Haben Sie jemals davon geträumt, beim normalen Sonntagsspaziergang auf eine echte Sensation zu stoßen? Meistens finden wir nur Steine, die wir achtlos wegwerfen. Doch für den elfjährigen Touren Pope wurde dieser Traum am Rand Wyomings zur Realität. Er war nur auf der Jagd nach ein paar glitzernden Mineralien, als er etwas ans Tageslicht beförderte, das die Wissenschaft seit Millionen von Jahren verborgen hielt. Vergessen Sie glitzernde Steine – das hier ist der Fund des Jahrhunderts.
Der unscheinbare Stein, der ein Fossil verbarg
Touren war mit seinen Großeltern im rauen Gelände Wyomings unterwegs, typisch amerikanischer Familienausflug im Ferienhaus. Sein Ziel: Kristalle und vielleicht ein paar schöne Schmuckstücke für seine Sammlung. Viele von uns sammeln ja auch gerne Kleinigkeiten, aber meistens landen die Fundstücke in einer staubigen Schublade, richtig?
Was Touren dann fand, war alles andere als gewöhnlich. Mitten zwischen alten Muschelschalen lag ein „seltsamer Stein“. Er war so unscheinbar, dass Touren ihn fast weggeworfen hätte. „Ich hätte ihn am liebsten in die Luft geworfen“, gab der Junge später zu Protokoll. Glücklicherweise tat er es nicht.
Die Behörde schaltete sich ein – und die Wahrheit kam ans Licht
Jeder kennt die Bürokratie. Touren meldete seinen Fund pflichtbewusst dem Bureau of Land Management (BLM), der riesigen Behörde, die hier in den USA ein Zehntel der gesamten Landfläche verwaltet. Zuerst wird so etwas oft als Kinderfantasie abgetan, oder man erwartet eben doch nur einen gewöhnlichen Stein.

Doch als Experten am Fundort eintrafen, wich die Skepsis schnell der Fassungslosigkeit. Was Touren als „Stein“ identifiziert hatte, war in Wahrheit ein nahezu perfekt erhaltener Panzer einer urzeitlichen Schildkröte. Und das Alter? Rund 48 Millionen Jahre!
Was das für die Geologie bedeutet:
- Die Schildkröte saß eingebettet in Gestein, das Experten auf etwa 50 Millionen Jahre datierten.
- Der Panzer war fast vollständig, was extrem selten ist, da organische Materialien wie dieses meist zerfallen.
- Der Fundort im Südwesten Wyomings ist ein Hotspot für diese Art von Formationen – aber dieser Fund setzt neue Maßstäbe.
„Little Timmy“ – Mehr als nur ein Fossil
Sobald Experten wie JP Cavigelli vom Tate Geological Museum die Sensation erkannten, mussten sie eine Entscheidung treffen. Und hier kommt der menschliche Faktor ins Spiel: Der Junge durfte seinem historischen Fund einen Namen geben. Er entschied sich für „Little Timmy“.
Stellen Sie sich das vor: Sie sind elf und benennen ein Reptil, das älter ist als die meisten Berge, die Sie kennen. Das ist ein Aha-Moment, den kaum ein Wissenschaftler erlebt!
Die weiche Wahrheit über urzeitliche Panzer
Cavigelli erklärte uns, dass es sich bei „Little Timmy“ höchstwahrscheinlich um eine Weichschildkröte handelte. Viele von uns verbinden Schildkröten heute mit hartem, festem Knochenpanzer, wie man ihn aus dem lokalen Gartenteich kennt.

Aber diese alte Spezies war anders:
- Rücken- und Bauchpanzer waren nicht fest verwachsen.
- Der Panzer war flacher, flexibler und tatsächlich weicher als erwartet.
- Obwohl die Familie der Weichschildkröten heute noch existiert, sah „Little Timmy“ seinen heutigen Nachkommen sehr ähnlich – ein lebendiger Blick in die Vergangenheit.
Der verborgene Paläontologe in uns allen
Touren Pope ist kein Zufallsgrabungsarbeiter. Er ist ein echter Enthusiast. Viele Eltern kennen das Problem, dass die Kinder lieber auf Bildschirme starren, statt die Natur zu erkunden. Touren ist das Gegenteil. Er liest nicht nur über Paläontologie, er bastelt seine eigenen Dinosaurier-Handbücher mit Fakten und Zahlen – ein Hobby, das in unserer digitalen Ära fast schon revolutionär wirkt.
Seine persönliche Sammlung spricht Bände: Er besitzt einen T-Rex-Zahn und den Schädel eines jungen Fleischfresser-Babys. **Diese Leidenschaft, die oft in der Kindheit entsteht, ist der Motor für die wichtigsten wissenschaftlichen Entdeckungen.** Wir alle sollten öfter mal den Blick von der Straße heben, denn man weiß nie, was unter dem nächsten Stein wartet.
Was halten Sie von Tourens Fund? Ist es nicht verrückt, dass die wichtigsten Dinge oft direkt vor unserer Nase liegen, aber wir sie nur wegen der falschen Erwartungshaltung ignorieren?









