Stellen Sie sich vor, Ihr Staubsauger könnte sich auf Handtuchgröße zusammenfalten, durch einen Lüftungsschacht kriechen und anschließend im Gartenteich planschen. Was nach Science-Fiction klingt, ist Realität, allerdings in Form eines humanoiden Roboters aus China. Vergessen Sie starre Metallkolben und laute Motoren. Dieses neue Modell ist das genaue Gegenteil: Es ist weich, dehnbar und bricht mit jedem bekannten Ansatz der Robotik.
Warum ist das wichtig für Sie? Weil diese Technologie zeigt, wie Roboter in Umgebungen agieren können, die für unsere aktuellen, steifen Maschinen reine Sackgassen sind – sei es in der Wartung, bei Rettungseinsätzen oder sogar in Fabriken, wo Platz Mangelware ist. Wenn Sie dachten, Roboter müssten laut und klobig sein, um etwas zu bewegen, schauen Sie jetzt genauer hin.
Weniger Metall, mehr Morphing: Die Anatomie eines Luftballons
Das Faszinierendste an diesem 4,5 Kilogramm leichten Humanoiden ist seine Struktur. Er basiert nicht auf starren Rahmen, sondern auf aufblasbaren Kammern, die mit Gewebe und leichten Führungen ummantelt sind. Forscher ließen sich dabei vom menschlichen Körper inspirieren – genauer gesagt, davon, wie sich unsere Knochen entwickeln.
Ein Gelenk, das sich mehrmals streckt
Anstatt auf feste Komponenten zu setzen, nutzen die Ingenieure „wachsende Glieder“. Durch das Erhöhen des Luftdrucks dehnen sich diese Gliedmaßen aus; beim Ablassen zieht sich die Struktur zusammen, ohne komplett zu kollabieren. Das Resultat: Jedes Glied kann sich auf das Mehrfache seiner ursprünglichen Länge strecken.
Ich habe mir die Bewegungsabläufe angesehen, und es ist keine elegante Ballettvorstellung. Die Maschine wirkt eher wie ein Mensch, der sich morgens nach dem Aufwachen streckt – zögerlich, aber effektiv. Diese Nachgiebigkeit ist der Schlüssel.

- Volle Höhe: Über 1,3 Meter – höher als Ihr Küchentresen.
- Kompaktmodus: Weniger als ein halber Meter hoch, passt in eine Kiste.
- Struktur: Leichtgewichtige Konstruktion, die bei Kollisionen Energie absorbiert.
Kriechen, Schweben, Durchschlüpfen: Die Mobilität der Anpassung
Solche Maschinen sind nicht für Höchstgeschwindigkeit gebaut. Ihr Wert liegt in der physischen Anpassungsfähigkeit an chaotische oder enge Umgebungen. Genau hier versagen traditionelle Industrieroboter.
Wenn Steifheit zum Hindernis wird
Wenn der Roboter seine Höhe wechselt, verändert er seine Silhouette, um durch Öffnungen unterhalb der halben Meter Höhe zu passen – etwas, das stählerne Kollegen sofort blockieren würde. Aber die Bewegung ist kompliziert, und das ist ehrlicherweise auch gut so. Die langsame, vorsichtige Gangart ist eine direkte Konsequenz seiner weichen Beine.
Auf festem Boden muss er ständig mit dem Luftdruck und kleinen Motorkorrekturen das Gleichgewicht halten. Stellen Sie sich vor, Sie müssten bei jedem Schritt Ihre Muskeln neu anspannen, nur um nicht umzufallen. Das ist die Realität für ihn.
Der unerwartete Trick: Schwimmen statt Laufen
Hier kommt der Aspekt, der im Alltag am nützlichsten erscheint, besonders wenn wir an Überschwemmungen (was in einigen deutschen Regionen leider öfter vorkommt) oder nasse Lager denken: Er schwimmt.

Da der Großteil seines Volumens Luft ist, ist er von Natur aus extrem auftriebsstark. Mit einer wasserdichten Hülle kann er sein Eigengewicht locker übertreffen. Die Bewegungen im Wasser erinnern an einen langsamen Brustschwimmstil. Das ist keine Hightech-Rudertechnik, sondern ein Resultat der Physik weicher Körper.
Praktischer Nutzen: Wie weich besser ist als hart
Der vielleicht wichtigste „Lifehack“ dieser Technologie ist die Fehlerverzeihung. Wenn ein Rigider Roboter stürzt, drohen teure Reparaturen. Wenn dieser Roboter fällt, verhält er sich eher wie ein großer Sack Kartoffeln auf dem Boden.
Tipp für ähnliche Konzepte (auch in kleinerem Maßstab): Die Forscher nutzen die Nachgiebigkeit, um Energie im Körper zu speichern, die dann unkontrolliert freigesetzt wird, z.B. bei einem Tritt. Das ist Ineffizienz pur, aber es bedeutet, dass man weniger Energie für die Dämpfung von Stößen aufwenden muss. Im Prinzip wird die Federung zum tragenden Element und nicht zum Zusatzteil.
Dieses Design stellt die alte Frage der Robotik auf den Kopf: Muss ein System immer perfekt kontrolliert sein, oder kann es seine Umgebung durch Nachgeben besiegen? Es ist ein spannender Schritt weg von der Perfektion hin zur adaptiven Existenz.
Was denken Sie: Würden Sie eher einem starren, lauten Arm in der Industrie vertrauen oder diesem leisen, formwandelnden Wesen?









