Ich kündigte meinen sicheren Job in London – jetzt arbeite ich für 70 Euro pro Monat im Büro.

Sie kennen das Gefühl: Sie stecken fest. Der Job ist sicher, das Gehalt gut, aber das Wetter ist grau und der nächste Beförderungsschritt führt nur tiefer in die Suburban-Hölle. Genau da war ich mit Anfang 30 in London – und ich habe den Sprung gewagt.

Ich habe meinen etablierten Job gekündigt, um nach Barcelona zu ziehen. Die meisten dachten, ich sei verrückt geworden. Aber was ich fand, war mehr als Sonne: Es war ein funktionierendes System, um Karriere und Lebensqualität zu vereinen, ohne jahrelang sparen zu müssen. Hören Sie mir zu, bevor Sie den nächsten Gehaltscheck unterschreiben.

Der Mythos der Unverzichtbarkeit: Warum Sicherheit Sie ausbremst

Als Direktor einer Kommunikationsagentur in Westminster hatte ich alles: Titel, Planbarkeit. Aber ich sah einem Leben entgegen, das nur noch aus steigenden Mieten und dem nächsten Toyota bestand. Wenn Sie keine Kinder planen, liefern Sie sich selbst die besten Ausreden, nicht das Risiko zu suchen. Ich brauchte Unabhängigkeit mehr als ein sicheres Gehalt.

Warum mein britischer Job in Barcelona nicht funktionierte

Klar, ich hätte versuchen können, einen Job bei einem spanischen Unternehmen zu finden. Aber rechtlich und steuerlich war das ein Minenfeld. Die Alternative? Selbstständigkeit. Mein Mann, als freiberuflicher Trader, arbeitete ohnehin remote.

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Für mich bedeutete das eine Entscheidung: Entweder den alten Job mitnehmen (unmöglich wegen Policy und Steuern) oder etwas Neues gründen, das von überall funktioniert. Ich wählte Letzteres und benannte meine neue Beratungsfirma nach meinem Lieblingsviertel: Born Advisory.

Der Pendler-Trick: 120 Minuten für ein besseres Leben

Der größte Schock für alle war mein Pendelrhythmus. Ich fliege zweimal im Monat von Barcelona nach London. Dienstagmittag hin, Mittwochabend zurück. Klingt umständlich? Vielleicht. Aber morgens in der kühlen, strukturierten Umgebung Barcelonas aufzuwachen, anstatt im gesichtslosen Vorort, ist mir diesen zusätzlichen Aufwand wert.

  • Die Kosten-Falle: Flüge hin und zurück kosteten mich oft um die 70 Euro. Das ist weniger als meine monatliche Bahnkarte in London für die Fahrten innerhalb der Stadt!
  • Die Lebenshaltungskosten: Essen gehen ist ein Witz. Für ein Abendessen zu zweit legen wir selten mehr als 40 Euro hin. Kaffee kostet die Hälfte von dem, was wir in London gezahlt haben.
  • Die mentale Bilanz: Die psychischen Vorteile des Lebens hier schlagen jeden Nachteil des Reisens um Längen.

Die Bürokratie: Nicht so schlimm, wenn man verheiratet ist

Viele scheuen den Umzug wegen des Visums. Ich hatte einen Vorteil – ich bin mit einem Deutschen verheiratet. Als EU-Bürger war das Prozedere für das Ehegattenvisum zwar lang (über sechs Monate Wartezeit), aber verhältnismäßig unkompliziert.

Wenn Sie diesen Bonus nicht haben, wird es härter. Unternehmer- oder Digital-Nomaden-Visa sind deutlich anspruchsvoller. Ich merkte schnell: Der perfekte Plan scheitert, wenn die bürokratische Tür zugeschlagen bleibt.

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Wenn ich zu intensiven Meetings in London festsitze, übernachte ich bei Freunden – falls nicht, kostet ein 100-Pfund-Zimmer weniger als der Stress meines alten Lebens.

Der unerwartete Produktivitäts-Boost

Meine Kunden sind zufriedener als je zuvor. Viele machen einen Fehler: Sie denken, dass sie nur produktiv sind, wenn sie physisch im stickigen Büro sitzen. Ich habe gemerkt, dass ich emotional viel mehr in meine Arbeit investiere, seit ich die Hoheit über meinen Alltag habe.

Die größte Erkenntnis? Wenn nicht jetzt, wann dann? Jahre können vergehen, während Sie auf den perfekten Moment warten. Ich bereue den Schritt nicht. Es ist befreiend, die volle Verantwortung dafür zu übernehmen, wo und wie man sein Leben gestaltet.

Haben Sie auch schon einmal gekündigt, um einem Lifestyle-Traum nachzujagen, oder halten Sie die Sicherheit noch fest? Wir wollen Ihre Geschichte hören!

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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