Sie nutzen Tools wie ChatGPT täglich, um E-Mails zu formulieren oder schnelle Antworten für die Arbeit in Berlin zu finden. Doch was, wenn wir uns auf ein System verlassen, das fundamental anders funktioniert als unser eigenes Gehirn? Ein führender Mathematiker hat jetzt eine schockierende Wahrheit über Künstliche Intelligenz ausgesprochen: Wir bauen keinen digitalen Einstein, sondern ein Monstrum.
Dr. Bartosz Naskręcki, einer der wenigen Europäer, die an den anspruchsvollsten KI-Tests mitarbeiten, vergleicht moderne Sprachmodelle nicht mit dem menschlichen Denken, sondern mit einer Schöpfung, die aus Teilen zusammengenäht wurde. Wenn Sie denken, dass diese Systeme „lernen“ wie wir, dann lesen Sie weiter. Es geht um die Gefahr, dass wir uns gerade selbst aus dem Spiel nehmen.
Warum KI nicht unser Gehirn imitiert – Der Frankenstein-Vergleich
Die allgemeine Annahme ist klar: Neuronale Netze sind einfache Abbilder des menschlichen Gehirns. Pustekuchen, sagt Naskręcki. Die Neurowissenschaft hat längst kompliziertere Mechanismen entdeckt, aber die Informatik hat ihre alten, simplen Konzepte weiterentwickelt.
Was wir beobachten, ist etwas anderes. Wir haben verschiedene Elemente zusammengestöpselt, ein bisschen was von hier, ein bisschen was von dort, und dann sagen wir: „Läuft!“
Das Nicht-Verstehen der Maschinen
Das größte Problem, das Experten wie Naskręcki sehen, ist die fehlende Erklärbarkeit. Wir sehen die Ausgabe, aber der Weg dorthin bleibt oft ein Rätsel. Es ist, als würde man einem automatisierten Backautomaten zusehen, der ein perfektes Roggenbrot ausspuckt, während er gleichzeitig Zutaten verwendet, die niemand genau identifizieren kann.
Denken Sie an die schnellen Suchergebnisse, die Sie morgens in Ihrer Zeitung (oder auf dem Display) finden. Die KI klingt schlau, aber sie versteht nicht, worüber sie redet. Sie ist ein Meister des Kombinierens, nicht des Begreifens.

Die „Cargo-Kult“-Falle: Mehr Leistung macht es nicht besser
Viele Entwickler glauben, dass man einfach mehr Rechenleistung hinzufügen muss – mehr künstliche „Gliedmaßen“ und „Köpfe“ für dieses Monstrum. Naskręcki warnt davor. Er nennt das „Wunschdenken“ und zieht eine Parallele zum Cargo-Kult aus der Anthropologie.
- Der Glaube: Wenn wir das Ritual (die Skalierung) exakt nachahmen, kommen am Ende die Flugzeuge (die Ergebnisse).
- Die Realität: Manchmal funktioniert es, weil die Struktur zufällig passt, oft aber nicht.
Wenn Sie sich auf die schiere Größe dieser Modelle verlassen, ignorieren Sie die fundamentalen Designfehler.
Der Härtetest: Warum der Pole die Grenzen verschiebt
Um genau diese Denkfehler aufzudecken, wurde das Frontier Math-Projekt ins Leben gerufen. Naskręcki ist der einzige Pole in diesem elitären europäischen Kreis. Ihre Aufgabe? Reine, unverfälschte Intelligenz testen.
Die Tests bestehen aus Aufgaben, deren Lösungen garantiert nicht im Internet zu finden sind. Die KI kann sie also nicht „auswendig lernen“.
Die einzige erlaubte Antwort ist eine reine Zahlensequenz. Kein Text, keine Erklärung. Nur das Ergebnis. Bisher haben die Maschinen 9 von 50 Aufgaben gelöst. Aber Naskręckis eigene, schmerzhaft komplizierte Aufgabe bleibt unberührt von 15 Top-Modellen.

Ihr neuer Job: Architekt statt Handwerker
Die guten Nachrichten: Diese Technologie bedeutet, dass wir lästige Details abgeben können. Wir müssen nicht mehr jeden Ziegel selbst setzen.
Dr. Naskręcki sieht eine wichtige Evolution: Forscher werden weniger zum Bauarbeiter, der jede Rechnung zieht, und mehr zum Architekten, der das Gesamtkonzept entwirft. Die KI legt die Steine, der Mensch steuert die Vision.
Die Gefahr des „Denk-Outsourcings“
Aber hier lauert die größte Gefahr für Sie und mich im Alltag:
Wenn wir jede kleine kognitive Anstrengung an die Algorithmen delegieren – vom schnellen Zusammenfassen des Nachrichten-Updates bis zur kniffligen E-Mail-Formulierung – verkümmern unsere eigenen Denkprozesse. Wir könnten uns selbst aus dem Rennen nehmen.
Als persönlichen Hack verrät der Experte, was er tut, um nicht geistig einzurosten:
Ich habe in meinen Chats die Kontext-Erinnerung abgeschaltet. Das zwingt mich, bei jeder neuen Frage wieder frisch zu starten. Es ist wie beim Spaziergang: Ich könnte den Bus nehmen, aber ich laufe lieber, auch wenn es länger dauert.
Zwingen Sie sich, die „niedrigere“ Ebene der Arbeit selbst zu erledigen, bevor Sie die KI die Planung übernehmen lassen.
Was denken Sie? Ist diese Angst vor dem geistigen Verfall berechtigt, oder ist die KI nur das nächste Werkzeug, so wie es früher der Taschenrechner war? Diskutieren Sie mit!









