Stellen Sie sich vor, das Leben wäre ein ständiger Kampf ums Überleben, und Ihre größte Bedrohung käme nicht von außen, sondern von den eigenen Artgenossen. Auf einer verlassenen Insel im Prespasee findet sich eine griechische Landschildkrötenpopulation am Rande der Ausrottung wieder – und die Ursache ist grauenvoller, als Sie denken.
Experten enthüllten nun schockierende Details, die zeigen, wie die wenigen Weibchen dort regelrecht gefoltert werden. Wenn Sie dachten, Überbevölkerung wäre nur ein Problem für uns Menschen, werden Sie hier eines Besseren belehrt. Ignorieren Sie das nicht, denn diese ökologische Katastrophe könnte ein Warnsignal für andere sensible Ökosysteme sein – auch in unserer Nähe, denken Sie nur an die empfindlichen Arten in den Alpen oder an der Ostseeküste.
Golem Grad: Die Insel der einsamen Männchen
Auf Golem Grad, einer kleinen Insel, die früher als Versteck für Schmuggler diente, lebt heute eine große Kolonie griechischer Landschildkröten. Die Bedingungen für die Männchen sind paradiesisch. Für die Weibchen jedoch ist es die Hölle auf Erden. Forscher stellten fest, dass das Geschlechterverhältnis massiv verschoben ist.
Das Ergebnis dieser Schieflage ist bizarr und tödlich:

- Die Männchen jagen die wenigen Weibchen so aggressiv, dass deren Leben extrem verkürzt wird.
- Weibchen speisen schlechter, bekommen weniger Nachwuchs und sterben früher.
- Manche Weibchen wählen den „demografischen Selbstmord“ und stürzen sich von den Klippen.
Ein Verhältnis von 19 zu 1: In manchen Brutgebieten fanden Wissenschaftler bis zu 19 erwachsene Männchen auf nur ein einziges Weibchen. Können Sie sich das vorstellen? Bei uns in Deutschland sind solche extremen Ungleichgewichte selten, aber sie zeigen, wie schnell die Natur aus dem Ruder laufen kann, wenn die Basis bröckelt.
Wenn Paarung zum Mobbing wird
Die Paarungsrituale sind hier nicht romantisch, sondern reine Gewaltakte. Wenn ein Weibchen von der Jagd erschöpft zusammenbricht, wird es buchstäblich unter einem Berg männlicher Reptilien verschwinden. Studien sprechen davon, dass Weibchen dabei regelrecht „von Männchen begraben“ werden, während sie versuchen, sich zu paaren.
Die körperlichen Schäden sind massiv. Etwa drei Viertel aller Weibchen auf der Insel weisen sichtbare Genitalverletzungen auf. Die Männchen scheinen in ihrer Verzweiflung alles zu versuchen:
- Anrempeln und Beißen, teilweise bis zum Blutverlust.
- Aggressives Aufreiten und heftiges Stoßen mit dem Schwanzende.

Das Absurde Ende der Geduld
Die Frustration der Männchen ist so groß, dass sich ihr Sexualverhalten selbst gegen die Art richtet. Forscher beobachteten, dass Männchen untereinander kopulieren, um ihren Trieb zu befriedigen. Das mag für uns kurios klingen, ist aber ein deutliches Zeichen dafür, wie verzweifelt die Situation ist.
Der Countdown läuft: 2083
Die Prognose der Forscher ist düster. Sollte sich nichts ändern, wird die letzte weibliche Schildkröte auf Golem Grad Schätzungen zufolge im Jahr 2083 sterben. Damit wäre die Population ausgelöscht, nicht durch Raubtiere oder Krankheit, sondern durch ein massives internes Ungleichgewicht.
Was genau dieses Ungleichgewicht verursacht hat, ist noch ein Rätsel. Auf dem Festland ist die Population viel ausgeglichener. Die wahrscheinlichste Theorie: Die Schildkröten wurden vor langer Zeit von Menschen auf die Insel gebracht, und zwar in einem ungleichen Geschlechterverhältnis. Einige Tiere tragen sogar eingeritzte Zahlen im Panzer – ein Hinweis auf frühere menschliche Eingriffe, deren Ursprung heute niemand mehr kennt.
Diese Schildkröten könnten 100 Jahre alt werden. Die Antwort, wer sie hierherbrachte und warum, wird wahrscheinlich mit ihnen sterben.
Was denken Sie: Können solche extremen Geschlechterungleichgewichte in der Natur rückgängig gemacht werden, oder ist das Schicksal der Schildkröten auf Golem Grad bereits besiegelt?









