Entlassen – dann kaufte sie 250 Yogamatten: Das ist der Trick, warum Firmen dich nie wirklich sichern

Du denkst, ein sicherer Tech-Job mit festem Gehalt ist dein Anker in unsicheren Zeiten? Eine Designerin erlebte das Gegenteil. Nach ihrer Kündigung stand sie vor dem Nichts – aber ihre Reaktion darauf definiert Unternehmertum neu. Es geht nicht nur um das Produkt, sondern um die radikale Entscheidung, die Kontrolle zurückzuerobern, bevor alles wegbricht.

Inmitten der Entlassungswellen im Tech-Sektor sah Kelly Withers, 36, wie ihr vermeintlich sicherer Pfad plötzlich endete. Ihr Nebenprojekt – der Verkauf von bunten Yogamatten – wurde über Nacht zur einzigen Lebensversicherung. Wir schauen uns an, wie sie den Sprung wagte und warum ihr Geschäftsmodell sofort florierte, während die Tech-Welt um sie herum ins Stocken geriet.

Der Schein der Sicherheit: Warum der Konzernjob ein Kartenhaus war

Als ich noch in der Unternehmenswelt festsaß, dachte ich ständig: Sicherheit ist der Schlüssel, besonders als alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Kindern. Withers erlebte diesen Druck hautnah: Keine Wohnung, keine feste Anstellung. Ihr Versuch, durch intensives Selbststudium (gekauft hat sie Bücher statt teurer Bootcamps!) im Design Fuß zu fassen, zahlte sich aus.

Sie schaffte es, sich als Lead UX Designerin einzuschleichen – ein nervenaufreibendes Spiel, bei dem sie für jedes Projekt ihren privaten Tutor kontaktierte. Doch dann kam der Tag, der alles veränderte. Entlassungswelle. Ihr erstes Team wurde komplett aufgelöst.

Der Tag, an dem das Universum die Entscheidung traf

Hier kommt der Moment, der viele Leser aufhorchen lässt. Kelly Withers hatte vorsichtshalber 250 Yogamatten bestellt, um ein kleines Nebeneinkommen aufzubauen. Die Idee war simpel: Tech-Job als Basis, Matten als Puffer.

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Was passierte? Genau an dem Tag, als die Matten an ihrer Wohnung in der Nähe von Detroit ankamen, flatterte die Kündigung rein. Das war für sie das unmissverständliche Zeichen: Du musst jetzt aufs Ganze gehen.

Viele sehen Unternehmertum als reines Wagnis, besonders wenn man wie sie Ersparnisse für den Start verwendet. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Withers sah es als kalkuliertes Risiko. Angesichts der Tatsache, dass sie keine Tech-Jobs mehr bekam, war es die einzige logische Einkommensquelle.

Der Aha-Moment: Vom Design-Geheim-Tipp zur Titelstory

Ihre Mission war es, sich von der Masse abzuheben – eine Lektion, die ihre Mutter ihr früh beigebracht hatte. Die Matten, benannt nach ihrer verstorbenen Mutter, Carolyn Mulligan, sollten genau das sein: Einzigartig und persönlich.

Interessant ist, wie schnell der Markt reagierte, sobald sie den Mut hatte, die Nische zu besetzen:

  • Der Start in den sozialen Medien brachte sofort Aufmerksamkeit.
  • Innerhalb einer Woche tauchte ihr Produkt durch Zufall (ein befreundeter Anruf!) in der Vogue auf – Hailey Bieber trug eine Matte.
  • Kurz darauf folgte eine Erwähnung in der GQ.

Dieses Momentum war ihre zweite Welle. Sie investierte den Rest ihrer Ersparnisse und bestellte 1.000 weitere Matten. Das Ergebnis überrascht selbst gestandene Unternehmer: Sie war ab Tag eins profitabel.

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Der ultimative Hack: Kontrolle ist alles (Besonders in Deutschland)

Der vielleicht wichtigste Punkt für alle, die in Deutschland oder Europa einen sicheren Job haben: Der Verzicht auf Kontrolle. Withers kam zu dem Schluss, dass Arbeitgeber dir zwar ein Gehalt zahlen, aber sie halten den Schlüssel zu deiner finanziellen und zeitlichen Freiheit in der Hand. Genau das hat sie traumatisiert.

Hier ist der entscheidende Schritt, den Sie jetzt für sich ableiten können:

  1. Identifiziere einen Bereich, in dem du mehr Kontrolle haben willst (z.B. Einkommen, Zeit, Kreativität).
  2. Baue parallel eine „Fallback-Lösung“, die dir gehört – nicht dem Arbeitgeber. Sei es eine kleine Produktidee, eine Beratung oder ein Design-Service.
  3. Warte nicht auf die Kündigung, um die Fallback-Lösung zu starten. Nutze die Sicherheit des Jobs, um das Anfangskapital zu sichern.

Nachdem die erste Charge verkauft war, fragte sich Withers: Nun Fremdfinanzierung annehmen und schneller wachsen, oder die Kontrolle behalten?

Bisher hält sie die Zügel fest in der Hand – ein Direktresultat der Erfahrung, dass das Überlassen der Kontrolle an andere Unternehmen ein reines Glücksspiel ist, egal, wie gut die Benefits sind.

Was denken Sie? Würden Sie nach einer solchen Erfahrung jemals wieder Fremdkapital annehmen und damit die Kontrolle über Ihre Firma abgeben, oder ist die Unabhängigkeit den langsameren Weg wert?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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