Stellen Sie sich vor: Mitten in Baden-Württemberg pirscht ein Wolf umher, der nicht nur scheu ist, sondern aktiv Menschen und Hunde sucht. Nun läuft eine hochgeheime Operation, um dieses Tier auszuschalten. Doch das Brisante daran: Die Freigabe kam nur Wochen vor der Landtagswahl. Zufall oder politisches Kalkül? Wir schauen hinter die Kulissen dieser Jagd, die mehr als nur Wilderei ist.
Der Wolf mit dem kryptischen Kürzel „GW2672m“ ist nicht irgendein Tier. Er ist einer von nur vier sesshaften Wölfen im gesamten Bundesland. Dass das Umweltministerium unter grüner Führung nun die Erlaubnis zum Abschuss erteilt hat, lässt die politischen Gräben tief werden.
Wer schießt den Wolf? Das Geheimnis der Jäger
Das Team, das diesen Wolf finden und eliminieren soll, ist ein Phantom. Namen, Gesichter, Biografien – alles streng geheim, um die Mitglieder zu schützen. Man munkelt von Fährtensuchern, Wildbiologen und Scharfschützen, die als „Knipser“ bezeichnet werden. Aber das Ministerium hält dicht.
Was wir offiziell wissen, ist ernüchternd kurz:
- Es sind absolute Fachleute mit Top-Skills im Tracking und Schießen.
- Diskretion ist oberstes Gebot.
- Sie müssen das Tier zweifelsfrei identifizieren können.
In meiner Praxis sehe ich oft, wie schnell die Öffentlichkeit bei solchen Themen emotional wird. Aber hier geht es um mehr: Es geht um die Gesundheit der Bürger, da dieser Wolf laut Sprecher ungewöhnlich nah an Menschen aufgetaucht ist.
Chaos durch Wolfstourismus
Das untypische Verhalten des Wolfes hat eine unerwünschte Nebenwirkung ausgelöst: Wolfstourismus. Leute strömen in die Region, um den berüchtigten GW2672m zu filmen. Das lockt das Tier zusätzlich in die Nähe von Siedlungen – ein Teufelskreis.

Manche Bürger versuchen sogar, den Wolf gezielt anzulocken, um das perfekte Foto zu schießen. Das ist der Punkt, an dem der Naturschutz aufhört und die Gefahr beginnt.
Warum gerade jetzt: Die Wahl-Uhr tickt
Warum musste dies genau jetzt geschehen? Die Antwort des Ministeriums klingt nach Biologie: Wir befinden uns in der Ranzzeit, der Paarungsphase, die bis März dauert. In dieser Zeit nähern sich Rüden Menschen und Hunden bis auf wenige Meter an.
Allerdings: Kritiker sehen hier einen klaren politischen Fahrplan. Der FDP-Chef Rülke fragt offen, ob das eine rein fachliche Entscheidung ist. Er impliziert, dass der Wolf zum „Opferlamm“ für den Wahlkampf des Grünen-Spitzenkandidaten Özdemir werde, der sich grundsätzlich für Problemwolf-Abschüsse ausgesprochen hat.
Die Grünen kontern: Ihr Wolfs-Experte Markus Rösler betont, dass die Frist allein durch die Paarungszeit bestimmt sei. Er sagt einen harten Fakt: Würde der Wolf sich mit einem Hund paaren, müssten die entstehenden Hybriden ohnehin abgeschossen werden. Deshalb sei jetzt das Eingreifen dringend notwendig.

Der Kampf ums Vorgehen: Schrot vs. Betäubung
Wurden alle Alternativen geprüft? Offenbar ja, und das nicht erfolgreich. Bevor man zur Schusswaffe greift, kommen Fallen und Betäubungsgewehre zum Einsatz. Das Ziel wäre gewesen, den Wolf zu besendern, um ihn anschließend gezielt aus der menschlichen Nähe zu vertreiben.
Der Haken an der Sache? Im Jahr 2024/2025 schlugen diese Versuche fehl. Sie sehen, wenn die High-Tech-Methoden („Besenderung“) versagen, bleibt in der akuten Gefahrenlage oft nur die drastische Maßnahme.
Ein Blick in die Vorgeschichte zeigt, wie emotional dieses Thema ist. Letztes Jahr gerieten sich der CDU-Kandidat Hagel („Da hilft Schrot und Blei“) und Özdemir in die Haare. Es geht hier nicht nur um Ökologie, sondern um tief verwurzelte ländliche und politische Ansichten.
Die letzte Hoffnung: Juristischer Stopp
Kann diese Jagd noch verhindert werden? Der Naturschutzinitiative (NI) hat Klage beim Verwaltungsgericht Stuttgart eingereicht und fordert einen Eilantrag. Ihre Rechnung: Der Abschuss würde 25 Prozent der Wolfspopulation in Baden-Württemberg auslöschen und den Erhaltungszustand gravierend verschlechtern, was EU-Recht widerspricht.
Parallel läuft eine Petition online, die um Hilfe bittet. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, und für den Wolf GW2672m ist die Uhr bereits abgelaufen.
Doch was denken Sie: Ist das Vorgehen des Ministeriums angesichts der Wahl und der wiederholten Nähe zu Menschen ein notwendiger Schutz oder eine politische Inszenierung? Diskutieren Sie mit uns, bevor das Tier verschwunden ist!









