Stellen Sie sich vor, Sie könnten einfach so, ohne Ticket, in jeden Flieger steigen, der gerade abhebt? Genau davor müssen wir Sie warnen, denn ein Mann hat genau diesen Traum gelebt – allerdings mit falschen Ausweisen und dreisten Lügen. Tausende Kilometer, hunderte Flüge, alles auf Kosten der Airlines.
Der Fall des kanadischen Staatsbürgers Dallas Pokornik ist kein einfacher Streich mehr, sondern kalt kalkulierter Betrug, der an Hollywood-Thriller erinnert. Bevor Sie das nächste Mal in den Urlaub fliegen, sollten Sie wissen, wie leicht sich diese Masche durchziehen lässt und warum die Airlines so blind waren.
Der „Catch Me If You Can“-Betrug im Cockpit
Pokornik, ursprünglich aus Toronto, wurde in Panama geschnappt und in die USA ausgeliefert. Die Anklage wiegt schwer: Er soll sich nicht nur als Crew-Mitglied ausgegeben haben, sondern gezielt Rabatte und Freiflüge genutzt haben, die nur aktiven Mitarbeitern zustehen.
Wie funktionierte dieser dreiste Coup?
In seinem Kern war die Masche simpel, aber die Durchführung erforderte Chuzpe. Zwischen 2017 und 2019 arbeitete er für eine kanadische Fluglinie. Nach seinem Ausscheiden nutzte er offenbar gefälschte Ausweise, um sich weiterhin als berechtigt auszugeben.

Das Entscheidende: Er nutzte Tickets, die eigentlich für Piloten und Flugbegleiter von drei großen US-Airlines reserviert waren. Man muss sich das einmal vorstellen: Er legte gefälschte Identifikationen vor, um die Reisevergünstigungen zu kassieren.
In meiner Praxis als jemand, der sich viel mit Sicherheitssystemen beschäftigt, fiel mir auf, wie oft das menschliche Vertrauen ausgenutzt wird. Die Crew erwartet, dass jemand, der in Uniform oder mit dem richtigen Ausweis kommt, dazugehört.
Der geheime Zugang: Der Sprung in den „Jump Seat“
Es wird noch absurder. Die Anklageschrift beschreibt, dass Pokornik sogar versuchte, Zugang zum sogenannten „Jump Seat“ im Cockpit zu bekommen. Dieser Sitz ist streng reglementiert und meist nur für diensthabende Piloten oder Prüfer gedacht.
- Angeblich präsentierte er eine „falsche und fingierte Identifikation“.
- Er flog hunderte Male auf frei verfügbaren Plätzen mit.
- Die betroffenen Airlines, darunter offenbar große Player aus Honolulu und Chicago, bemerkten den Schwindel erst spät.
Auch wenn das System der Flugbegleiterausweise in den USA und Kanada oft als sehr sicher gilt – gerade auf Reisen, wo man vielleicht einen Kurztrip nach Mallorca macht und dann noch schnell nach Berlin muss – ist die Kontrolle an kleineren Gates lückenhaft.

Die brutale Konsequenz, die Sie kennen müssen
Pokornik plädierte auf nicht schuldig, doch die Beweislage scheint erdrückend. Aktuell sitzt er in Haft, bis es zum Prozess kommt.
Die Strafe ist drakonisch: Im Falle einer Verurteilung wegen Überweisungsbetrugs drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 250.000 US-Dollar (aktuell etwa 213.000 Euro). Das ist ein sehr hoher Preis für ein paar kostenlose Urlaube.
Was bedeutet das für Sie als Reisender? Dies zeigt, dass die Branche zwar riesige Sicherheitsmechanismen hat, aber menschliche Fehler und die reine Dreistigkeit Einzelner diese immer wieder aushebeln können. Es ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Airlines ihre internen Überprüfungsprozesse dringend verschärfen müssen, besonders im Abgleich mit Crew-Datenbanken.
Trotzdem: Würden Sie sich trauen, so etwas durchzuziehen, auch wenn Sie wüssten, dass die potenziellen Konsequenzen so extrem sind?









