Das Kind von emotional unreifen Eltern? Diese 4 Typen verraten es sofort.

Haben Sie das Gefühl, auf Eierschalen zu laufen, wenn Sie mit Ihren Eltern sprechen? Meiden Sie wichtige Themen aus Angst vor einem emotionalen Tobsuchtsanfall oder stiller Abwesenheit? Viele erwachsene Kinder stecken fest, weil sie die Dynamik nicht benennen können. Experten sprechen nicht gerne von „toxisch“, aber es gibt Muster. Der Schlüssel liegt darin, den genauen Typ der emotionalen Unreife zu erkennen – denn nur dann können Sie die nötigen Schutzmauern bauen. Lesen Sie weiter, um herauszufinden, welcher Typ Ihr Zuhause geprägt hat.

Warum „Narzisst“ oft zu hart klingt – und warum das hilft

Der Begriff des Narzissmus ist populär geworden, doch für viele klingt er zu schwarz-weiß, besonders wenn es um die eigene Mutter oder den Vater geht. Die Psychologin Dr. Lindsay C. Gibson prägte deshalb den Begriff der „emotional unreifen Eltern“. Das Tolle daran: Diese Eltern sind nicht durchweg böse.

In der Praxis sehen wir das ständig: Die Eltern helfen aus, wenn unser Auto in München liegen bleibt oder wir dringend Geld für die Hypothek brauchen. Doch wehe, es geht um deren Zeitplan oder deren perfektes Bild von Ihnen. Dann schalten sie sofort ab oder werden unberechenbar.

Gibson definiert diese Eltern über eine einfache Sache: Ihre einzigartige Art, mit Emotionen und Stress umzugehen. Wenn Sie sich wiedererkennen, ist das kein Urteil, sondern Ihr Kompass zur Veränderung.

Die 4 versteckten Typen emotional unreifer Eltern

Jeder Elternteil passt meistens primär in eine Schublade, auch wenn Mischformen existieren. Welche Emotionen beherrschen hier das Spiel?

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1. Die Reagierenden: Wenn das Wetter in der Seele umschlägt

Reaktive Eltern sind an sonnigen Tagen die tollsten Menschen der Welt – herzlich, liebevoll, charmant. Aber wehe, die Erwartungen werden nicht erfüllt.

  • Sie werden blitzschnell unberechenbar und reagieren auf Kleinigkeiten extrem.
  • Als Kind lernen Sie: Ständig checken, ob Papa gerade eine gute Laune hat, bevor Sie ein Wort sagen.
  • Die Folge für Sie: Sie werden zum Konfliktlöser, der verzweifelt versucht, Frieden zu halten, selbst wenn es zulasten Ihrer eigenen Bedürfnisse geht.

2. Die Getriebenen: Wenn Perfektion der Maßstab aller Dinge ist

Hochgradig kritische Eltern sind die ewigen Perfektionisten. Sie treiben sich und jeden um sich herum an – und das Kind ist das primäre Ziel ihrer „Verbesserungen“.

Im Jugendalter war es die Mathe-Note. Heute ist es Ihr Job, Ihr neues Sofa oder wie Sie Ihre Kinder erziehen. Sie sind oft **aufdringlich und kontrollierend**.

Gibson sagt, sie glauben: Sonst wird man ein totaler Versager. Das Ergebnis? Viele erwachsene Kinder brennen aus oder wählen Karrierewege, nur weil die elterliche Billigung wichtiger war als die eigene Freude.

3. Die Passiven: Wenn das emotionale Eingreifen fehlt

Passiv bedeutet nicht „neutral“. Diese Eltern sind oft die „lustigen“ Großeltern-Typen, die Sie in den Freizeitpark mitnehmen. Sie sind fabelhaft im Spiel.

Aber hier kommt der Stolperstein: Sobald es schwierig wird – ein Streit mit dem Partner, das Kind weint vor Angst – ziehen sie sich klammheimlich zurück. Sie verlassen buchstäblich den Raum, wenn Missbrauch stattfindet, weil sie keinen Konflikt wollen.

  • Sie trösten nicht bei Wut oder Angst.
  • Manchmal leugnen sie sogar Probleme, weil es die Familiendynamik *komplizieren* würde.

Ironischerweise fällt es diesen Kindern später oft schwer, gesunde Beziehungen zu führen, weil ihnen in den entscheidenden Momenten die Anleitung zum Umgang mit echten Problemen fehlte.

4. Die Abwesenden: Wenn Sie für sie Luft sind

Emotional abwesende Eltern sind vielleicht die schwierigsten, weil sie mental oder emotional gar nicht anwesend sind. Sie sind „abweisend“, weil sie schlicht nicht in der Lage sind, Ihre emotionalen Bedürfnisse wahrzunehmen.

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Das Kind fühlt sich unbedeutend. Das hat massive Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl. Oftmals erwarten diese Erwachsenen später im Leben nur das Nötigste von Partnern und Freunden.

Achtung: Viele fühlen sich unbewusst zu *manipulativen* Menschen hingezogen, die ihnen endlich jene intensive (wenn auch schädliche) Aufmerksamkeit schenken, nach der sie sich so lange gesehnt haben.

Ihr Survival-Plan: So durchbrechen Sie den Kreislauf

Wenn Sie einen oder mehrere dieser Typen identifiziert haben, geht es jetzt um Schadensbegrenzung und Selbstschutz. Sie müssen nicht nach Berlin fahren, um sich behaupten zu lernen – das geht auch im eigenen Wohnzimmer.

Ihr wichtigstes neues Werkzeug ist die Grenze. Besonders bei den Reagierenden und Kritischen hilft die sogenannte „Grauer-Stein-Methode“. Das heißt: Antworten Sie emotionslos, neutral und kurz, wenn Drama droht. Halten Sie das Drama auf Abstand, wie beim Abziehen von Schmutz von einer feuchten Serviette.

  • Sprechen Sie langsamer: Das zwingt Sie, bewusster zu formulieren, und es gibt Ihnen Zeit zum Nachdenken.
  • Akzeptieren Sie die Lücke: Die Lücke zwischen Ihren Bedürfnissen und dem, was sie geben können, wird nicht geschlossen. Versuchen Sie nicht, sie zu füllen.
  • Kontakt reduzieren: Wenn Sie sich körperlich oder seelisch unsicher fühlen, ist Kontaktabbruch (oder stark reduzierte Kommunikation) die letzte, aber gesündeste Option.

Es ist möglich, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Fokussieren Sie sich auf die gesunden Beziehungen, die Sie pflegen können.

Welche dieser vier Reaktionen mussten Sie am häufigsten in Ihrer Kindheit navigieren, um den Frieden zu wahren? Teilen Sie Ihre Erfahrungen, damit andere sich nicht so allein fühlen!

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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