Dieses eine verdammte Training hat mir mit 61 den ersten Klimmzug beschert

Haben Sie auch diese heimlichen Ziele, die Sie im Kopf beiseite schieben, weil Sie denken: „Das ist doch viel zu spät dafür“? Vielleicht ist es der Halbmarathon, vielleicht der Handstand. Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut. Mit 61 Jahren habe ich etwas geschafft, was ich meiner 50-jährigen Version unmöglich vorgegaukelt hätte: Ich habe meinen ersten korrekten Klimmzug absolviert.

Viele von uns sehen das Älterwerden als eine Liste von Dingen, die man nicht mehr kann. Ich habe meine Perspektive radikal geändert. Anstatt jeden Morgen in den Spiegel zu schauen und über schlaffe Knie nachzudenken – ein alltägliches Ärgernis, besonders wenn man morgens in der Bahn steht und sich festhalten muss – konzentriere ich mich darauf, was mein Körper leisten kann.

Warum der Körper mehr kann, als Sie glauben (und Ihr Kopf Ihnen einreden will)

Sport war schon immer mein Anker, aber mit der Zeit wurde dieser Anker zum Instrument, um mit den unkontrollierbaren Dingen des Lebens fertigzuwerden. Sei es eine Scheidung, eine geschäftliche Krise oder die Erziehung von Teenagern – die mentale Härte, die man für einen Klimmzug braucht, ist dieselbe, die man braucht, um eine Krise zu überstehen.

Die Dekaden-Strategie: Große Würfe planen

Ich habe mir angewöhnt, mir für jedes neue Lebensjahrzehnt ein körperliches „unmögliches“ Ziel zu setzen. Das ist besser als jeder Achtsamkeitskurs, weil es zwingt, aktiv zu handeln.

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  • In den 40ern: Halbmarathon. Damals führte ich mein Leben gerade neu zusammen und brauchte diese Ausdauer.
  • In den 50ern: Klimmzug? Nein, der Handstand. Etwas, das ich in der Schule nie konnte.
  • Mit 60+: Endlich der Klimmzug.

Der Clou dabei: Es geht nicht darum, im Studio die Blicke auf sich zu ziehen. Es geht darum, diesen Glaubenssatz „Das schaffe ich nicht mehr“ systematisch zu demontieren.

Der Schockmoment: Kein Training, sondern Umdenken

Als ich anfing, mich auf den Klimmzug zu fokussieren, war es frustrierend. Ich sah nur die fehlende Kraft. Aber hier kommt der Punkt, den viele beim Training im Altersbereich 50+ übersehen, besonders wenn sie aus dem süddeutschen Raum kommen und schon immer einen gewissen Trainingseifer hatten:

Ich hörte auf, mich mit meiner 20-jährigen Version zu vergleichen. Das ist, als würde man versuchen, eine Excel-Tabelle mit einem antiken Lochkartenleser zu bearbeiten. Völlig unnötig.

Die mentale Umstellung: Fokus auf Funktion, nicht auf Optik

Ich habe diese eine Gewohnheit abgelegt:

  • Ich ignorierte, wie die Haut an meinen Kniekehlen aussah.
  • Ich ignorierte die Adern, die auf meinen Händen pochten.
  • Ich konzentrierte mich darauf, die nötige Zugkraft in meinem Rücken zu finden.

Man kontrolliert das Altern nicht, aber man kontrolliert die Reaktion darauf. Wenn ich meinen Körper täglich auffordere, etwas Neues zu lernen – sei es 21 Kilometer Laufen oder 10 Sekunden auf den Händen stehen – dann fühle ich mich nicht alt, sondern präsent.

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Der konkrete Hack für Ihren Erfolg – egal welches Ziel

Haben Sie ein Ziel, das sich wie ein Mythos anfühlt? Dann brechen Sie es nicht in Schritte, sondern in Widerstandseinheiten auf.

Beim Klimmzug war es bei mir nicht „mehr ziehen“, sondern „länger halten“. Ich musste das oberste Ende der Bewegung trainieren, wo die meisten aufgeben. Das funktioniert für jede Fähigkeit:

  1. Identifizieren Sie den 10%-Punkt: Welche Phase kostet Sie 90% der Energie? (Beim Klimmzug: die letzten 5 cm bis zur Stange.)
  2. Übertraining erzwingen: Trainieren Sie diese 10% gezielt, indem Sie die Bewegung dort künstlich verlangsamen oder halten. Machen Sie dort drei Serien, wo Sie sonst nur eine machen.
  3. Ignorieren Sie den Schmerz (wenn es nur Muskelkater ist): Kleine Wehwehchen sind normal. Der Trick ist, zu lernen, sie zu managen, anstatt sie als Ausrede zu nutzen, das Training abzubrechen.

Heute stehe ich mit 62 schon bei drei sauberen Klimmzügen. Mein nächstes Ziel? Fünf am Stück bis zum Jahresende. Danach steht der Jakobsweg in Spanien auf dem Plan – eine Wanderung, die ich mir früher nie zugetraut hätte.

Was halten Sie davon, sich jetzt schon Ihr Ziel für die nächste Dekade zu setzen? Welcher sportliche oder mentale Meilenstein liegt bei Ihnen noch auf der „Unmöglich“-Liste?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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