Warum wir seit Jahren im Urlaub getrennte Schlafzimmer buchen – und es Sie weniger als ein Bier kostet

Stellen Sie sich vor: Sie sind im Traumurlaub, alles ist perfekt. Doch sobald Sie das Schlafzimmer mit Ihrem Partner teilen, beginnt der Kampf. Wer schnarcht? Wer muss nachts auf die Toilette? Wer macht das Licht an, wenn Sie noch lesen wollen? Genau dieses Szenario hat mir fast den schönsten Trip verdorben, bis ich eine radikale Lösung fand.

Viele Paare halten es für unhöflich oder merkwürdig, aber ich schwöre darauf: Ich buche auf Reisen fast immer eine Unterkunft mit zwei separaten Schlafzimmern. Und nein, das ist keine Aufforderung zur Trennung. Im Gegenteil: Es war der größte Beziehungs-Hack, den ich je für den Urlaub entdeckt habe. Lesen Sie weiter, denn das Beste daran: In vielen deutschen Städten kostet das oft kaum mehr als die Miete für ein Einzelzimmer.

Der Albtraum des gemeinsamen Schlafens: Warum Ihr Hotelzimmer Sie nervt

Als ich vor Jahren mit meinem damaligen Partner in einem winzigen Hotelzimmer in Colorado feststeckte, es draußen schneite und wir gerade einen Streit hatten, da dämmerte es mir schlagartig. Ich brauche Platz, um wieder ich selbst sein zu können. Ich brauchte eine neutrale Zone.

Auf Reisen ticken wir anders. Die neue Matratze, die unbekannte Matratzenschonung, der Jetlag – all das macht den Schlaf zur heiklen Angelegenheit. Doch meistens sind es die unterschiedlichen Rhythmen, die uns einen Strich durch die Erholung machen.

Nicht jeder ist ein Morgenmensch (oder Nachteule)

Ich zum Beispiel bin jemand, der um 6:30 Uhr topfit ist und das Licht anschalten möchte, um den Tag in München schon mit einem Kaffee zu starten. Mein Partner hingegen sieht erst um 9:00 Uhr menschenähnlich aus. Im Ein-Zimmer-Setup bedeutet das:

  • Einer von uns muss im Dunkeln strampeln.
  • Der Frühaufsteher muss warten oder das Zimmer verlassen.
  • Der Lärm des Zuspätkommens stört den Tiefschlaf des anderen.

Sobald wir zwei Zimmer hatten, war dieser Stressfaktor eliminiert. Wir leben unseren Rhythmus aus, ohne dem anderen auf die Füße zu treten. Das ist Gold wert, besonders wenn man weiß, dass die Akkus nach einem langen Tag Sightseeing wieder aufgeladen werden müssen.

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Der Introvertierten-Rettungsanker: Ungefragte Auszeiten

Wer mit dem Partner reist (besonders auf einer langen Tour durch Italien oder Spanien), verbringt 24/7 Zeit miteinander. Für Extrovertierte ist das Input pur. Für Introvertierte wie mich kann das schnell zur Überladung führen.

Im Alltag ist es einfach: Ich gehe kurz in die Küche oder in mein Büro. Im Urlaub stecken wir aber in einer Ferienwohnung oder einem zu kleinen Airbnb fest. Die Lösung?

Ein zweites Schlafzimmer wird zur privaten „Ladezone“. Es ist nicht böse gemeint, aber es gibt einem die Erlaubnis, sich für eine Stunde zurückzuziehen, ein Buch zu lesen oder einfach mal das Handy zu checken, ohne dass der andere denkt, man würde sich streiten.

Ich habe gemerkt: Diese räumliche Trennung verhindert Mikro-Konflikte, die sonst im stickigen Raum entstehen würden.

Die Kostenfalle: Warum das zweite Zimmer oft ein Schnäppchen ist

Der größte Einwand ist fast immer der Preis. Zwei Zimmer kosten doch doppelt so viel, oder? Falsch gedacht, besonders bei Ferienwohnungen über Plattformen wie Airbnb oder lokalen Anbietern.

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Ich habe kürzlich Wohnungen für eine Reise nach Hamburg verglichen. Ein charmantes Apartment für zwei Personen mit einem Schlafzimmer kostete 130 Euro die Nacht. Das fast identische Apartment mit einem zusätzlichen, kleinen Gästezimmer lag nur bei 145 Euro.

Für 15 Euro mehr pro Nacht kaufen Sie sich buchstäblich besseren Schlaf und Ihren persönlichen Rückzugsort. Das ist es mir allemal wert – oft günstiger als das zweite T-Shirt, das ich im Koffer dabei habe!

Selbst wenn es 30 oder 40 Euro mehr kostet: Denken Sie daran, was Sie sparen: Keine genervten Blicke, kein Streit über die Nachttischlampe und wirklich erholsamer Schlaf. Das macht den gesamten Urlaub besser.

Ihr nächster Reisetipp: Das Check-out beim ersten Buchen

Wenn Sie das nächste Mal Ihre Reise planen, versuchen Sie es einmal. Suchen Sie nicht bei den Hotels, sondern direkt bei den Ferienwohnungen. Filtern Sie nach der Anzahl der Schlafzimmer.

Wählen Sie bewusst zwei Schlafmöglichkeiten. Vertrauen Sie mir, es ist keine Distanzierung. Es ist eine Investition in die Harmonie und die Erholung.

Aber mal ehrlich: Wie oft haben Sie sich im Urlaub schon gewünscht, die Tür hinter sich zuziehen zu können, ohne dass es gleich nach einer Krise aussieht? Teilen Sie Ihre Erfahrungen: Was ist Ihr größter Dealbreaker im gemeinsamen Urlaub – die Temperatur, das Licht oder das Schnarchen?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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