Die Formel, die Sheldon HASSEN WÜRDE: Echte Physiker lösen das TBBT-Rätsel

Erinnern Sie sich an die Szene in The Big Bang Theory, als Sheldon und Leonard vor einer Tafel standen und kläglich an einem theoretischen Problem mit hypothetischen Teilchen gescheitert sind? Es war ein Insider-Witz für Nerds. Aber die Pointe ist: Dieses scheinbar unlösbare Rätsel der Teilchenphysik wurde jetzt von echten Wissenschaftlern geknackt – und zwar an einem Ort, an dem Sie es am wenigsten erwarten.

Viele von uns schauen beim Abendbrot Fernsehen und denken, diese komplexen Probleme sind weit weg. Aber gerade jetzt, während wir über die nächste Urlaubsplanung brüten, liefert ein Forschungsteam eine Blaupause, wie man das „dunkle Ding“ im Universum fangen könnte. Und nein, dafür brauchen Sie kein Teleskop, das auf dem Dachfirst des Nachbarn montiert ist.

Warum die düstren Theorien aus Pasadena plötzlich relevant sind

Das große Mysterium? Die Dunkle Materie. Sie macht 85% des Universums aus, wir sehen sie nicht, aber ihre Schwerkraft hält Galaxien zusammen – wie ein kosmisches Klebeband. Eine der Hauptkandidaten für diese unsichtbare Masse sind die sogenannten **Axionen**.

Bisher war die Suche nach Axionen oft ein teures Unterfangen: Riesige Detektoren tief unter der Erde, um kosmische Strahlung abzufedern. Das Team um Jure Zupan von der Universität Cincinnati hat einen radikal anderen Ansatz gewählt, der direkt aus der modernen Energieforschung kommt.

Der unerwartete Ort: Der Fusionsreaktor

Anstatt im Weltall zu suchen, schauen sie in die Hitze der Erde – oder besser gesagt, in experimentelle **Kernfusionsreaktoren**. Speziell interessieren sie sich für Reaktoren, die Deuterium und Tritium nutzen, ähnlich denen, die international gerade im südfranzösischen ITER-Projekt aufgebaut werden.

Die Formel, die Sheldon HASSEN WÜRDE: Echte Physiker lösen das TBBT-Rätsel - image 1

Hier kommt die Sensation:

  • Diese Reaktoren erzeugen einen massiven Fluss von Neutronen.
  • Diese Neutronen können mit den Lithiumwänden des Reaktors wechselwirken.
  • Dabei können **schwache, exotische Teilchen** – die Axionen – entstehen, die Licht ignorieren.
  • Ein zweiter Mechanismus, die sogenannte Bremsstrahlung, könnte ebenfalls Axionen „auspressen“, wenn Neutronen abbremsen.

Das ist der entscheidende Punkt: Es ist nicht nur eine Theorie. Die Forscher liefern präzise Modelle, wie man diese spezifischen Signaturen messen könnte, anstatt nur spekulativ zu hoffen.

Die traurige Tafel und die neue Hoffnung

Faszinierend ist, dass die Grundidee bereits in The Big Bang Theory angedeutet wurde. In einer Folge wurde eine Formel gezeigt, die Axionen aus dem Sonneninneren berechnen sollte. Daneben malte jemand eine traurige Smileys auf die Tafel. Warum? Weil die damaligen Berechnungen zeigten, dass die Wahrscheinlichkeit, etwas zu messen, nahe Null lag.

Zupan bestätigt diesen Punkt: Was theoretisch möglich war, war praktisch unnachweisbar. Aber das neue Team hat die Mechanismen **neu justiert**. Sie nutzen andere nukleare Prozesse im Reaktor, die viel höhere Ausbeuten versprechen.

Man kann es sich so vorstellen: Sheldon und Leonard kannten das Ziel (die Axionen), aber sie hatten die falsche Tür im Treppenhaus benutzt. Die neuen Physiker haben den Bauplan für den richtigen Aufzug gefunden.

So fangen Sie das Unsichtbare

Die Produktion ist die halbe Miete. Die **Detektion** ist das wahre Kopfzerbrechen. Axionen lassen sich nicht einfach einfangen, sie gehen durch alles hindurch – selbst durch Ihren teuren neuen Betonbunker im Garten.

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Die vorgeschlagene Methode ist clever und indirekt: Man nutzt die Axionen, um spezifische Atome zu „pulverisieren“.

Im Detail: Man zielt auf **Deuterium-Kerne** (ein schwerer Wasserstofftyp, den man eventuell aus dem Wasser in Ihrer Region gewinnen könnte). Wenn ein Axion den Kern trifft, zerbricht er in Proton und Neutron. Wenn Sie diese Bruchstücke nachweisen können, haben Sie das Axion indirekt überführt.

Der technische Knackpunkt: Die benötigten Detektoren müssten extrem empfindlich sein, um das Hintergrund-„Rauschen“ aus der Umgebung zu ignorieren – vergleichbar mit dem Versuch, eine einzelne Fliege in einem gut gefüllten Biergarten bei voller Lautstärke zu hören.

Was bleibt am Ende?

Wir haben noch kein Axion gefunden, das ist klar. Aber diese Arbeit liefert quasi die GPS-Koordinaten, wo man suchen muss, und zwar in bereits existierender oder im Bau befindlicher Infrastruktur. Es ist ein perfektes Beispiel dafür, wie anwendungsnahe Ingenieurskunst (Fusionsreaktoren) die fundamentalsten Fragen der Kosmologie beantworten kann.

Anstatt auf einen Gott-Moment aus dem All zu warten, bauen wir uns die Suche einfach hier auf der Erde zusammen. Sind Sie bereit, diese neue Ära der Teilchenjagd aktiv mitzuverfolgen?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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