Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie in einer perfekt getakteten Stadt plötzlich doch wieder vor einer roten Ampel stehen? In Cluj-Napoca soll dieses tägliche Ärgernis bald der Vergangenheit angehören. Bürgermeister Boc hat hohe Wellen geschlagen: Künstliche Intelligenz (KI) soll ab 2026 die Verkehrssteuerung übernehmen. Das klingt nach Zukunftsmusik, aber ich habe mir die Details angesehen, und da steckt ein entscheidender Punkt, über den die Stadtverwaltung nicht laut genug spricht. Bevor Sie das nächste Mal im Stau stehen und ungeduldig auf die nächste „grüne Welle“ warten, sollten Sie wissen, worauf es jetzt ankommt.
Die KI kommt frühestens 2026: Was sich wirklich ändert
Die Stadtverwaltung hat grünes Licht für ein dickes Investitionspaket gegeben – über 12,4 Millionen Lei fließen in die Modernisierung von 18 Fußgängerüberwegen und einer Schlüsselkreuzung. Das Ziel? Effizienz. Aber die KI arbeitet nicht wie ein menschlicher Fahrer, der mal ein Auge zudrückt.
Warum die Stadtführung auf künstliche Intelligenz setzt
Der Bürgermeister verglich die Situation mit San Francisco, wo angeblich 2.500 autonome Taxis völlig regelkonform fahren. Der große Vorteil der KI, so die Argumentation, ist ihre Unbestechlichkeit und Analysefähigkeit. Sie kennt keine Subjektivität, sondern folgt strengen Regeln.
- Perfekte Einhaltung: Die KI kennt keine Müdigkeit oder Ablenkung.
- Massive Datenverarbeitung: Sie kann potenziell über 100 Ampeln synchronisieren – das menschliche Auge kann das nicht.
- Erste Tests: Im Rahmen des Projekts „Net Zero Moving“ sollen erste KI-Tests an spezifischen Kreuzungen starten.
Fakt ist: Dieser Einsatz soll die Verkehrsführung radikal optimieren und die berüchtigten „Stau-Hotspots“ umfahren helfen.

Die Warnung der Opposition: Das größte Risiko für Ihren Arbeitsweg
Bei aller Euphorie gab es im Stadtrat auch kritische Stimmen, und genau hier sollten Cluj-Bürger aufhorchen. Die politische Gegnerin Oana befürchtet bei der neuen Dichte an Fußgänger-Semaforen – insbesondere auf der Constantin-Brâncuși-Straße, wo fünf neue Stopps entstehen – eine Überregulierung.
Stellen Sie sich vor, Sie fahren die lange Borhanci- oder Brâncuși-Straße entlang, und alle 200 Meter hält das System den gesamten Verkehr an, weil eine Person den Knopf gedrückt hat, obwohl die Straße ansonsten leer ist. Oana warnte davor, dass man ohne eine makro-strategische Sichtweise einen „Verkehrsdopfen“ auf jeder zweiten Straßenecke erzeugt.
Der Knackpunkt: Fußgänger vs. Grüne Welle
Genau hier liegt das Dilemma, das Sie im Alltag betreffen wird. Der stellvertretende Bürgermeister Tarcea bestätigte, dass öffentliche Verkehrsmittel bereits bevorzugt werden. Aber bei signalgesteuerten Fußgängerampeln (mit Knopf) funktioniert die „Grüne Welle“ für Autofahrer nicht optimal. Die KI muss lernen, diesen Konflikt zu beherrschen.
In meinem Berufsalltag als Analyst bemerke ich oft: Neue Technologie wird implementiert, ohne die lokalen Gegebenheiten vollständig zu berücksichtigen. Was in München funktioniert (wo vielleicht weniger spontane Knopfdrücke passieren), könnte in Cluj zu Frust führen, wenn die Fußgänger-Priorität zu strikt ist.

Ihr praktischer Vorteil: Was Sie JETZT tun können
Auch wenn die KI erst 2026 vollends startet, können Sie handeln, um die Übergangsphase zu überstehen. Die Stadt investiert über 12 Mio. Lei in die Hardware. Aber wie sieht es mit der Sichtbarkeit und Sicherheit aus?
Mein Tipp für alle Autofahrer und Eltern in Cluj: Drängen Sie darauf, dass die Nachtbeleuchtung an den neuen Übergängen Priorität hat. Schlecht beleuchtete Zebrastreifen sind nicht nur für Fußgänger gefährlich, sie zwingen auch Autofahrer zu abrupten Bremsmanövern, die jeder Verkehrssimulation widersprechen.
Die Stadtverwaltung muss **akribisch auf die Einhaltung der 16-monatigen Bauzeit achten** und kritische Punkte, besonders nahe der Schulen, sofort priorisieren. Wenn die Datenbasis der KI fehlerhaft ist oder neue Ampeln schlecht beleuchtet sind, erzielen wir nur das Gegenteil von dem, was wir wollen.
Ein Blick in die Zukunft
Cluj positioniert sich technologisch an vorderster Front. Die Idee, menschliche Subjektivität aus der Ampelsteuerung zu entfernen, ist verlockend. Aber diese KI lernt nur, was man ihr beibringt – und sie wird anfangs wohl noch einige „Lernkurven“ haben, die wir alle im Berufsverkehr ausbaden müssen.
Was denken Sie? Welche Kreuzung in Cluj ist Ihrer Meinung nach so chaotisch, dass sie als Erstes dem KI-Test unterzogen werden sollte?









