Dieser 3-Millionen-Jahre-alte Fund krempelt die Menschheitsgeschichte um

Stellen Sie sich vor, Sie blättern durch die Geschichtsbücher Ihrer eigenen Familie und stellen fest, dass jemand fehlt. Genau das passiert der Wissenschaft gerade mit unserem Stammbaum! Ein fast vollständig erhaltener 3 Millionen Jahre alter Hominiden-Skelettfund stellt alles in Frage, was wir über unsere Herkunft in Afrika zu wissen glaubten.

Dieser Fund, bekannt als „Little Foot“, hat die Forscher seit 2017 in einem hitzigen Streit gefangen. Aber ein neues, tiefgreifendes Gutachten legt jetzt nahe, dass wir hier möglicherweise einen komplett unbekannten Vorfahren der Menschheit vor uns haben. Für Sie bedeutet das: Die Geschichte, die Sie in der Schule gelernt haben, ist nicht die ganze Wahrheit. Lesen Sie weiter, denn die Details in seinem Schädel sind der Schlüssel dazu.

Der Skelett-Dossier: Was „Little Foot“ so besonders macht

Little Foot, gefunden im südafrikanischen Sterkfontein-Höhlensystem, ist ein echtes Meisterwerk der Paläoanthropologie. Die Entdeckung begann schon 1994, doch die aufwendige Bergung dauerte über zwei Jahrzehnte. Was wir heute sehen, ist eines der vollständigsten Skelette dieser Ära.

Doch seit seiner Präsentation 2017 gibt es Zoff: War es ein Australopithecus prometheus, wie sein Entdecker Ronald Clarke meinte? Oder doch der bekannte Australopithecus africanus?

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Die Anatomie lügt nicht: Ein unbekanntes Mosaik

Der neue Ärger begann mit einer Studie im American Journal of Biological Anthropology. Forscher um Jesse Martin von der La Trobe Universität haben nun die Mikroskopie betrieben und sagen: Es passt in nichts hinein.

Ihre Kernbotschaft ist fundamental: Little Foot weist Merkmale auf, die wir bei keiner anderen bekannten Spezies gesehen haben. Das deutet auf eine größere Diversität an Hominiden in dieser Region hin, als wir bisher annahmen. Stellen Sie sich das vor, wie wenn Sie in Ihrem ländlichen Supermarkt plötzlich eine Frucht finden, die Sie noch nie in Europa gesehen haben – sie passt in keine Schublade.

  • Der Schädelboden zeigt einen ungewöhnlich langen Nackenbereich (Planum Nuchale).
  • Dieses Merkmal gilt fast als evolutionäres „Fingerabdruck“ für separate Entwicklungslinien innerhalb einer Art.
  • Die Forscher argumentieren, dass dies **kein einfacher regionaler Unterschied** ist, sondern ein Hinweis auf eine eigene Spezies.

Das zeitliche Dilemma: Wie alt ist unser Urahn wirklich?

Was die Sache noch komplizierter macht und zeigt, wie wenig wir noch wissen, ist das Alter. Hier streiten sich die Experten, als ob es um die beste Versicherungspolice ginge:

Ronald Clarke hält ihn hartnäckig auf satten **3,67 Millionen Jahren**. Andere schätzen ihn auf konservativere 2,8 Millionen Jahre. Dieser Unterschied von fast einer Million Jahren ist in der Evolutionsforschung gigantisch!

Der Knackpunkt liegt in der Schädelbasis. Forscher schauen sich verknöcherte Stellen an, weil diese sich langsamer verändern. Wenn die Analyse dort stimmt, dann ist dieser Hominide evolutionär viel früher von der Hauptlinie abgewichen, als bisher angenommen. Das zwingt uns, die Verbreitung und das Timing der Entwicklung in Südafrika neu zu kalibrieren.

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Was bedeutet das für Ihr Verständnis der Evolution (und Ihren Alltag)?

Obwohl dieser Fund Millionen von Jahren zurückliegt, berührt er unser modernes Selbstbild. Wir neigen dazu, Evolution als eine gerade, unausweichliche Straße zu sehen. Little Foot zeigt uns, dass es eher ein verworrenes Dickicht war, voller Seitenpfade und Sackgassen.

Hier ist der einfache Hack fürs bessere Verständnis: Denken Sie an Ihre Fitness-Tracker-App. Little Foot beweist, dass zu dieser Zeit nicht nur eine Bahn aufs Display kam, sondern mindestens zwei oder drei unterschiedliche „Aktivitäten“ gleichzeitig liefen, die wir vorher ignoriert haben. Das war keine einzelne Linie, sondern eine bunte Ur-WG.

Wir müssen akzeptieren, dass unsere frühesten Verwandten in Afrika viel vielfältiger waren, als es unsere jetzigen Funde abbilden. Wir sammeln gerade erst die Puzzleteile zusammen, und dieses 3-Millionen-Jahre-alte Puzzleteil passt nicht in die bisherigen Rahmen.

Dieser Fund zwingt uns, die Lehrbücher neu zu schreiben. Was denken Sie: Wie viele unserer direkten Vorfahren sind noch unentdeckt unter der Erde begraben, und welche Überraschungen könnten sie noch bereithalten?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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