause, sondern ein Beweis dafür, wie viel man sparen kann, wenn man bereit ist, selbst zum Werkzeug zu greifen.

Der Schockmoment: Als die Angebote kamen

Yelis Mutter wohnte zuvor in einem Wohnmobil auf unserem Grundstück. Das war zwar eine Übergangslösung, aber wir wollten ihr etwas Stabileres bieten. Wir holten Angebote für ein kleines Fertighaus ein. Was wir hörten, klang eher nach einem Neubau als nach einem Gartenhäuschen.

Ich sage es offen: Die aufgerufenen Summen waren so hoch, dass wir kurz davor waren, das gesamte Vorhaben aufzugeben. Viele Bauherren kennen diesen Frust, wenn Handwerkerstunden oder Materialkosten den Traum platzen lassen. Wir standen vor der Wahl: Entweder gar nicht bauen oder das Bauen selbst in die Hand nehmen.

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Die Heimwerker-Taktik: 30.000 Dollar Ersparnis

Wir entschieden uns für Letzteres. Indem wir den Großteil der Arbeit selbst erledigten – vom Rahmenbau bis zum Innenausbau – konnten wir die Kosten drastisch senken. **Man schätzt, dass wir dadurch mindestens 30.000 US-Dollar (etwa 26.000 Euro) eingespart haben.** Das ist keine Kleinigkeit, das ist die Hälfte des gesamten Projekts!

Viele denken, Selbstbau sei nur etwas für leidenschaftliche Profis. Dabei ist es oft reine Notwendigkeit und der Wille, nicht unnötig Geld zum Fenster hinauszuwerfen. Wir haben das Projekt im Frühjahr 2025 gestartet, während Yelis Mutter eine Zeit lang verreist war, um sie am Ende überraschen zu können.

  • Konsequente Eigenleistung: Jeder Nagel, jede Wand, die wir selbst setzten, sparte uns teures Stundenhonorar.
  • Materialbeschaffung: Wir haben recherchiert, wo wir die besten Preise für Holz und Isolierung finden, anstatt das erstbeste Paket zu nehmen.
  • Zeitersparnis vs. Geldersparnis: Wir mussten akzeptieren, dass das Projekt länger dauert – aber dafür blieb das Budget im Rahmen.

Ein Tiny House, das sich wie ein echtes Zuhause anfühlt

Nach monatelanger harter Arbeit war es fertig. Das Ergebnis war überraschend: Es wirkte nicht wie ein improvisierter Schuppen, sondern wie eine verkleinerte Version unseres eigenen Hauses. Der Baustil war bewusst gewählt, um Vertrautheit zu schaffen.

Ich habe mir das Innere angesehen, als das Paar es fertigstellte. Es ist erstaunlich, wie viel Gemütlichkeit auf nur wenigen Quadratmetern Platz findet. Der offene Wohnbereich gefällt mir persönlich am besten. Er sorgt dafür, dass sich der Raum trotz der geringen Größe nicht beengend anfühlt.

Was in einem Tiny House nicht fehlen darf

Kleine Räume erfordern strenge Disziplin. Jedes Möbelstück muss einen Zweck erfüllen, idealerweise zwei. Hier sind die Details, die wir umgesetzt haben:

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  1. Die multifunktionale Küche: Yelis Mutter hat alles Wichtige, aber kompakt. Ein kleiner Herd, eine schmale Spüle – ideal für jemanden, der selten aufwendig kocht.
  2. Das Schlafzimmer-Upgrade: Es bot Platz für ein vollwertiges Bett, kein mühsames Klappsofa. Komfort geht vor Schrumpfung.
  3. Licht ist alles: Wir haben uns für große Fenster entschieden. **Tageslicht lässt jeden Raum mindestens doppelt so groß wirken.** Das ist ein Muss, besonders wenn man in nördlicheren Regionen wie hier baut und im Winter wenig Sonne hat.

Der einzige Punkt, der uns Kopfzerbrechen bereitete, war das Bad. Das war das letzte, was fertiggestellt wurde, weil hier spezielle Anschlüsse nötig waren. Aber selbst hier konnten wir durch Eigeninitiative Materialkosten sparen.

Fazit: Der wahre Wert des Selbstbaus

Letztendlich kostete das gesamte Tiny House – inklusive einiger Profi-Leistungen für Elektrik – rund 33.000 Dollar (ca. 28.000 Euro). Ohne Eigenleistung wären wir locker beim Doppelten gelandet. Dieser große finanzielle Puffer kommt jetzt unserer Mutter zugute, die nun sorgenfrei und komfortabel auf dem Grundstück wohnt, ohne Miete zahlen zu müssen.

Es gibt natürlich Dinge, die ich heute anders machen würde, Detail-Entscheidungen im Finish. Aber was zählt, ist das Ergebnis: Wir haben ein echtes Zuhause geschaffen und extrem viel Geld gespart, das wir jetzt anderweitig nutzen können. Es zeigt, dass man für den Traum vom eigenen kleinen Reich nicht zwingend einen Investor braucht.

Haben Sie jemals ein großes Projekt in Angriff genommen, nur weil die externen Angebote astronomisch hoch waren? Was war Ihr trickreichster Spartipp dabei?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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