Du hast das Ticket für die Amtrak Acela First Class gekauft und denkst, du kaufst den besten Sitzplatz Amerikas? Halt! Ich habe 450 Dollar (ca. 380 Euro) in den neuen NextGen Acela gesteckt – von Washington D.C. nach New York. Nach hunderten Stunden in US-Zügen dachte ich, ich wüsste, was mich erwartet. Was ich fand, war Luxus, der sich anfühlt wie eine clevere Falle.
Wenn du das nächste Mal eine lange Strecke im Zug planst und mit dem Upgrade liebäugelst, solltest du das hier sofort lesen. Denn ich sage dir: Dein Geld ist dort besser angelegt, wo du es nicht vermutest.
450 Dollar für ein Upgrade: Die First Class-Erfahrung
Nehmen wir mal an, du bist wie ich. Du hast die Business Class satt, willst den besten Komfort und das beste Essen. Amtrak preist die First Class im NextGen Acela als das Nonplusultra auf Schienen an. Große Sitze, Lounge-Zugang und sogar ein Mittagessen sind inklusive. Klingt nach einem Deal, oder?
Als ich am Union Station in Washington ankam, begann der (vermeintliche) Luxus mit dem Priority Boarding und dem Abstecher in die Metropolitan Lounge. Hier gab es Snacks und Getränke – Standard, den man an jedem größeren Flughafen erwartet. Aber hey, es ist ein netter Start.
Der Sitz: Bequem, ja. Revolutionär, nein.
Im Wagen selbst war die Sitzanordnung ungleich verteilt: Doppelsitze auf der einen Seite, einzelne Sitze auf der anderen. Ich muss zugeben: Der Sitz war mit Abstand der bequemste, auf dem ich je in einem Amtrak saß. Die Polsterung fühlte sich gut an, der Platz war großzügig.

Aber hier kommt der Haken, den viele übersehen: Wenn ich 100 Stunden im Zug verbracht habe, weiß ich, dass mehr Polsterung nicht automatisch den Preis rechtfertigt. Der Unterschied zwischen dieser First Class und einer guten Business Class ist minimal, wenn man ehrlich ist.
Das Essen: Höheres Niveau, aber kennen wir das nicht schon?
Mein Ticket umfasste ein Mittagessen an Bord. Ich war gespannt auf das Tagesgericht. Die Speisekarte klang nach gehobener Küche, nicht nach Bordcatering. Was dann kam, sah appetitlich aus – definitiv besser als die labberigen Snacks der Economy Class.
Ich merkte schnell: Das Essen ist gut. Aber ist es 450 Dollar gut? Wahrscheinlich nicht. Es ist die Art von Essen, die du in einem guten, aber nicht weltbewegenden Restaurant bekommen würdest. Hier wird der Preis durch Lifestyle-Versprechen hochgetrieben, nicht durch kulinarische Einzigartigkeit.
Der verborgene Luxus: Wo das Geld wirklich steckt
Während der Sitz und das Essen nur eine leichte Steigerung bieten, gab es einen Bereich, der mich wirklich überraschte. Und dieser Bereich zeigt, warum die First Class – trotz aller Mängel – ihren Platz hat, wenn man die richtigen Prioritäten setzt.

Es waren die Toiletten. Ja, du hast richtig gelesen. Nach meiner Erfahrung im Amtrak-Netzwerk waren die WCs im NextGen Acela um Welten besser als in jedem anderen Zug, in dem ich bisher gefahren bin. Sauber, geräumig und vor allem: modern.
- Deutlicher Unterschied: Die allgemeine Sauberkeit im Wagen war hoch.
- Der „unsichtbare“ Vorteil: Mehr Privatsphäre dank der geringeren Passagierzahl.
- Fazit der Reinigung: Der Wohlfühlfaktor im Sanitärbereich war erstaunlich hoch.
Die brutale Abrechnung: War es das Risiko wert?
Nachdem ich nun die ganze Fahrt Revue passieren ließ – von Lounge bis hin zum letzten Schluck Kaffee – muss ich festhalten: Nein. Für mich persönlich war das First-Class-Ticket den Aufpreis nicht wert.
Ich habe für einen marginal besseren Sitz und ein mittelgutes Essen über 380 Euro hingelegt, während die Zeitersparnis gleich null ist. Wenn du diese Strecke in Deutschland fahren würdest, würdest du für diesen Aufpreis vielleicht einen eigenen kleinen Raum bekommen. Hier kaufst du hauptsächlich das Gefühl, nicht in der Masse zu sitzen.
Mein Life-Hack für deine nächste Acela-Fahrt: Setze lieber auf Business Class und investiere die Ersparnis in ein schönes Abendessen in Manhattan. Du sitzt fast genauso bequem und dein Magen wird dir danken.
Was denkst du? Würdest du für diese kleinen Annehmlichkeiten den Aufpreis zahlen oder findest du auch, dass Amtrak hier schlicht zu viel verlangt?









