Der Staat machte einen Fehler: Zwei KI-Giganten im ersten KI-Ausscheid unerwartet draußen – und jetzt wird es doppelt hart

Stellen Sie sich vor, Sie haben jahrelang hart an einem Projekt gearbeitet, nur um dann beim ersten offiziellen Härtetest komplett auszuscheiden. Genau das ist gerade mit zwei Schwergewichten der südkoreanischen Tech-Szene passiert. Naver Cloud und NC AI sind in der ersten Runde des staatlich geförderten „Dokpamo“-Projekts (Doktoranden-KI-Foundation-Modelle) gescheitert. Ursprünglich sollte nur ein Team aussortiert werden, doch am Ende waren es zwei. Was steckt hinter dieser überraschenden Pleite und wie verändert das die gesamte KI-Landschaft in Südkorea?

Kein Platz für Kopien: Die harte Wahrheit über koreanische KI

Als das Wissenschaftsministerium die Ergebnisse der ersten Phase präsentierte, herrschte Fassungslosigkeit. Naver Cloud und NC AI, zwei Namen, die man eigentlich in der Riege der Top-3-Teams (LG AI, SK Telecom, Upstage) erwartet hätte, sind raus. Warum? Die Regeln waren offenbar strenger, als man annahm.

Das Gnadenlose Kriterium: Echte Eigenständigkeit

Das Hauptproblem lag in der Eigenständigkeit der Modelle. Das Ministerium hat klargemacht: Wer nur ausländische Modelle feinjustiert (im Fachjargon: „Fine-Tuning“), zählt nicht als echtes Fundament-Modell. Und genau hier stolperten Naver Cloud und NC AI.

  • Naver Cloud: Die Gesamtpunktzahl war okay, aber die Experten sahen zu viel Abhängigkeit von fremden Architekturen.
  • NC AI: Hier war die Eigenständigkeit kein Ausschlusskriterium, aber sie verlor im direkten Punktvergleich gegen die Konkurrenz – ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das sie verloren haben.

Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Viele Entwickler in unserem Land haben diesen Punkt unterschätzt. Man kauft das beste Werkzeug, aber wenn die Blaupause nicht von Grund auf selbst gezeichnet wurde, zählt es am Ende nicht, wenn es um nationale Champions geht.

Der Staat machte einen Fehler: Zwei KI-Giganten im ersten KI-Ausscheid unerwartet draußen – und jetzt wird es doppelt hart - image 1

Der doppelte Verlust und die neue Chance

Diese Entwicklung ist mehr als nur ein Rückschlag für die beiden Unternehmen; sie krempelt die ganze Dynamik des Projekts um. Aus fünf Start-Teams sind plötzlich nur noch drei übrig. Das ist ein drastischer Schnitt.

Was das für Ihre Arbeit bedeutet

Wenn selbst etablierte koreanische Platzhirsche im KI-Rennen stolpern, zeigt das, wie hoch die Latte für wahre Innovation liegt. Für Sie als Anwender bedeutet das im Grunde: Die KI-Systeme, die bald auf den Markt kommen (vielleicht sogar die, die Sie täglich im Büro nutzen), müssen wirklich etwas Neues bieten.

Das Ministerium hat bereits reagiert. Weil nun ein Platz frei ist, wird eine zusätzliche Ausschreibung für ein viertes Elite-Team gestartet. Das ist die Ironie der Geschichte: Die Verlierer der ersten Runde bekommen eine zweite Chance!

Der Staat machte einen Fehler: Zwei KI-Giganten im ersten KI-Ausscheid unerwartet draußen – und jetzt wird es doppelt hart - image 2

Interessant ist hierbei, dass sowohl Naver Cloud als auch NC AI erneut am Wettbewerb teilnehmen dürfen. Man gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Hausaufgaben schneller zu machen und ein „von Grund auf“ eigenes Modell vorzustellen.

Die Lektion: Wer nicht mitzieht, bleibt liegen

Der Vizeminister für Wissenschaft und Technologie hat es freundlich, aber bestimmt formuliert: Er erwarte, dass alle Beteiligten die Ergebnisse akzeptieren und den Neustart annehmen. Kein Platz für Schmollen, nur für schnelle Anpassung. Gerade wenn man im südostasiatischen Raum oder hier bei uns ständig mit Überstunden kämpft, kennen wir dieses Gefühl: Man muss unerbittlich sein, um vorne zu bleiben.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob Naver und NC AI die Kritik wirklich verinnerlicht haben. Werden sie ihre Strategie ändern oder weiterhin versuchen, mit minimalen Anpassungen durchzukommen?

Was denken Sie? Ist das Ausscheiden dieser beiden Giganten ein Zeichen für mangelnde Tiefe in der heimischen KI-Forschung oder einfach nur die harte, aber nötige Durchsetzung von Qualitätsstandards?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

Artikel: 1367

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert