Die Wahrheit über Bartender: Dieser Roboter-Drink kostet Sie sofort Zeit und Nerven

Haben Sie sich jemals gefragt, wie viel Zeit verschwenden Sie eigentlich beim Warten an der Bar? Wir alle kennen das: Man steht da, der Barkeeper ist im Stress, und das simple Glas Wein fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Nun ist in Italien ein Ort eröffnet worden, der diesen Schmerzpunk lösen soll – und zwar mit kaltem Stahl statt menschlicher Wärme.

In Treviso, der Heimat des Prosecco, steht jetzt Italiens erster Bar, in dem Sie keinen einzigen menschlichen Barkeeper sehen werden. Zwei Roboter übernehmen das Ruder. Ist das die Zukunft des Nachtlebens, oder verlieren wir dadurch etwas viel Wichtigeres als nur die Wartezeit?

Der sterile Blick: Was hinter dem Tresen wirklich passiert

Der Laden nennt sich „Sandbox VR“ und ist eigentlich eine Halle für Virtual-Reality-Spiele. Aber inmitten von immersiven Welten steht eine kalte, klinische Barkeeper-Station von der Firma Makr Shakr. Ich war ehrlich gesagt skeptisch, als ich davon hörte. Ist ein perfekt gemixter Cocktail wirklich besser, wenn er von einem Arm ohne Seele serviert wird?

Der Aufbau ist auf Effizienz getrimmt, das merkt man sofort. Hier ging es den Gründern Vito Scavo und Alessandro Bergamo nicht um Geselligkeit, sondern um Durchsatz. Sie haben das Konzept, das bereits in UK und den USA getestet wurde, nun nach Italien geholt.

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So bestellen Sie Ihren High-Tech-Drink

Vergessen Sie Augenkontakt. Vergessen Sie die Empfehlung für den perfekten Aperitif. Hier zählt Geschwindigkeit.

  • Sie gehen zum Tresen – dort stehen zwei Tablets.
  • Sie wählen Ihren Cocktail aus der digitalen Karte.
  • Sie bezahlen kontaktlos per POS-Terminal.

Und dann? Dann übernimmt der Roboter. Er greift sich die Flaschen selbst, dosiert mit chirurgischer Präzision (oder zumindest, das ist die Behauptung) und serviert. Alles in Sekunden.

Der versteckte Preis der Effizienz

Wir Italiener lieben unsere „Aperitivo“-Kultur. Es geht um mehr als nur den Drink; es geht um die Geste, das Gespräch. Ein Roboter kann tausend Martini rühren, aber er kann Ihnen nicht sagen, wie Ihr Tag war.

Ich habe bemerkt: Wenn Sie das erste Mal zusehen, wie die mechanischen Arme arbeiten, ist das faszinierend. Es ist wie Science-Fiction in Ihrem Glas. Aber nach dem dritten Mal? Es wird langweilig. **Die menschliche Interaktion fällt komplett weg.** Das ist der Haken, den viele News-Seiten verschweigen, wenn sie von „Innovation“ sprechen.

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Ironischerweise haben die Betreiber zugestanden, dass sie für Treviso spezielle „dosis abbondanti“ (großzügige Dosen) von Aperol und Prosecco bereitgestellt haben. Wahrscheinlich, weil sie wissen, dass die Kunden trotzdem einen ordentlichen Schluck brauchen, um die fehlende Wärme auszugleichen.

Ihr Survival-Tipp in der Roboter-Bar

Wenn Sie diesen Ort besuchen wollen, um die Technik zu sehen, ist das super. Aber wenn Sie ein echtes Erlebnis suchen, ändern Sie Ihre Erwartungshaltung. Sehen Sie es als Museumsstück, nicht als Ihre neue Stammkneipe.

  • Tipp 1: Studieren Sie die App im Voraus. Verbringen Sie keine wertvollen Sekunden mit Überlegen, wenn der Roboter auf Sie wartet.
  • Tipp 2: Bestellen Sie etwas Komplexes. Ein simpler Gin Tonic ist überall gleich. Testen Sie die Grenzen der Programmierung.
  • Tipp 3: Nehmen Sie Ihr Getränk direkt vom Tresen und setzen Sie sich an einen Tisch mit sichtbaren Menschen. Die beste Sicht auf die Welt ist nicht durch eine VR-Brille.

Die Automatisierung kommt, das ist sicher. Aber müssen wir dabei zusehen, wie die Seele aus unseren Lieblingslokalen weicht? Ich bin gespannt, wie sich dieser hybride Ansatz in unserer Kultur durchsetzt.

Was denken Sie? Würden Sie dem Roboter Ihr Vertrauen schenken und Ihren Feierabenddrink von diesem kalten Mechanismus mixen lassen, oder bleibt die Chemie zwischen Mensch und Barkeeper unersetzlich?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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