Stellen Sie sich vor: Sie sind 57 und 60, und anstatt sich in teure, ergonomische Sessel zu setzen, schlafen und sitzen Sie auf dem Boden. Klingt nach einem schlechten Witz oder einem Yoga-Retreat? Für dieses Paar ist es bittere Realität – und es hat ihre Gesundheit dramatisch verändert. Wenn Sie auch das Gefühl haben, dass Ihr Rücken nach einem langen Tag im Homeoffice rebelliert, sollten Sie jetzt weiterlesen. Denn die Lösung liegt nicht im nächsten Orthopädenbesuch.
Der Schockmoment: Warum die bequeme Couch zum Feind wurde
Wir sind konditioniert: Wer älter wird, braucht Polstermöbel. Wir haben uns jahrelang in unsere große L-förmige Couch gekuschelt, bis der Podcast kam. Der Gedanke, komplett ohne Möbel zu leben, klang absurd. Aber als wir die Chance auf eine unmöblierte Wohnung in Kapstadt bekamen, sahen wir es als Zeichen.
Mein erster Gedanke: So leben nur Leute, die noch nie einen echten Winter in Deutschland erlebt haben. Aber wir zogen es durch. Minimalismus ist eine Sache, möbelfreies Leben eine andere Dimension.
Was nach einem Monat auf dem Boden passierte
Ganz ehrlich? Die ersten Wochen waren hart. Wir hatten kurzzeitig ein billiges Futon, was unserem Rücken schnell den Kampf ansagte. Wir landeten bei zwei einfachen Campingmatratzen. Aber dann kam die Veränderung, die uns wirklich umgehauen hat. Wir haben angefangen, unseren Körper anders wahrzunehmen.

- Jedes Aufstehen vom Boden war ein Mini-Workout.
- Wir mussten aktiv eine bessere Haltung einnehmen, weil kein „Verkümmern“ im tiefen Polster mehr möglich war.
- Unser Gleichgewichtssinn? Verbessert, weil wir lernten, uns ohne die Hilfe der Hände aus der Hocke zu befreien. |
Sie trainieren ständig Ihre Kernmuskulatur, ohne jemals ins Fitnessstudio gehen zu müssen. Das ist der unerwartete Bonus, den uns kein ergonomischer Stuhl bieten kann.
Die unterschätzte Macht der Einfachheit
Viele denken bei Minimalismus nur ans Ausmisten. Wir haben festgestellt, dass die Abwesenheit von Möbeln das Leben praktizierend einfacher macht. Gerade wenn man in jungen Jahren ständig umzieht, ist das ein unschlagbarer Vorteil.
Was uns in der deutschen Wohnung stört? Die Vorstellung, jedes Jahr den sperrigen IKEA-Schrank zu verschieben. Hier? Umziehen ist ein Witz. Wir nehmen zwei Matten und einen Bambustisch mit.
Der Hausputz, der plötzlich Spaß macht
Das ist der Punkt, den ich niemandem glauben lassen konnte: Der Putzaufwand sinkt dramatisch. Es gibt keine Sockenschubladen unter der Couch, keine Staubfallen hinter dem Regalmädchen. Sie sehen den Schmutz sofort, weil er auf dem blanken Boden liegt.
Unser Kater liebt es natürlich auch. Er muss nicht mehr über Sofabeine balancieren, er hat die ganze Fläche zur Verfügung.

Die ungemütliche Wahrheit: Wie man Gäste unterhält
Die Standardreaktion ist immer: „Und wenn Besuch kommt?“ Hier müssen wir gestehen: Wir sind keine Gastgeber im klassischen Sinne mehr. Wir wollen nicht, dass sich Freunde fühlen, als kämen sie in eine Bruchbude.
Deshalb unser Kompromiss: Wir treffen uns draußen. Kaffee trinken oder essen gehen. Das mag für deutsche Gemütlichkeit nicht ideal sein, aber es passt zu unserem neuen Lebensrhythmus. Wir haben die Zeit, die wir früher mit „Gastgeber-Stress“ verbracht hätten, anders genutzt.
Wichtig: Wir planen, bis Ende 2026 zurückzukehren – aber nur, weil das nächste große Abenteuer ein Leben im Van sein wird. Und selbst wir geben zu, dass man fürs Vanlife ein kleines Bett braucht. Aber die Lektion bleibt: Würden wir unser Sofa zurücknehmen? Nein.
Was ist das eine alltägliche Ding, auf das Sie verzichten müssten, um Ihre Gesundheit dramatisch zu verbessern, ohne tatsächlich Geld auszugeben? Diskutieren Sie mit!









