Die Gesellschaft sagt Ihnen: Familie oder Partner sind Ihre einzigen Optionen, wenn es ums gemeinsame Hauskaufen geht. Doch was, wenn die Person, der Sie absolut blind vertrauen, Ihre beste Freundin ist? Ich dachte auch, dass das nur eine Phase für Studenten ist, bis ich merkte, wie sehr mich das Alleinerziehen finanziell und emotional ausläutert.
Meine beste Freundin Claire und ich standen beide am Scheideweg: Geschieden, finanziell stark beansprucht (gerade als Alleinerziehende in New York ist jeder Cent doppelt hart) und müde vom Alleinsein. Wir brauchten ein Sicherheitsnetz. Wir mussten handeln, bevor das nächste Darlehen an die Eltern ging.
Der Mythos der romantischen Notwendigkeit
Viele übersehen diesen Punkt: Der Zwang zum Zusammenziehen entsteht meist aus romantischer Verpflichtung oder akuter Geldnot. Wir waren in der Lage, uns **neu zu definieren, was „Partnerschaft“ bedeutet** – und das brachte uns zu einem echten Glücksgriff.
Das „Duplex“, das eigentlich ein Bauernhaus war
Wir fanden ein gelbes Duplex in Utica, Baujahr 1800. Die Maklerin meinte, es sei „ungewöhnlich“. Für uns? Perfekt. Es hatte zwei separate Wohneinheiten – oben und unten je eine Küche und Bäder. Die Aufteilung war, als hätte es nur auf uns gewartet, die uns nach Jahren des Getrenntseins endlich eine stabile Basis schaffen wollten.

Ein wichtiger Lektionspunkt: Wir starteten nicht aus finanzieller Verzweiflung, sondern aus **gegenseitiger Stärke**. Meine gute Bonität plus ihre Ersparnisse ergaben das notwendige Gewicht für die Bank.
- Keine romantische Spannung: Wir mussten uns nicht um „Wir“-Konten sorgen, sondern um „Unser“-Immobilie.
- Geteilte Verantwortung: Wir teilen nicht nur die monatliche Rate, sondern organisieren den Alltag – Kinderbetreuung, Einkäufe, Gartenarbeit. Das nimmt den Druck von der Schulter, den man als alleinstehende Mutter sonst trägt.
- Absolute Vertrauensbasis: Freundschaft ist oft stabiler, weil sie auf freien Entscheidungen basiert, nicht auf dem Druck der gemeinsamen Altersvorsorge.
Die Partner-Frage: Wie bändigt man das neue WG-Leben?
Die Standardfrage, die sofort kommt: Was passiert, wenn einer von uns den neuen Traummann findet? Ich kann Ihnen versichern: **Wir sind beide in Beziehungen.** Und das funktioniert erstaunlich gut, weil wir klare Regeln aufgestellt haben.
Der Schlüssel ist räumliche Trennung und Respekt vor etablierten Grenzen. Wir führen keine romantische Partnerschaft, wir teilen ein Eigentum und ein Zuhause – das ist ein riesiger Unterschied.

Konfliktmanagement: So bleiben Freundschaften stabil
Wer mit besten Freunden zusammenlebt, wird streiten. Das ist Mythos Nummer eins, den man brechen muss. Wichtig ist nicht der Konflikt selbst, sondern die **Auflösung**. Wir wenden hier eine Technik der Achtsamkeit an, die man sich von unserem Vormieter abschauen könnte:
- Sofortige Distanzierung: Bei Eskalation sagt einer: „Ich brauche 30 Minuten Raum.“ Keine Diskussion, nur Pause.
- Konstruktiver Dialog: Nach der Pause setzen wir uns hin und sprechen – nicht anklagend, sondern beschreibend.
- Das Ziel im Blick: Wir erinnern uns daran, dass die Freundschaft das wertvollste Gut ist, das wir im Haus halten. Ein Streit über die Geschirrspülmaschine ist es nicht wert, zehn Jahre Freundschaft zu riskieren.
Der unbezahlbare Wert der täglichen Nähe
Ich dachte immer, wahre Intimität wäre nur der Partner vorbehalten. Jetzt, um 19 Uhr, sehen wir gemeinsam „Mulan“, singen alle Lieder mit und wissen, dass wir da sind. Das ist die Art von Basis-Unterstützung, die man bekommt, wenn man nicht auf die idealisierte romantische Liebe warten muss.
Wir haben das Fundament unseres Lebens mit der Person gebaut, die uns **am besten kennt und uns am meisten unterstützt**, ohne dass es die Komplexität einer romantischen Ehe mit sich brachte. Das hat mich glücklicher gemacht, als ich dachte, es ginge, seit ich wieder Single war.
Denken Sie mal darüber nach: Ist Ihr bester Freund oder Ihre beste Freundin nicht die stabilste Beziehung in Ihrem Leben? Würden Sie dieser Person nicht auch ein Zuhause bauen, wenn Sie könnten?









