Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie im November um 16:30 Uhr nach Hause kommen und es sich anfühlt, als wäre die Sonne gerade in den Urlaub abgereist? Für viele von uns ist die lange Dunkelheit im Winter eine psychische Belastung, die uns lethargisch und unzufrieden macht. Wir kämpfen gegen die Kälte und die kurzen Tage, aber was wäre, wenn wir stattdessen mit der Dunkelheit kooperieren? Eine Expertin verrät, dass wir aus diesem „bedrückenden Grau“ ein regelrechtes Wunder erschaffen können, wenn wir nur einen kleinen mentalen Schalter umlegen.
Der große Denkfehler: Warum Sie gegen die Dunkelheit kämpfen
Die Psychologin Kari Leibowitz, die sich auf das Winter-Mindset spezialisiert hat, beobachtet immer wieder dasselbe Drama: Wir empfinden es als Kraftakt, morgens aufzustehen oder abends noch etwas zu unternehmen, wenn es draußen bereits stockdunkel ist. Dieses ewige Wehren gegen die Realität der Jahreszeit kostet unnötig Energie.
Anstatt sich gegen die Dunkelheit zu wehren, sollten Sie sich fragen: Was ist *im* Dunkeln besser? Das ist der Schlüssel.
Die dunkle Seite bringt köstliche Freuden
Wenn Sie die Abwesenheit von Licht nicht als Mangel, sondern als Präsenz von etwas Neuem sehen, eröffnen sich Möglichkeiten, die Sie im Sommer nie entdecken würden. Denken Sie nur an die Gemütlichkeit, die entsteht, wenn man bewusst entschleunigt.

- Bewusstes frühes Zubettgehen statt Netflix-Marathon.
- Die Atmosphäre eines knisternden Lagerfeuers (perfekt für die kalten Abende hierzulande).
- Die Ruhe und Stille, die der Tag einfach nicht bieten kann.
Das Geheimnis der Sternengucker: Ehrfurcht statt Erschöpfung
Aber das wahre, tiefgreifende Wunder der Dunkelheit liegt über uns. Viele Menschen in Deutschland sind sich gar nicht bewusst, wie selten sie noch einen wirklich klaren, sternenübersäten Himmel sehen.
Der vietnamesisch-amerikanische Astrophysiker Trinh Xuan beschreibt das Gefühl beim Blick auf die Sterne als eine Mischung aus kosmischer Verbundenheit und dem Gefühl der eigenen Unendlichkeit. Das ist keine esoterische Fantasie, sondern eine beobachtbare Reaktion. **Solche Momente füllen uns mit Ehrfurcht, was ein direkter Gegenspieler zur alltäglichen Sorge ist.**
Grenzenlose Dimensionen statt Lichtverschmutzung
Auch der Religionspädagoge Alfred Hirsch sieht im Sternenhimmel eine „Schwelle zu einem Rendezvous mit der unendlichen Schöpferkraft“. Für ihn ist das Staunen der erste Schritt, um spirituelle Fragen zu stellen, die uns im hektischen Alltag oft abhandenkommen.

Der praktische Hack: Suchen Sie die Dunkelheit auf. Wir leben in einer Kultur, in der viele Kinder (und Erwachsene!) die Milchstraße wahrscheinlich nie gesehen haben. Das macht tatsächlich etwas mit unserem Gefühl für die Welt.
Wenn Sie das nächste Mal frustriert sind, weil es schon dunkel ist: Fahren Sie am Wochenende bewusst an einen Ort mit wenig Lichtverschmutzung. Auf Nordseeinseln wie Pellworm oder in Gebieten wie der Rhön können Sie dieses Phänomen noch erleben.
Ihr Sofort-Tipp für heute Abend
Sie müssen nicht bis zum Wochenende warten. Nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit, um *wirklich* bewusst die Dunkelheit zu erleben. Dimmen Sie das Licht drastisch oder setzen Sie sich kurz nach draußen (warm eingepackt!). Beobachten Sie, wie sich Ihre Augen anpassen und wie sich Ihr Fokus von den alltäglichen Sorgen wegbewegt – hin zu etwas viel Größerem.
Es ist die Chance, die Winterzeit nicht einfach zu überstehen, sondern aktiv zu „erden“ und gleichzeitig den Blick nach oben zu richten.
Welchen Moment in der Dunkelheit genießen Sie am liebsten, den Sie im Sommer nie erleben würden? Teilen Sie Ihre liebste „Dunkelheits-Tradition“ in den Kommentaren!









