Sie sitzen im Zug, blicken auf die vorbeiziehende Landschaft und fragen sich, ob die zusätzliche Investition in die Business Class wirklich etwas bringt. Ich habe diesen Test gemacht: 180 Dollar (rund 150 Euro) für die Premium-Variante im neuen Amtrak Acela von New York nach Washington, DC. Das Ergebnis? Trotz aller Hightech-Annehmlichkeiten würde ich es nicht wieder tun.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Die Fahrt war komfortabel und das neue Design beeindruckend. Aber wenn es um das Preis-Leistungs-Verhältnis geht, müssen Sie wissen, wo der Haken liegt. Viele Reisende in den USA ignorieren einen entscheidenden Faktor, wenn sie für den Komfort zahlen. Und genau das führt dazu, dass sie ihr Geld buchstäblich auf den Gleisen liegen lassen.
Der erste Schock: Warten am Boden
Wenn Sie Business Class buchen, erwarten Sie einen gewissen Status. Priority Boarding gehört für viele dazu – eben der kleine Vorteil, der den Stress am Bahnhof nimmt. Tja, Pech gehabt. In New York stand ich am Penn Station auf dem Boden und wartete auf den Einsteigebefehl.
Der Grund? Nur die First Class genießt dieses Privileg. Als Business-Gast sind Sie im Prinzip nur eine Stufe höher als die Standard-Passagiere, was die Wartezeit betrifft. Das ist ein entscheidender Nachteil, den viele übersehen, bevor sie die Zusatzkosten akzeptieren.

Modern, ja. Aber ist das „NextGen“?
Amtrak preist die neuen Acela-Züge als technologischen Sprung an. Und optisch liefert der Wagen ab. Hier ein Blick auf das, was Sie bekommen:
- Ergonomische Sitze: Deutlich besser als im alten Standard, definitiv eine Verbesserung.
- Saubere & geräumige Bäder: Moderne Details, die man in US-Zügen selten findet.
- WLAN: 5G-Abdeckung versprochen – gut für die Arbeit oder Netflix.
Ich habe die dreistündige Fahrt größtenteils damit verbracht, Videos zu schauen. Das ist Luxus? Eher Standardprogramm für jeden, der einen guten Sitzplatz für seine Freizeitbeschäftigung sucht.
Der eigentliche Dealbreaker: Das fehlende „Wow“
Ich bin viel in Business Seats auf Schienen weltweit unterwegs. Die dünne Schicht Luxus, die Amtrak hier anbietet, fühlt sich für 180 Dollar mehr an wie eine gut polierte Economy Plus-Variante, nicht wie eine echte Business Class.
Der Vergleich, den Sie ziehen müssen: Stellen Sie sich vor, Sie bezahlen für ein Premium-Abo im Streaming-Dienst, aber die exklusiven Inhalte sind nur ein paar Minuten länger als bei der Basisversion. Der Komfort ist da, aber er rechtfertigt den massiven Aufpreis (besonders im Hinblick auf die Kosten für ein normales Ticket) nicht.
Für Reisende, die pünktlich sind und ihren Platz schnell finden, wird der Mehrwert des besseren Sitzes schnell irrelevant, sobald der Zug anfängt zu rollen und das übliche Tosen beginnt.

Mein ehrliches Fazit: Die neue Acela-Business-Class ist die beste, die ich je in den USA erlebt habe. Aber das ist leider kein sehr hohes Lob. Das Geld war es nicht wert.
Ihr smarter Spartipp für die Ostküsten-Strecke
Wenn Sie das Beste aus Ihrer Amtrak-Fahrt herausholen wollen, ohne Hunderte von Dollar zu verbrennen, nutzen Sie diesen Trick, den viele Einheimische (besonders hier in den Regionen mit schlechten lokalen Verbindungen) anwenden:
- Wählen Sie First Class nur für den Frühzug: Wenn Sie wirklich Ruhe und Priority brauchen, sparen Sie lieber für die einmalige First Class-Erfahrung (die meist nur unwesentlich teurer ist als das Business-Upgrade) statt das Mittelmaß zu buchen.
- Die Power der Vorbereitung: Kaufen Sie sich einen richtig guten Nackenkissen und ein Premium-Snack-Paket für den normalen Wagen. Wir reden hier von 30 Euro versus 150 Euro Aufpreis.
Letztendlich ist der Komfort im neuen Acela vorhanden, aber der Premium-Preis ist momentan nur ein Aufschlag für neue Polsterung und moderneres Design. Sparen Sie das Geld lieber für einen besseren Abend in Washington!
Haben Sie kürzlich einen Zug-Upgrade gemacht, der sich völlig sinnlos anfühlte? Teilen Sie uns Ihre größte Enttäuschung im Kommentarbereich mit!









