Vergessen Sie den Dom: Diese Viertel in Mailand kennen nur die Einheimischen (und sie sind besser)

Sie planen eine Reise nach Mailand und denken, die Touristenfallen rund um den Dom sind das Beste? Falsch gedacht. Ich lebe seit sieben Jahren in dieser Stadt, kam anfangs nur widerwillig hierher und habe gelernt, wo das wahre, moderne Mailand pulsiert. Wer jetzt nicht umdenkt, sieht nur die Kulisse und verpasst das beste Essen und die spannendste Architektur.

Wenn Sie Mailand so erleben wollen wie wir – die Eingeweihten –, müssen Sie die Hauptstraßen meiden. Ich zeige Ihnen jetzt, wo Sie statt überteuertem Tourismus authentisches Flair, die beste Fusion-Küche und versteckte Luxus-Villen finden.

Weg von der Touristenfalle: Hier wohnen die echten Mailänder

Die meisten Besucher buchen ihr Hotel in der Nähe des Doms. Verständlich, aber ein großer Fehler. Dort zahlen Sie Mondpreise und sehen nur Menschenmassen. Setzen Sie stattdessen auf Viertel, die das moderne, lebendige Mailand atmen.

Porta Romana: Wo die Kunst wohnt

Haben Sie von der Fondazione Prada gehört? Dieses Zentrum für zeitgenössische Kunst ist der Beweis, dass Mailand mehr als nur Geschichte ist. Porta Romana ist perfekt für Sie, wenn Sie auf der Suche nach angesagten Bars und Restaurants sind, die Wert auf Qualität legen, nicht auf Schlagertourismus.

Porta Venezia: Jugendstil und grüne Oasen

Wenn Sie Jugendstil-Architektur lieben, vergessen Sie die Massen. Porta Venezia ist eine Augenweide. Hier finden Sie wunderschöne Gärten und Museen. Und das Beste: Dank des hervorragend ausgebauten öffentlichen Nahverkehrs (U-Bahn und Tram) sind Sie von diesen lebendigen Ecken trotzdem in wenigen Minuten am Duomo.

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Essen wie Gott in Italien – aber richtig

Mailand bietet kulinarisch eine enorme Bandbreite, die viele Touristen verpassen, weil sie nur das Klischee suchen. Ja, probieren Sie ein originales Risotto – besonders im Winter ist dieses Gericht ein Muss. Aber hören Sie auf, sich nur auf Kalbskoteletts zu beschränken!

  • Fusion statt Fassade: Viele Einheimische meiden die traditionellen Trattorien zugunsten spannender internationaler Küche.
  • Mein Geheimtipp: Besuchen Sie die Gastronomia Yamamoto für japanische Spitzenqualität oder das Cittamani im Brera-Viertel, wenn Ihnen indische Küche zusagt.
  • Chinatown nicht vergessen: Der beste Ort für schnelles, hervorragendes Streetfood, das nicht nach Pizza schmeckt.

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie in einem beliebten Restaurant mit Bedienung speisen wollen, reservieren Sie unbedingt vorab. Spontane Besuche enden oft vor verschlossener Tür.

Die versteckten Paläste: So luxuriös wohnte das alte Mailand

In den sieben Jahren hier habe ich eine faszinierende Entdeckung gemacht: Mailand ist eine Schatzkammer an umgebauten Herrenhäusern, die Museen sind – die sogenannten Case Museo di Milano. Hier spüren Sie den echten, eleganten Geist der Stadt.

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Meine unbedingte Empfehlung ist die Villa Necchi Campiglio. Stellen Sie sich vor: das ehemalige Anwesen von zwei reichen Schwestern, deren Lebensstil heute als Museum konserviert ist. Dort im Garten zu sitzen, fühlt sich an wie ein Blick hinter die Kulissen des alten italienischen Adels.

Wenn Sie Kunst mögen und Geld sparen wollen (ja, das geht auch in der Kultur): Schauen Sie sich die Casa Museo Boschi di Stefano an. Es ist kostenlos und beherbergt eine brillante private Sammlung des 20. Jahrhunderts – vollgestopft mit farbenfrohen Möbeln und Muranoglas-Kronleuchtern.

Da Vinci: Mehr als nur das Abendmahl

Jeder will „Das Abendmahl“ sehen. Das ist gut, aber die Tickets dafür sind notorisch schwer zu bekommen. Die Einheimischen wissen: Da Vinci hat mehr hinterlassen, das man ohne monatelange Planung sehen kann.

Gehen Sie in die Pinacoteca Ambrosiana. Dort können Sie den Codex Atlanticus einsehen – seine größte Sammlung an Zeichnungen und Texten. Sie können dort sogar eines seiner Originalporträts bestaunen. Sie brauchen keine Monate im Voraus zu planen, um diesen Meister zu erleben.

Mailand ist eine Stadt, die sich nur offenbart, wenn man bereit ist, zehn Schritte abseits der Route zu gehen, die jeder Reiseführer vorschlägt. Was ist Ihre liebste versteckte Ecke in einer Stadt, die auf den ersten Blick nur aus Wolkenkratzern und Mode besteht?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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