Betelgeuse: Dieses winzige Objekt hinterlässt eine Spur, die das Rätsel des Riesensterns lüftet

Beim Blick in den Nachthimmel sehen wir Sternbilder, die seit Jahrtausenden stabil scheinen. Doch einer der bekanntesten Riesensterne, Betelgeuse, macht uns seit Kurzem das Leben schwer. Erinnern Sie sich an das spektakuläre Abdunkeln Ende 2019? Die Astronomen waren ratlos. Jetzt deuten neue Daten darauf hin, dass ein unsichtbarer Begleiter der Schlüssel zu diesem kosmischen Drama ist – und er hinterlässt eine „Duftmarke“ in der Sternatmosphäre.

Warum ist das wichtig für Sie? Weil wir gerade dabei sind, die Giganten des Universums zu verstehen. Wenn wir wissen, wie Betelgeuse altert und Material ausstößt, verstehen wir indirekt, was mit ähnlichen, aber viel ferneren Sternen passiert. Dieses Wissen kann in Deutschland oder Österreich den Blick auf jeden Sternenhimmel verändern.

Die große Verwirrung um den Riesenstern

Betelgeuse ist ein Roter Überriese – riesig, unbeständig und berühmt für seine unregelmäßigen Lichtschwankungen. Viele von uns dachten, die plötzliche Verdunkelung 2019 sei das Vorzeichen einer Supernova. Die Antwort war weniger dramatisch, aber faszinierend: Der Stern pustete eine gewaltige Staubwolke aus, die fast wie ein kosmischer Vorhang wirkte.

Das Doppelspiel: Zwei Zyklen und ein Unbekannter

Was die Astronomen seit Langem verwirrt, sind die regelmäßigen Helligkeitsschwankungen:

  • Ein 416-Tage-Zyklus, der als normales Pulsieren des Sternenkerns bekannt ist.
  • Ein viel längerer, unregelmäßiger Zyklus, der lange Zeit auf Staub oder magnetische Anomalien geschoben wurde.

Viele Astronomen übersehen dabei oft die Nuance: Solch ein massiver Stern kann bei seinem Sterbeprozess seltsame Dinge anstellen, die wir nicht erwarten würden.

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Die Entdeckung: Eine unsichtbare „Heckwelle“

Ein Forscherteam um Dr. Duprees nutzte nicht nur das Hubble-Weltraumteleskop, sondern auch erdgebundene Observatorien – quasi der „Vor-Ort-Check“ der Astrophysik. Sie suchten nach Mustern, die über Jahre hinweg entstanden sind.

Der heimliche Täter: Der Begleitstern „Schiwalcha“ (Spoiler: Ein winziger Punkt)

Die Beobachtungen zeigten nun eine klare Spur: Ein winziger Begleitstern, den die Forscher „Schiwalcha“ nennen, zieht seine Bahn um den Riesen und stört dessen äußere Gashülle massiv. Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit dem Fahrrad durch feuchten Sand – Sie hinterlassen eine deutliche Spur.

Beim Giganten Betelgeuse passiert etwas Ähnliches. Die Forscher konnten beobachten, wie die Atmosphäre des Riesensterns auf die Bewegung dieses kleinen Begleiters reagiert. Es ist, als würde der Begleiter die äußere Schicht des Sterns regelrecht „durchpflügen“.

Laut Dr. MacLeod, Mitautor der Studie, ist diese Spur der beste Beweis für die Existenz dieses kleinen Planeten oder Sterns. Es erklärt, wie so ein winziges Objekt den Riesenstern so stark beeinflussen kann.

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Der praktische Nutzen: Warum Betelgeuse uns zusehen lässt

Was bedeutet diese „kosmische Fahrspur“ für uns hier auf der Erde (wenn wir gerade nicht mit dem Wetter in München hadern)?

Diese Detailaufnahmen der Interaktion zwischen einem Riesenstern und seinem Begleiter sind Gold wert. Sie geben uns einen direkten Einblick in die Evolution von Sternen.

  • Materialabgabe verstehen: Wir sehen, wie Materie freigesetzt wird – ein entscheidender Schritt vor der Supernova.
  • Dunkelheit entschlüsseln: Die Staubwolken, die Sterne abdunkeln, werden besser modellierbar.
  • Blick in die Vergangenheit: Große, dunkle Sterne in fernen Galaxien können nun besser eingeordnet werden.

Der Aha-Moment: Dank der Entdeckung der „Spuren“ wissen wir nun, dass die längerfristigen Helligkeitsschwankungen von Betelgeuse nicht nur zufällige Turbulenzen sind, sondern durch dieses gravitative Schleifen verursacht werden.

Wir blicken nicht mehr nur auf einen flackernden Punkt, sondern auf ein dynamisches System. Die Astronomen sitzen jetzt quasi in der ersten Reihe und sehen, wie ein Stern stirbt und Staub für neue Generationen von Sternen in die Milchstraße schleudert.

Was denken Sie: Welche anderen Geheimnisse verbergen sich noch in den Atmosphären unserer nächsten Sternnachbarn, die wir bisher für stabil hielten? Sollten wir anfangen, auch unsere eigenen Sonnensysteme viel genauer zu inspizieren?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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