Dieser uralte Wal-Koloss spülte Brasiliens Küste an – und jetzt wird es mysteriös

Stellen Sie sich vor, Sie spazieren am Strand von Figueira da Foz, der Geruch von Salz liegt in der Luft, und plötzlich stolpern Sie über etwas, das aussieht wie ein gigantischer, verwitterter Felsen. Doch es ist kein Fels. Es ist ein Knochen, so groß, dass er neben Ihnen wie ein Kleinwagen wirkt. Genau das ist kürzlich Strandwanderern passiert.

Viele von uns ignorieren Funde am Strand – weggeworfene Muscheln oder Treibholz. Aber dieser Fund ist anders. Wir reden hier nicht über ein altes Fischskelett, sondern über einen Teil eines prähistorischen Riesen. Wenn Sie denken, das Meer schenkt uns nur Plastikmüll, werden Sie nach der Lektüre dieses Artikels Ihre Meinung ändern. Warum dieser Fund in Portugal jetzt Experten auf den Plan ruft, lesen Sie hier.

Der Fund: Gigantisch und verdächtig

Die Entdeckerin war eigentlich nur mit ihrer Familie spazieren, als ihr Blick auf einer Sandbank bei Buarcos (Figueira da Foz) hängen blieb. Sílvia Curado, eine portugiesische Wissenschaftlerin, die eigentlich in den USA arbeitet, erkannte sofort: Das ist kein Stein.

Was sie fand, war ein perfekt asymmetrisches Beckenknochenstück. Wir sprechen hier von etwa 1,5 Metern Länge und fast einem Meter Breite. Das Ding wiegt hunderte Kilogramm. Erst dachte man an einen großen Fisch, doch die Form verriet mehr – es musste das Skelett eines Giganten sein.

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Warum die Wissenschaft sofort hellhörig wurde

Als die ersten Fotos an Pedro Callapez, einen Paläontologen der Universität Coimbra, geschickt wurden, gab es keine langen Diskussionen. Seine erste Reaktion war verblüffend, denn der Zustand des Knochens deutet auf ein hohes Alter hin. Normalerweise sieht ein kürzlich verendeter Wal anders aus.

Callapez vermutet aufgrund der Verwitterung und Struktur, dass dieser Knochen Jahrtausende alt ist. In unserer Region, besonders nördlich von Cabo Mondego, spült das raue Meer manchmal Sand aus der letzten Eiszeit an, der Zehntausende Jahre alt ist. Das Wrack dieses Wals könnte im Schlamm dieser alten Schichten verborgen gelegen haben.

Die tickende Zeitbombe: Was der Knochen wirklich sein könnte

Ist das ein Fossil? Nein. Der Experte hat hier eine wichtige Unterscheidung getroffen, die viele Laien übersehen würden. Ein echtes Fossil ist komplett mineralisiert, der Knochen in der Substanz versteinert. Das hier ist anders, es sieht antik aus, aber es ist nicht vollständig fossilisiert.

Hier kommt der wichtigste Punkt, den Sie verstehen müssen, wenn Sie zum nächsten Strandspaziergang gehen:

  • Der Verdächtige: Höchstwahrscheinlich handelt es sich um einen Pottwal (Cachalote), ein Geschöpf, das Elefanten und Kleinwagen wie Spielzeug aussehen lässt.
  • Die Ausgrabung: Die starken Winterstürme, die wir hier an der Küste Portugals erleben, haben diesen uralten Kadaverteilungen regelrecht „exhumiert“ und ins Meer getragen.
  • Das Alter: Wir sprechen hier möglicherweise von Knochen aus dem Pleistozän – eine Zeit, in der unsere moderne Welt noch in den Kinderschuhen steckte.

Vergessen Sie Dinosaurier. Callapez stellt klar: Es ist definitiv kein Dinosaurierknochen. Die Struktur ist zu unterschiedlich. Aber das macht es nicht weniger wertvoll!

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Praktischer Wert: Was passiert jetzt mit dem Mammut-Fund?

Solche Funde sind für Laien faszinierend, für Museen aber Gold wert. Der Paläontologe schlug sofort vor, dass dieses massive Stück einer musealen Untersuchung zugeführt werden sollte. Vielleicht wird es bald im Stadtmuseum von Figueira da Foz ausgestellt.

Mein Tipp für Sie, falls Sie ältere Knochen am portugiesischen Strand finden: Anfassen ist erlaubt, aber Vorsicht beim Bewegen. Diese Teile sind fragil. Wenn etwas so Großes im Sand steckt, informieren Sie die örtlichen Behörden oder das Hafenkommando (die Seepolizei ist hier bereits aktiv geworden). Sie verhindern damit, dass der Fund durch Erosion oder unbedachte Touristen zerstört wird.

Dieser Knochen ist ein stiller Brief aus einer längst vergangenen Ära des Ozeans. Er erinnert uns daran, dass unter dem scheinbar vertrauten Sand unserer Heimatküste Geheimnisse schlummern, die älter sind als unsere Zivilisation selbst.

Haben Sie selbst schon einmal etwas am Strand gefunden, das Ihnen tagelang Kopfzerbrechen bereitet hat, bevor Sie herausfanden, was es war?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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