Warum westliche Experten warnen: Chinas Roboter-Taxis sind schneller als gedacht (und so fährst du mit)

Du hast gehört, dass selbstfahrende Autos die Zukunft sind, aber du glaubst, Tesla wäre das Maß aller Dinge? Denk nochmal nach. Während wir hierzulande noch zögerlich auf Assistenzsystemen fahren, explodiert die Robotaxi-Szene in China mit einer Geschwindigkeit, die westliche Entwickler staunen lässt. Experten, die seit Jahren in diesen Autos sitzen, sagen plötzlich: China ist nicht nur dabei, sondern meilenweit voraus.

Wenn du glaubst, autonomes Fahren sei ein futuristisches Spielzeug, muss ich dich enttäuschen. Es ist harte Realität – voller Pannen, Genialität und unerwarteten menschlichen Reaktionen. Wir zeigen dir, wie du diese Technologie heute schon selbst erleben kannst und welche Fallstricke du in chinesischen Metropolen unbedingt vermeiden musst, bevor du startest.

Der Schock: Sie sind nicht perfekt, aber Lichtjahre voraus

Viele im Westen halten China entweder für komplett rückständig oder für einen unerreichten Überflieger im Bereich autonomes Fahren. Nach unzähligen Stunden in Waymo, Zoox und eben den chinesischen Pendants – Baidu Apollo, Pony.ai und WeRide – kann ich dir sagen: Die Wahrheit liegt in der chaotischen Mitte.

Die chinesischen Systeme sind nicht makellos. Wir erleben Macken, die dich entweder laut auflachen oder innerlich zusammenzucken lassen. Aber sie navigieren durch Straßen, die unsere europäischen Innenstädte wie leere Parkplätze aussehen lassen.

Das Chaos, das sie meistern

Stell dir vor: Dein Lenkrad dreht sich von selbst, während um dich herum der Verkehr wie eine Herde verwirrter Schafe kreuz und quer fährt. Im Gegensatz zu den geordneten Pilotprojekten in den USA, wo die Regeln klar sind, musst du in China mit dem Unerwarteten rechnen:

  • Fahrräder, die einfach in jede Lücke stoßen.
  • Passanten, die schockiert sind, dass niemand am Steuer sitzt.
  • Genervte Autofahrer, die nicht verstehen, warum das Ding hält.

Diese Systeme lernen nicht nur Regeln, sie lernen menschliches, chaotisches Verhalten. Und das macht sie so gefährlich – und so spannend.

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Dein Fahrplan für das Robotaxi-Abenteuer: Die drei Giganten

Wenn du in China selbst mitfahren willst, musst du wissen, wen du suchen musst. Die drei Titanen sind aktiv in Peking, Shanghai, Wuhan, Guangzhou und Shenzhen. Aber Achtung: Du kannst nicht einfach vor die Tür treten und losfahren.

1. Baidu Apollo (萝卜快跑 – Luóbo Kuài Pǎo)

Man vergleicht Baidu oft mit Googles Alphabet, und Apollo ist deren Waymo. Interessant: Baidu setzt manchmal auf Fernsteuerung statt nur auf Fernunterstützung. Das bedeutet, sie trauen ihren Autos auf Autobahnen tatsächlich mehr Fahrten ohne Sicherheitsfahrer zu als manch ein US-Konkurrent.

2. Pony.ai (小马智行 – Xiǎomǎ Zhìxíng)

Ein Startup, das die Brücke zwischen China und USA schlägt. Ihre App „PonyPilot“ ist oft ein gutes Testfeld für neue Features.

3. WeRide (文远知行 – Wényuǎn Zhīxíng)

WeRide integriert sich oft stärker in den öffentlichen Nahverkehr mit automatisierten Shuttles, aber ihre Robotaxis sind ebenfalls verfügbar.

Die Tücken im App-Dschungel: So überlebst du die Buchung

Hier kommt der Punkt, an dem viele westliche Touristen scheitern. Die Apps sind nicht für dich gemacht. Sie sind für den lokalen Markt optimiert, und es kann sich anfühlen, als würdest du durch eine Festung von Kryptografie navigieren.

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Der größte Fehler, den viele machen: Sie vertrauen auf ihre ausländische SIM und hoffen, dass die Übersetzung per Standard-Handy funktioniert. Das funktioniert nicht!

Hier sind die ungeschminkten Wahrheiten, die du wissen musst, um überhaupt eine Fahrt zu buchen:

  • Übersetzung ist Pflicht: Du brauchst eine App, die den Bildschirminhalt übersetzt. Ohne Chinesisch auf dem Display ist alles ein Ratespiel.
  • Die Nummer-Hürde: Für fast alle lokalen Dienste (Zahlung, Registrierung) brauchst du eine chinesische Festland-Handynummer (+86). Deine deutsche Postpaid-Karte oder eSIM reicht oft nicht.
  • Kauf vor Ort: Die Lösung? Hol dir am Flughafen eine Prepaid-Karte. Zeige dem Verkäufer dort direkt die App, die du brauchst, und lass dir helfen, sie zu registrieren.

Aber es gibt einen einfachen Hack für die Orientierung: Nutze Baidu Maps oder Amaps. Wenn du innerhalb eines Servicebereichs bist und die Option „无人车“ (Wúrén Chē – fahrerloses Auto) aktivierst, spucken sie dir das passende Robotaxi-Unternehmen in deiner Nähe aus. Das ist einfacher, als die einzelnen Apps zu navigieren.

Wuhan: Das inoffizielle Nervenzentrum der Robotaxis

Local-Tipp: Wenn du nur eine Stadt besuchen kannst, wähle Wuhan. Die Einheimischen sagen, die Fahrer seien hier besonders ungeduldig – und Baidu hat das als perfekte Testregion auserkoren. Du kannst hier Fahrten zum Flughafen buchen, die tatsächlich ohne Aufsichtsperson stattfinden. Stell dich aber darauf ein, dass du vielleicht direkt neben dem definierten Abholpunkt stehst und das Auto trotzdem nicht hält, weil das System einen halben Kilometer weiter besser zur „Flow“-Route passt.

China ist heute der beste Ort, um das Potenzial und die Grenzen der nächsten Mobilitätsgeneration zu erleben. Der Aufwand ist hoch, aber das Erlebnis ist unvergleichlich. Wenn du dich darauf einlässt, wirst du sehen, dass die Zukunft schneller angekommen ist, als du dachtest.

Hast du schon einmal versucht, eine App in einem fremden Land zu nutzen, die komplett auf deiner Sprache verzichtet? Welche verrückte Methode hast du angewandt, um am Ende doch ans Ziel zu kommen?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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